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Epidemiologische Studie (Fall-Kontroll-Studie)

Cellular phones, cordless phones, and the risks of glioma and meningioma (Interphone Study Group, Germany). epidemiol.

Mobiltelefone, Schnurlostelefone und die Risiken für Gliom und Meningiom (Interphone-Studiengruppe, Deutschland)

Von: Schüz J, Bohler E, Berg G, Schlehofer B, Hettinger I, Schlaefer K, Wahrendorf J, Kunna-Grass K, Blettner M
Erschienen in: Am J Epidemiol 2006; 163 (6): 512 - 520 ( Externe Webseite öffnen PubMed Eintrag, Externe Webseite öffnen Journal Website )

Ziel der Studie (lt. Autor)
Zur Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen dem Risiko für Gliom und Meningiom und der Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen wurde eine bevölkerungsbezogene Fall-Kontroll-Studie in Deutschland durchgeführt.
Hintergrund/weitere Details:
Diese Studie ist Teil des INTERPHONE-Projekts.
Regelmäßige Nutzung eines Mobiltelefons wurde definiert als mindestens ein ein- oder ausgehender Anruf pro Woche in sechs oder mehr Monaten.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Abschätzung der Inzidenz mittels Odds Ratio (OR)

Exposition

Expositionsgruppen:

Referenzgruppe 1:  regelmäßige Mobiltelefonnutzung: niemals 
Gruppe 2:  regelmäßige Mobiltelefonnutzung: jemals 
Gruppe 3:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: niemals, < 1 Jahr 
Gruppe 4:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: 1-4 Jahre 
Gruppe 5:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: ≥ 5 Jahre 
Gruppe 6:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: 5-9 Jahre 
Gruppe 7:  Zeit seit erster regelmäßige Nutzung: ≥ 10 Jahre 
Referenzgruppe 8:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: keine 
Gruppe 9:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: ≤ 1176 
Gruppe 10:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: > 1176 &le 4350 
Gruppe 11:  Anzahl der jemals geführten Gespräche: > 4350 
Referenzgruppe 12:  Dauer der jemals geführten Gespräche: keine 
Gruppe 13:  Dauer der jemals geführten Gespräche: ≤ 44 
Gruppe 14:  Dauer der jemals geführten Gespräche: > 44 ≤ 195 
Gruppe 15:  Dauer der jemals geführten Gespräche: > 195 
Referenzgruppe 16:  Nutzungsintensität: keine 
Gruppe 17:  Nutzungsintensität: < 30 Minuten/Tag 
Gruppe 18:  Nutzungsintensität: ≥ 30 Minuten/Tag 
Referenzgruppe 19:  Anrufsdauer ≥ 5 Jahre vor Referenzdatum: keine 
Gruppe 20:  Anrufsdauer ≥ 5 Jahre vor Referenzdatum: < 5 Jahre 
Gruppe 21:  Anrufsdauer ≥ 5 Jahre vor Referenzdatum: ≥ 5 Jahre, ≤ 34,5 Stunden 
Gruppe 22:  Anrufsdauer ≥ 5 Jahre vor Referenzdatum: ≥ 5 Jahre, > 34,5 Stunden 
Referenzgruppe 23:  Nutzung von Schnurlos-Telefon: nein 
Gruppe 24:  Nutzung von Schnurlos-Telefon: ja (zu Hause oder auf der Arbeit) 
Gruppe 25:  Nutzung von Schnurlos-Telefon: ja, nur zu Hause  
Gruppe 26:  Nutzung von Schnurlos-Telefon: ja, nur auf der Arbeit 
Gruppe 27:  Nutzung von Schnurlos-Telefon: ja, zu Hause oder auf der Arbeit 
Referenzgruppe 28:  Zeit seit erster Nutzung eines Schnurlos-Telefons: keine Nutzung oder < 5 Jahre 
Gruppe 29:  Zeit seit erster Nutzung eines Schnurlos-Telefons: 1-4 Jahre  
Gruppe 30:  Zeit seit erster Nutzung eines Schnurlos-Telefons: ≥ 5 Jahre  
Referenzgruppe 31:  Zeit seit erster Nutzung (Schnurlos- und/oder Mobil-Telefons: keine Nutzung oder < 1 Jahr 
Gruppe 32:  Zeit seit erster Nutzung (Schnurlos- und/oder Mobil-Telefons: 1-4 Jahre 
Gruppe 33:  Zeit seit erster Nutzung (Schnurlos- und/oder Mobil-Telefons: ≥ 5 Jahre 

