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Der Dialog in der Risikokommunikation

Im Kommunikationsprozess müssen die wissenschaftlichen Ergebnisse zu gesundheitlichen Risiken klar und verständlich aufbereitet werden, um damit eine Wissensgrundlage bei den Bürgern, Politikern, Entscheidungsträgern und Medienvertretern zu schaffen. Diese Vermittlung der Fakten sollte offen und sachlich in einem frühzeitigen Stadium erfolgen, um bei den Bürgern Akzeptanz zu erreichen. Vonseiten staatlicher Behörden sollten Informationen zu Grenzwerten (Grenzwerte) und Sicherheitsbestimmungen sowie zum Nutzen des Vorhabens oder der Einführung einer neuen Technologie für das Gemeinwohl vermittelt werden. Dadurch kann Vertrauen bei den Bürgern gebildet werden. Im Prozess der Akzeptanzgewinnung bei den Bürgern sind die Offenheit und Neutralität der staatlichen Institutionen und der informierenden Stellen wichtige vertrauensbildende Faktoren.

Bei der Wissensvermittlung besteht das Problem darin, die komplexen Sachverhalte aus wissenschaftlichen Publikationen so aufzubereiten, dass sie für die Bürger verständlich sind, sowie die Ergebnisse vollständig, auch in ihrer Widersprüchlichkeit, zu präsentieren. Dabei kann die Ungewissheit und Widersprüchlichkeit der Ergebnisse bei den Bürgern dazu führen, dass ein Risiko stärker wahrgenommen wird. Wichtig ist auch, die Ergebnisse aller relevanten Studien vorzulegen, auch wenn die Qualität einer Studie möglicherweise fragwürdig ist. Sonst kann die Unabhängigkeit und Neutralität der Wissenschaftler angezweifelt werden. Es sollte aber sowohl auf die Qualitätsmerkmale als auch auf die Qualitätsmängel der jeweiligen Studie hingewiesen werden.

(Quelle: WHO)