Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Exposure to wireless phone emissions and serum beta-trace protein. epidem.

[Exposition bei Emissionen von drahtlosen Telefonen und Beta-Trace-Protein im Serum].

Veröffentlicht in: Int J Mol Med 2010; 26 (2): 301-306

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde die Wirkung der Exposition bei Mobiltelefonen und Schnurlos-Telefonen auf den Gehalt des Beta-Trace-Proteins im Serum beim Menschen untersucht.

Weitere Details

Das Beta-Trace-Protein reguliert den Schlaf über das Prostaglandin-D-System und ist in hoher Konzentration in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit vorhanden.
Der Beta-Trace-Protein-Gehalt im Blut wurde bei 40 Freiwilligen im Alter von 18 bis 30 Jahren untersucht, die bei einem 890 MHz-GSM-Signal 30 min lang exponiert worden waren (für weitere Angaben siehe Söderqvist et al, 2009a). Insgesamt wurden vier Blutproben (bei Ankunft im Krankenhaus, nach 30 min Ruhe, direkt nach der 30-minütigen Exposition und 60 min danach) entnommen.
Desweiteren wurde der Gehalt an Beta-Trace-Protein in den Blutproben (im selben Zeitabstand wie bei der Expositionsgruppe genommen) von 22 Freiwilligen bestimmt, um die Protein-Stabilität vor der Analyse zu prüfen (keine Kontrollgruppe für die Exposition).
Außerdem füllten alle 62 Teilnehmer einen Fragebogen zur Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlos-Telefonen aus (siehe Söderqvist et al, 2009b).

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Gruppe 1 Gruppe exponiert bei 890 MHz-GSM-Signal 30 min lang
Gruppe 2 Nutzung von Mobiltelefon und DECT-Telefon
Gruppe 3 Nutzung eines Mobiltelefons
Gruppe 4 Nutzung eines analogen Mobiltelefons
Gruppe 5 Nutzung eines digitalen Mobiltelefons
Gruppe 6 Nutzung eines UMTS-Mobiltelefons
Gruppe 7 Nutzung eines DECT-Telefons

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 62
Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Es wurde kein statistisch signifikanter Unterschied im Gehalt an Beta-Trace-Protein im Vergleich zu vor der Exposition im Blut von 40 Freiwilligen gefunden, die 30 min lang bei einem 890 MHz-GSM-Signal exponiert wurden. Bei den Freiwilligen zum Test der Protein-Stabilität stieg der Gehalt an Beta-Trace-Protein signifikant mit der Zeit an, vermutlich wegen der entspannten Situation.
Bei der Analyse der Fragebögen wurde festgestellt, dass die Konzentration an Beta-Trace-Protein mit der wachsenden Anzahl an Jahren der gemeinsamen Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlos-Telefonen abnahm (ß-Koeffizient -0,32; KI -0,60 bis -0.04). Die Konzentration an Beta-Trace-Protein nahm auch mit der steigenden Stundenzahl der gemeinsamen Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlos-Telefonen ab, jedoch nicht statistisch signifikant (ß-Koeffizient -0,17; KI -0,41 bis 0.07).
Die Autoren schlussfolgern, dass die Exposition bei Mobiltelefonen und Schnurlos-Telefonen die Synthese des Beta-Trace-Proteins runterregulieren könnte, was zu Schlaf-Störungen führen könnte.

Einschränkungen (lt. Autor)

Die Ergebnisse müssen mit Vorsicht interpretiert werden, weil die Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlos-Telefonen von den Teilnehmern selbst angegeben wurde. Das Wissen, dass eine Exposition in der experimentellen Studie stattfindet, kann den Gehalt an Beta-Trace-Protein beeinflusst haben.

Studie gefördert durch

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