Population

  • Fallgruppe
    Männer und Frauen im Alter von 30 bis 69 Jahren
    Diagnose: Gliom und Meningiom, histologisch bestätigt
    Beobachtungszeitraum: Oktober 2000 - Oktober 2003
    Studienort: Deutschland (3 Studienregionen)
    Datenquelle: Neurochirurgie-Kliniken in Bielefeld, Heidelberg, Mainz und Mannheim
    Ausschlusskriterien: keine histologische Bestätigung, wiederkehrender Tumor, ungenügende deutsche Sprachkenntnisse, Hauptwohnsitz außerhalb der Studienregion

  • Kontrollgruppe
    Auswahl: bevölkerungsbezogen
    Matching: Geschlecht, Alter, Gebiet, 1:2 (Fall:Kontrolle)
    Ausschlusskriterien: Wegzug aus der Studienregion, ungenügende deutsche Sprachkenntnisse, Hauptwohnsitz außerhalb der Studienregion

Studiengröße i Fälle  Kontrollen 
Anzahl geeignet 8912 449
Teilnehmeranzahl 7471535
Teilnehmerrate 84%63%

Sonstiges: Gliom: 460 Fälle geeignet, 355 Teilnehmer; Meningiom: 431 Fälle geeignet, 381 Teilnehmer

Statistische Auswertung mittels konditionaler logistischer Regression (korrigiert für Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status, Studienzentrum, in einer Stadt lebend (≥ 100 000 Einwohner im Vergleich zu < 100 000))

Ergebnisse/Schlussfolgerung (lt. Autor)
Die Ergebnisse wiesen insgesamt kein erhöhtes Risiko für Gliom oder Meningiom unter regelmäßigen Mobiltelefon-Nutzern auf. Ein erhöhtes Risiko für Gliom wurde bei Personen gefunden, die Mobiltelefone seit 10 oder mehr Jahre nutzten, diese Ergebnis beruht allerdings auf geringen Zahlen. Kein Zusammenhang wurde zwischen der Nutzung von Schnurlos-Telefonen und dem Risiko für Gliom oder Meningiom gefunden. Ein erhöhtes Risko für hochgradige Gliome wurde bei Frauen beobachtet, was ein Zufallsbefund sein könnte.

Einschränkungen (lt. Autor): Die Anzahl der Nutzer, die ihr Mobiltelefon seit 10 oder mehr Jahren nutzten, ist gering und der Einfluss von Recall-Bias kann nicht ausgeschlossen werden.

(Studienmerkmale: epidemiologische Studie, Fall-Kontroll-Studie)

Studie gefördert durch

  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS; Federal Office for Radiation Protection), Salzgitter, Germany
  • European Union (EU)/European Commission
  • Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF; German Mobile Phone Research Programme) at Federal Office for Radiation Protection (BfS)
  • MAIFOR Program (Mainzer Forschungsförderungsprogramm) of the University of Mainz, Germany
  • GSM Association, UK/Ireland
  • Mobile Manufacturers Forum (MMF), Belgium
  • Ministerium für Umwelt und Verkehr, Baden-Württemberg (Ministry for the Environment and Traffic of the state of Baden-Württemberg), Germany
  • Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Nordrhein-Westfalen (Ministry for the Environment of the state of North Rhine-Westphalia), Germany
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Federal Ministry of the Environment, Nature Conservation, and Nuclear Safety), Germany
  • International Union against Cancer (UICC; Union Internationale Contre le Cancer), Switzerland

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Glossar: analoges, bevölkerungsbezogen, DECT, Diagnose, digitales, epidemiologische Studie, Exposition, Fall-Kontroll-Studie, Gliom, Hirntumor, histologisch, Interphone-Projekts, Inzidenz, konditionaler logistischer Regression, Matching, Meningiom, Mobiltelefon, OR, Recall-Bias, Risiko, Schnurlos-Telefonen, sozioökonomischer Status, statistische, Tumor

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