Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Induction of adaptive response in human blood lymphocytes exposed to radiofrequency radiation. med./bio.

[Induktion einer adaptiven Reaktion in humanen Blut-Lymphozyten, die bei Hochfrequenz-Befeldung exponiert wurden].

Veröffentlicht in: Radiat Res 2009; 171 (6): 735-742

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte untersucht werden, ob eine nicht-ionisierende Hochfrequenz-Exposition, verabreicht als adaptive Dosis für 20 h, Zellen dazu bringt, unempfindlich gegenüber einem genetischen Schaden zu werden, der durch eine darauffolgende Test-Dosis mit der genotoxischen Substanz Mitomycin C induziert wird.

Hintergrund/weitere Details

Adaptive Reaktion: Es wurde herausgefunden, dass verschiedene Zelltypen, die bei extrem niedrigen sogenannten adaptiven Dosen (Anpassungs-Dosen) einer genotoxischen Substanz exponiert wurden, weniger empfindlich gegenüber der Induktion eines genetischen Schadens waren, wenn einer höhere Test-Dosis derselben oder einer ähnlichen genotoxischen Substanz verabreicht wurde. Es wurde gezeigt, dass die Induktion einer sogenannten adaptiven Reaktion (Anpassungsvermögen) durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird (z.B. die für die Adaptation verwendete Dosis, die Dosisleistung, die Zeit zwischen der Adaptation und der Test-Dosis).
Es wurden Lymphozyten von fünf verschiedenen Spendern untersucht.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900 MHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 20 h

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 20 h
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • wire patch cell
Aufbau wire patch cell shielded by a metal grid box, placed inside an incubator
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 10 W/kg Spitzenwert berechnet und gemessen - -
SAR 1,25 W/kg Mittelwert über Masse berechnet und gemessen - -

Referenzartikel

  • Palumbo R et al. (2008): Exposure to 900 MHz radiofrequency radiation induces caspase 3 activation in proliferating human lymphocytes.
  • Scarfi MR et al. (2006): Exposure to radiofrequency radiation (900 MHz, GSM signal) does not affect micronucleus frequency and cell proliferation in human peripheral blood lymphocytes: an interlaboratory study.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Lymphozyten von vier Spendern wiesen die Induktion einer adaptiven Reaktion auf. Zellen, die bei 900 MHz Hochfrequenz-Befeldung vor-exponiert wurden, hatten, im Vergleich zu denen, die nicht mit 900 MHz vor-exponiert wurden, eine signifikant verminderte Mikronuklei-Inzidenz, induziert durch die Test-Dosis von Mitomycin. Allerdings wurde die Induktion einer adaptiven Reaktion bei dem verbleibenden fünften Spender nicht beobachtet. Die durch die Test-Dosis von Mitomycin C induzierte Mikronuklei-Inzidenz war zwischen den Lymphozyten, die vor-exponiert wurden und denen, die nicht vor-exponiert wurden, nicht signifikant unterschiedlich.
Es wird geschlussfolgert, dass die Ergebnisse dieser vorläufigen Untersuchung darauf hindeuten, dass Hochfrequenz-Expositionen bei Frequenzen zur Nutzung der drahtlosen Kommunikation in der Lage sind, eine adaptive Reaktion in humanen Blut-Lymphozyten zu induzieren. Weitere Forschung ist nötig, um zu untersuchen, ob die adaptive Reaktion auch unter anderen experimentellen in vitro- und in vivo- Bedingungen ausgelöst werden kann (einschließlich verschiedener Frequenzen, verschiedener SAR-Werte, Adaptions-Zeiten, usw.).

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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