Epidemiologische Studie (Fall-Kontroll-Studie)

Mobile phone use and risk of glioma in adults: case-control study. epidemiol.

Die Nutzung von Mobiltelefonen und das Risiko für Gliom bei Erwachsenen: eine Fall-Kontroll-Studie.

Von: Hepworth SJ, Schoemaker MJ, Muir KR, Swerdlow AJ, van Tongeren M, McKinney PA
Erschienen in: BMJ 2006; 332 (7546): 883 - 887

Ziel der Studie (lt. Autor)
Diese bevölkerungsbezogene Fall-Kontroll-Studie wurde in fünf Regionen in Großbritannien durchgeführt, um das Gliom-Risiko bei Erwachsenen im Zusammenhang mit der Nutzung von Mobiltelefonen zu untersuchen. Die Studie ist Teil des INTERPHONE-Projekts.
Hintergrund/weitere Details:
Regelmäßige Mobiltelefon-Nutzung wurde als Nutzung für mindestens sechs Monate ein Jahr vor Diagnosestellung definiert.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Abschätzung der Inzidenz mittels Odds Ratio (OR)

Exposition

Expositionsgruppen:

Referenzgruppe 1:  keine Nutzung oder weniger als sechs Monate 1 Jahr vor Diagnose 
Gruppe 2:  regelmäßige Nutzung 
Gruppe 3:  Jahre seit erster Nutzung: 1,5 - 4  
Gruppe 4:  Jahre seit erster Nutzung: 5 - 9  
Gruppe 5:  Jahre seit erster Nutzung: ≥ 10  
Gruppe 6:  Gesamtnutzung in Jahren: 0,5 - 4 
Gruppe 7:  Gesamtnutzung in Jahren: 5 - 9 
Gruppe 8:  Gesamtnutzung in Jahren:≥ 10  
Gruppe 9:  Gesamtnutzung in Stunden: ≤ 99 
Gruppe 10:  Gesamtnutzung in Stunden: 99 - ≤ 544 
Gruppe 11:  Gesamtnutzung in Stunden: > 544 
Gruppe 12:  Gesamtzahl der Anrufe: ≤ 2071 
Gruppe 13:  Gesamtzahl der Anrufe: 2071 - ≤ 6909  
Gruppe 14:  Gesamtzahl der Anrufe: > 6909 
Gruppe 15:  Gesamtnutzung in Stunden vor mehr als 10 Jahren: 0 
Gruppe 16:  Gesamtnutzung in Stunden vor mehr als 10 Jahren: ≤ 113  
Gruppe 17:  Gesamtnutzung in Stunden vor mehr als 10 Jahren: > 113  
Gruppe 18:  Anteil Stadt/Land bei erster Nutzung: hauptsächlich Stadt 
Gruppe 19:  Anteil Stadt/Land bei erster Nutzung: hauptsächlich Land 
Gruppe 20:  Anteil Stadt/Land bei erster Nutzung: beides 
Gruppe 21:  Nutzungshäufigkeit bei Personen mit hochgradigen Tumoren: nicht regelmäßig 
Gruppe 22:  Nutzungshäufigkeit bei Personen mit hochgradigen Tumoren: regelmäßig 
Gruppe 23:  Nutzungshäufigkeit bei Personen mit niedriggradigen Tumoren: nicht regelmäßig 
Gruppe 24:  Nutzungshäufigkeit bei Personen mit niedriggradigen Tumoren: regelmäßig 
Gruppe 25:  Häufigkeit der ipsilateralen Nutzung: nie/nicht regelmäßig 
Gruppe 26:  Häufigkeit der ipsilateralen Nutzung: regelmäßig 
Gruppe 27:  Häufigkeit der kontralateralen Nutzung: nie/nicht regelmäßig 
Gruppe 28:  Häufigkeit der kontralateralen Nutzung: regelmäßig 

Population


Studiengröße i Fälle  Kontrollen 
Teilnehmeranzahl 9661716
Teilnehmerrate 51%45%

Statistisch signifikante Ergebnisse i
 Gruppe  Exposition  Endpunkt  Fälle  Kontrollen  Parameter (OR)  Konfidenzintervall 
26Häufigkeit der ipsilateralen Nutzung: regelmäßigGliom2784861,21,02-1,52

Statistische Auswertung mittels unkonditionaler logistischer Regression (korrigiert für 5-Jahre-Altersgruppe, Geschlecht, Region, Armut, Kombinationen von Befragungsjahr und Verzögerung)

Ergebnisse/Schlussfolgerung (lt. Autor)
Es wurde kein Zusammenhang zwischen dem Risiko für Gliom und der Nutzung von Mobiltelefonen gefunden. Ein erhöhtes Risiko für einen Tumor auf der selben Seite, wo gewöhnlich das Mobiltelefon verwendet wurde, und ein reduziertes Risiko für die gegenüberliegende Seite wurden aufgedeckt. Dies kann möglicherweise auf Recall Bias zurückgeführt werden.

Einschränkungen (lt. Autor): Der Beobachtungszeitraum betrug nur 10 Jahre.

(Studienmerkmale: epidemiologische Studie, Fall-Kontroll-Studie)

Studie gefördert durch

Zu diesem Artikel veröffentlichte Kommentare:Themenverwandte Artikel i

© 1997 - 2010, Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit (femu - RWTH Aachen).

Der Inhalt des EMF-Portals darf weder kopiert, verändert, noch in irgendeiner Form, gleichgültig ob elektronisch oder auf anderen Medien, gespeichert werden. Er darf nur zur persönlichen Information verwendet werden. Ohne ausdrückliche, schriftliche Zustimmung des femu an der RWTH Aachen ist jegliche weitergehende Verwendung, insbesondere Veröffentlichung, Vervielfältigung, jede Form der gewerblichen Nutzung sowie Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder überarbeiteter Form - untersagt. Durch Abruf, Ansicht oder Ausdruck dieser Dokumente erklären Sie sich mit den im Kleingedruckten genannten Bedingungen ausdrücklich einverstanden.

 Bildschirmansicht