Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Electromagnetic field effect or simply stress? Effects of UMTS exposure on hippocampal longterm plasticity in the context of procedure related hormone release. med./bio.

[Elektromagnetische Feld-Wirkung oder einfach Stress? Wirkungen von UMTS-Exposition auf hippokampale Langzeit-Plastizität im Rahmen der mit dem Versuch zusammenhängenden Hormon-Ausschüttung].

Veröffentlicht in: PLoS One 2011; 6 (5): e19437

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen UMTS-Feldern auf das Gesamthirn von exponierten männlichen Ratten untersucht werden, um die möglichen Einflüsse auf die Ausschüttung von Stress-Hormonen und auf die vom Hippokampus-abgeleitete synaptische Langzeitpotenzierung und Langzeitdepression (als elektrophysiologische Kennzeichen für die Gedächtnis-Speicherung und Gedächtniskonsolidierung) zu bewerten.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 2 GHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 h

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 2 GHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 h
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau hexagonal double-cone waveguide placed above the six shielded exposure compartments; metal ribs with a gap of 6 mm between them fixed to the opposite walls of the inner and outer cone build into each compartment to concentrate the RF exposure; conic rat constrainers positioned inside the compartment so that the rat's brain was directly below the waveguide aperture
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 0,36 W - - - Eingangsleistung für SAR = 2 W/kg
Leistung 1,8 W - - - Eingangsleistung für SAR = 10 W/kg
SAR 2 W/kg - - Gehirn -
SAR 10 W/kg - - Gehirn -

Referenzartikel

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes Material:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Der Vergleich zu den Tieren aus der Käfigkontrolle deckte bei den exponierten und schein-exponierten Gruppen signifikant erhöhte Corticosteron- und ACTH-Gehalte auf, die mit allgemein verminderten exzitatorischen postsynaptischen Feldpotenzial-Abfällen und Amplituden der Langzeitpotenzierung und Langzeitdepression korrespondierten.
Tiere, die bei einem SAR-Wert von 2 W/kg exponiert wurden, unterschieden sich in den Experimenten der Langzeitpotenzierung und Langzeitdepression nicht signifikant von der schein-exponierten Gruppe. Im Gegensatz dazu wurde bei dem SAR-Wert von 10 W/kg eine signifikante Verminderung der Langzeitpotenzierung und Langzeitdepression beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Wert von 2 W/kg keinen nachteiligen Einfluss auf die Langzeitpotenzierung und Langzeitdepression anzeigt, wohingegen 10 W/kg zu signifikanten Wirkungen auf die elektrophysiologischen Parameter führt, was klar vom Stress-Hintergrund (aufgrund der Immobilisierung) abgegrenzt werden kann.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine UMTS-Exposition mit einem SAR-Wert im Bereich von 2 W/kg nicht schädlich gegenüber kritischen Markern der Gedächtnis-Speicherung und Gedächtniskonsolidierung ist. Ein Einfluss von UMTS bei hohen Energie-Absorptions-Werten (10 W/kg, nicht-thermisch) kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Langzeitaktivitäts-abhängige synaptische Plastizität ein möglicher Angriffsort für die Wirkung elektromagnetischer Felder mit extrem hohen Energie-Absorptionsraten in männlicher adulten Wistar-Ratten sein könnte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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