Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Effect of mobile phone radiation on pentylenetetrazole-induced seizure threshold in mice. med./bio.

[Wirkung von Handy-Befeldung auf Pentetrazol-induzierte Anfalls-Schwellenwerte bei Mäusen].

Veröffentlicht in: Iran J Basic Med Sci 2016; 19 (7): 800-803

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen einer akuten und chronischen Exposition von Mäusen bei einem 900-950 MHz elektromagnetischen Feld (GSM) auf das Risiko für einen epileptischen Anfall untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Zum Hervorrufen epileptischer Anfälle im Tiermodell wurde Pentetrazol als intravenöse Infusion verwendet (5 mg/ml und 0,3 ml/min (Anmerkung EMF-Portal: oder 0,5 ml/min? widersprüchliche Angaben)). Jedes Tier wurde über die Infusions-Dauer beobachtet und die Dauer zwischen dem Beginn der Infusion und Einsetzen des Anfalls wurde aufgezeichnet und dann in die Schwellenwert-Dosis für einen Krampf umgerechnet (d.h. mg Arzneimittel pro kg Körpergewicht). Plötzliche, unwillkürliche Muskel-Zuckungen gefolgt von schnellen Krümmbewegungen des Kopfes oder Halses und/oder klonische Bewegungen der Vorderbeine wurden als Anzeichen eines klonischen Anfalls gewertet. Krampfhaftes Ausstrecken der Hinterbeine, eine extreme Steifheit der Vorderbeine sowie kaudal abgespreizte Hinterbeine wurden hingegen als Anzeichen eines tonischen Anfalls, d.h. eines Krampfanfalls, bei dem die betroffene Muskulatur dauerhaft stark angespannt ist, gewertet.
Männliche Mäuse wurden in 7 Gruppen (mit mindestens n=8 Tieren pro Gruppe) eingeteilt: 1) akute Exposition für 30 Minuten, 2) akute Exposition für 60 Minuten, 3) akute Exposition für 90 Minuten, 4) chronische Exposition für 30 Minuten pro Tag für 30 Tage, 5) chronische Exposition für 60 Minuten pro Tag für 30 Tage, 6) chronische Exposition für 90 Minuten pro Tag für 30 Tage, 7) Kontrollgruppe (Anmerkung EMF-Portal: Die Behandlung der Kontrollgruppe und die zeitliche Abfolge der Expositionen und epileptischen Anfälle bleiben unklar).

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900–950 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 30 Minuten
-
Exposition 2: 900–950 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 60 Minuten
-
Exposition 3: 900–950 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 90 Minuten
-
Exposition 4: 900–950 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: intermittierend für 30 Minuten/Tag für 30 Tage
-
Exposition 5: 900–950 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: intermittierend für 60 Minuten/Tag für 30 Tage
-
Exposition 6: 900–950 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: intermittierend für 90 Minuten/Tag für 30 Tage
-

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–950 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 30 Minuten
Zusatzinfo akute Exposition
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer plastic cages (45 cm diameter, 11 cm height) (remark EMF-Portal: it is not clear how many animals were exposed simultaneously)
Aufbau cell phone in answering mode was positioned in a way that the maximum distance to the animals was about 10 cm
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–950 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 60 Minuten
Zusatzinfo akute Exposition
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exposition 3

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–950 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 90 Minuten
Zusatzinfo akute Exposition
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exposition 4

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–950 MHz
Typ
Expositionsdauer intermittierend für 30 Minuten/Tag für 30 Tage
Zusatzinfo chronische Exposition
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exposition 5

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–950 MHz
Typ
Expositionsdauer intermittierend für 60 Minuten/Tag für 30 Tage
Zusatzinfo chronische Exposition
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exposition 6

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–950 MHz
Typ
Expositionsdauer intermittierend für 90 Minuten/Tag für 30 Tage
Zusatzinfo chronische Exposition
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Referenzartikel

  • Lopez-Martin E et al. (2009): The action of pulse-modulated GSM radiation increases regional changes in brain activity and c-Fos expression in cortical and subcortical areas in a rat model of picrotoxin-induced seizure proneness.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Tiere, die chronisch bei dem elektromagnetischen Feld exponiert waren (Gruppen 4-6), zeigten signifikant niedrigere Schwellenwert-Dosen für tonische und klonische Krämpfe im Vergleich zur Kontrollgruppe und eine Exposition für 60 und 90 Minuten pro Tag (Gruppen 5 und 6) zeigte signifikant niedrigere Werte als eine Exposition für 30 Minuten pro Tag (Gruppe 4).
Tiere mit einer akuten Exposition bei dem elektromagnetischen Feld (Gruppen 1-3) zeigten keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine chronische Exposition von Mäusen bei einem 900-950 MHz elektromagnetischen Feld (GSM) das Risiko für einen epileptischen Anfall erhöhen könnte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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