Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

The developmental effects of extremely low frequency electric fields on visual and somatosensory evoked potentials in adult rats. med./bio.

[Die Entwicklungs-spezifischen Wirkungen von extrem niederfrequenten elektrischen Feldern auf visuell und somatosensorisch evozierte Potenziale bei erwachsenen Ratten].

Veröffentlicht in: Electromagn Biol Med 2016; 35 (1): 65-74

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen einer pränatalen und/oder postnatalen Exposition von Ratten bei einem 50 Hz-elektrischen Feld auf evozierte Potenziale und Lipidperoxidation im Gehirn und in der Netzhaut untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Trächtige Ratten wurden in vier Gruppen eingeteilt: 1) pränatale Exposition bei dem elektrischen Feld und postnatale Schein-Exposition, 2) pränatale Schein-Exposition und postnatale Exposition, 3) pränatale und postnatale Exposition und 4) nur Schein-Exposition (Kontrollgruppe). Nach 22 Tagen wurden die Jungtiere von ihren Müttern getrennt und nach weiteren 68 Tage wurden sie getötet und untersucht. Jede Gruppe enthielt 10 weibliche Ratten von 10 Muttertieren.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 50 Hz
Expositionsdauer: täglich für 1 Stunde/Tag während der Trächtigkeit
Exposition 2: 50 Hz
Expositionsdauer: täglich für 1 Stunde/Tag für 90 Tage nach der Geburt
Exposition 3: 50 Hz
Expositionsdauer: täglich für 1 Stunde/Tag während der Trächtigkeit und für 90 Tage nach der Geburt

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Expositionsdauer täglich für 1 Stunde/Tag während der Trächtigkeit
Zusatzinfo pränatale Exposition
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • parallel plate capacitor
Kammer plastic cage (42.5 cm x 26.5 cm x 18.5 cm)
Aufbau plate capacitor consisted of parallel copper plates (50 x 80 cm) plated with zinc (2 mm thickness); in order to produce uniform field, the comers of parallel plates were rounded; plates were placed upright on wooden stands and positioned parallel to each other at 50 cm distance; cables were connected to the center of the plates on their outer surfaces to preserve field homogeneity; the plastic cage was placed in the center between the two plates at equal distance; four animals in one cage were exposed at one time and could move freely
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
elektrische Feldstärke 11,7 kV/m Minimum gemessen - -
elektrische Feldstärke 11,89 kV/m Maximum gemessen - -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Expositionsdauer täglich für 1 Stunde/Tag für 90 Tage nach der Geburt
Zusatzinfo postnatale Exposition
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
elektrische Feldstärke 11,7 kV/m Minimum gemessen - -
elektrische Feldstärke 11,89 kV/m Maximum gemessen - -

Exposition 3

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Expositionsdauer täglich für 1 Stunde/Tag während der Trächtigkeit und für 90 Tage nach der Geburt
Zusatzinfo pränatale und postnatale Exposition
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
elektrische Feldstärke 11,7 kV/m Minimum gemessen - -
elektrische Feldstärke 11,89 kV/m Maximum gemessen - -

Referenzartikel

  • Aydin MA et al. (2006): The influence of continuous exposure to 50 Hz electric field on nerve regeneration in a rat peroneal nerve crush injury model.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Latenzzeiten aller visuell evozierten Potenzial-Komponenten waren in allen Expositions-Gruppen (Gruppen 1-3) im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verlängert. Es wurden keine Unterschiede bei den Amplituden zwischen den Gruppen gefunden.
Bei den somatosensorisch evozierten Potenzialen waren alle Potenzial-Komponenten der Gruppe 3 (pränatale und postnatale Exposition), 3 Komponenten der Gruppe 2 (postnatale Exposition) und 2 Komponenten der Gruppe 1 (pränatale Exposition) im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verlängert. Zudem zeigte Gruppe 3 im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöhte Spitze-Spitze-Werte bei den Amplituden der Potenzial-Komponenten.
Die Lipidperoxidation im Gehirn war in den Gruppen 1 und 2 im Vergleich zu der Kontrollgruppe signifikant erhöht. In der Retina war die Lipidperoxidation in allen Expositions-Gruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöht.
Es wurden keine Unterschiede bei der allgemeinen Gesundheit und beim Körpergewicht zwischen Tieren aller Gruppen gefunden.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine pränatale und/oder postnatale Exposition von Ratten bei einem 50 Hz-elektrischen Feld evozierte Potenziale beeinflussen könnte, und dass Lipidperoxidation im Gehirn und in der Netzhaut damit in einem Zusammenhang stehen könnte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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