Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Mobile telephone use effects on perception of verticality. med./bio.

[Wirkungen von Handy-Nutzung auf die Wahrnehmung von Vertikalität].

Veröffentlicht in: Bioelectromagnetics 2015; 36 (1): 27-34

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Auswirkungen einer akuten Exposition des Ohres menschlicher Probanden bei einem 882 MHz-elektromagnetischen Feld eines Mobiltelefons auf die Schwerkraftwahrnehmung untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Im ersten Teil-Experiment wurden elektrosensible Personen (Fall-Gruppe, n=9) mit Personen ohne subjektive Beschwerden verglichen (Kontrolle, n=21). Alle Probanden wurden zuerst ohne Exposition getestet, um die Basislinie zu ermitteln. Anschließend wurde jeder Proband in zufälliger Reihenfolge bei einem kontinuierlichen Signal (CW), einem gepulsten Signal (GSM) und bei Schein-Exposition jeweils durch abwechselnde Befestigung eines Handys am rechten und linken Ohr exponiert (insgesamt also 6 Expositionen). Dieser Teil der Studie wurde am selben Tag, mit denselben Probanden und Expositions-Bedingungen wie die Versuche von Bamiou et al. 2008 durchgeführt. Die Ergebnisse des ersten Teil-Experiments deuteten auf eine Wirkung des reinen Gewichts des Mobiltelefons auf die Schwerkraftwahrnehmung hin. Dies wurde in einem zweiten Teil-Experiment ausschließlich beschwerdefreie Personen (n=18) mit einem abgeschalteten Handy überprüft.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 882 Hz
Modulationsart: CW
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 x 30 Minuten (30 Minuten pro Ohr)
  • SAR: 1,3 W/kg Maximum (10 g) (bei Antenne, ± 30%)
  • SAR: 0,3 W/kg s. Bemerkungen (10 g) (am Handy-Gehäuse)
Exposition 2: 882 Hz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 x 30 Minuten (30 Minuten pro Ohr)
  • SAR: 0,3 W/kg s. Bemerkungen (10 g) (typischer Wert am Handy-Gehäuse)
  • SAR: 1,3 W/kg Maximum (10 g) (bei Antenne, ± 30%)

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 882 Hz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 x 30 Minuten (30 Minuten pro Ohr)
Modulation
Modulationsart CW
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer probands were seated on a chair with chin rest in a dark room in front of the test display
Aufbau exposure system consisted of a headband mounted mobile phone that could emit GSM-modulated signals (GSM-mode) and signals without modulation (continuous signal) with the same mean power and heating of less than 1°C in each mode; mobile phone could be adjusted in either right- or left-handed positions against the head in a geometry simulating a call
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 1,3 W/kg Maximum gemessen 10 g bei Antenne, ± 30%
SAR 0,3 W/kg s. Bemerkungen gemessen 10 g am Handy-Gehäuse

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 882 Hz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 x 30 Minuten (30 Minuten pro Ohr)
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 0,3 W/kg s. Bemerkungen gemessen 10 g typischer Wert am Handy-Gehäuse
SAR 1,3 W/kg Maximum gemessen 10 g bei Antenne, ± 30%

Referenzartikel

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • während der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Im ersten Teil-Experiment konnten weder zwischen der Kontrolle und der Fall-Gruppe (elektrosensible Probanden) unter den verschiedenen Expositions-Bedingungen, noch innerhalb der Gruppen zwischen den verschiedenen Expositions-Bedingungen und der Basislinie signifikante Unterschiede gefunden werden. Allerdings zeigte sich in allen Gruppen und unter allen Expositions-Bedingungen eine signifikante Abweichung von der Basislinie in Abhängigkeit von der Trageseite des Handys. Im zweiten Teil-Experiment wurde die signifikante Auswirkung der Trageseite des Handys auf das Testergebnis bestätigt.
Die Autoren schlussfolgern, dass die Exposition des Ohres bei einem 882 MHz-elektromagnetischen Feld eines Mobiltelefons vermutlich keine Auswirkungen auf die Schwerkraftwahrnehmung hat. Jedoch kann das Gewicht des Handys, welches im Versuch jeweils auf einer Seite des Kopfes befestigt wurde, die Wahrnehmung der Vertikalität beeinflussen.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

Themenverwandte Artikel