Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Mobile phone use, behavioural problems and concentration capacity in adolescents: A prospective study. epidem.

[Mobiltelefon-Nutzung, Verhaltens-Probleme und Konzentrations-Vermögen bei Jugendlichen: eine prospektive Studie].

Veröffentlicht in: Int J Hyg Environ Health 2016; 219 (8): 759-769

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer in der Schweiz durchgeführten prospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, ob Verhaltens-Probleme und Konzentrations-Vermögen bei Jugendlichen durch die Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobiltelefonen und drahtlosen Kommunikationsgeräten beeinflusst werden.

Weitere Details

Die Verhaltens-Probleme der Jugendlichen wurden mit einem Fragebogen (Strengths and Difficulties Questionnaire) abgeschätzt, der von den Jugendlichen und ihren Eltern ausgefüllt wurde. Zur Bestimmung des Konzentrations-Vermögen wurde der standardisierte Kognitions-Test FAKT-II (Frankfurter Adaptiver Konzentrationsleistungs-Test-II) eingesetzt.
Es wurden drei Analysen durchgeführt: 1) eine Querschnitts-Analyse mit dem kombinierten Datensatz der Studienbeginn- und Follow-up-Daten für die Expositions-Variablen und Endpunkte, 2) eine Langzeit-Analyse, um zu untersuchen, ob nach der kumulierten Exposition eine Änderung bei den Endpunkten auftritt und 3) eine Querschnitts-Analyse der Endpunkte im Follow-up in der Untergruppe mit persönlichen Messungen.
Weitere Ergebnisse der HERMES-Studie (Health Effects Related to Mobile phonE use in adolescentS) wurden zum Wohlbefinden in der Nähe von Mobilfunkbasisstationen von Schoeni et al. (2016), zur Gedächtnis-Leistung von Schoeni et al. (2015) und zu körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit Mobiltelefon-Nutzung von Schoeni et al. (2016) veröffentlicht.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:

Exposition

Abschätzung

Population

Studiengröße

Typ Wert
Teilnehmerzahl 439
Teilnehmerrate 37 %
Sonstiges:

Follow-up: 425 Teilnehmer

Statistische Analysemethode: ( Anpassung: )

Schlussfolgerung (lt. Autor)

In den Querschnitts-Analysen wurde ein Zusammenhang zwischen Verhaltens-Problemen bei Jugendlichen und der selbstberichteten Nutzung verschiedener Mobilfunk-Geräte sowie verschiedenen Expositions-Variablen gefunden, es wurde jedoch kein Zusammenhang mit der Nutzung nach Angaben der Netzbetreiber beobachtet. Das Konzentrations-Vermögen bei den Jugendlichen hing mit mehreren selbstberichteten und auf Angaben der Netzbetreiber beruhenden Expositions-Variablen zusammen. Die Längsschnitt-Analysen zeigten keinen Zusammenhang auf.
Die Autoren schlussfolgern, dass die Ergebnisse der Längsschnittsstudie daraufhin deuten, dass die Verhaltens-Probleme und das Konzentrations-Vermögen bei Jugendlichen nicht durch die Nutzung von Mobilfunk-Geräten oder durch die Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern beeinflusst werden. Informationsbias und umgekehrte Kausalität sind die möglichen Erklärungen für die beobachteten Ergebnisse in den Querschnitts-Analysen.

Studie gefördert durch

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