Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Neuroprotective effects of extremely low-frequency electromagnetic fields on a Huntington's disease rat model: effects on neurotrophic factors and neuronal density. med./bio.

[Neuroprotektive Wirkungen extrem niederfrequenter elektromagnetischer Felder auf die Huntington-Krankheit im Ratten-Modell: Wirkungen auf neurotrophische Faktoren und neuronale Dichte].

Veröffentlicht in: Neuroscience 2012; 209: 54-63

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte die Wirkung einer chronischen Exposition des Kopfes von Ratten bei einem 60 Hz-Magnetfeld auf das Gehirn und die Symptome von Chorea Huntington im Hinblick auf einen möglichen therapeutischen Nutzen untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Chorea Huntington ist eine Erb-Krankheit, bei welcher das Striatum fortschreitend durch ein fehlerhaftes Protein zerstört wird. In diesem Experiment wurde die Krankheit durch die Verabreichung von 3-Nitropropion-Säure simuliert, da es ein verbreitetes Modell mit vergleichbarer Schädigung des Gehirns und ähnlichen Symptomen darstellt.
48 Ratten wurden gleichmäßig auf die folgenden sechs Gruppen aufgeteilt (n=8): 1) Käfig-Kontrolle, 2) Schein-Exposition, 3) Exposition bei dem Magnetfeld, 4) Verabreichung von 3-Nitropropion-Säure, 5) Verabreichung von 3-Nitropropion-Säure und anschließende Schein-Exposition und 6) Verabreichung von 3-Nitropropion-Säure und anschließende Exposition bei dem Magnetfeld. Alle Ratten wurden anschließend Verhaltens-Tests unterzogen und schließlich getötet, um die Gehirne zu entnehmen.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 60 Hz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 x 2 h/Tag (morgens und nachmittags) für 21 Tage

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 60 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 x 2 h/Tag (morgens und nachmittags) für 21 Tage
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Abstand zw. exponiertem Objekt und Expositionsquelle 6 cm
Kammer animals were placed in cylindrical plastic cages (10.5 x 10.5 x 3.5 cm) designed to keep them immobile during the exposure of their heads
Aufbau pair of Helmholtz coils consisting of 1000 turns of 7 cm diameter enameled copper wire; coils placed above and under the rat's head; rat placed in a cylindrical plastic cage to keep it immobile during exposure
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 0,7 mT - - - -

Referenzartikel

  • Feria-Velasco A et al. (1998): Neuronal differentiation of chromaffin cells in vitro, induced by extremely low frequency magnetic fields or nerve growth factor: a histological and ultrastructural comparative study.
  • Drucker-Colin R et al. (1994): Comparison between low frequency magnetic field stimulation and nerve growth factor treatment of cultured chromaffin cells, on neurite growth, noradrenaline release, excitable properties, and grafting in nigrostriatal lesioned rats.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • während der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Schein-Exposition zeigte keinerlei Wirkung im gesamten Experiment, was bedeutet, dass keinerlei signifikante Unterschiede in allen Parametern zwischen den Gruppen 1 und 2 und den Gruppen 4 und 5 gefunden werden konnten. Gruppe 3 wies signifikant höhere Gehalte an neurotrophen Faktoren im Vergleich zur Kontrolle auf, was als Stimulation des neuronalen Wachstums gedeutet wurde. Gruppe 4 zeigte signifikante Unterschiede in allen gemessenen Parametern verglichen mit der Kontrolle, was oxidativen Stress, Zellschädigungen, neuronalen Rückgang und Veränderungen im Verhalten beinhaltete. Gruppe 6 zeigte schließlich signifikante Unterschiede in allen Parametern im Vergleich zu Gruppe 4 und zwar mit einem deutlichen Trend zur Abschwächung der Wirkungen der 3-Nitropropion-Säure und einer Annäherung an die Werte der Kontrolle.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine Exposition des Kopfes von Ratten bei einem 60 Hz-Magnetfeld mit 0,7 mT durch 3-Nitropropion-Säure Schädigungen des Hirns reduzieren kann und damit ein potenzieller Nutzen als therapeutisches Mittel gezeigt ist.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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