Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Biologische Wirkung gepulster und kontinuierlicher Höchstfrequenz-(Mikrowellen-)Strahlung auf das Innenohr. med./bio.

[Biological effect of pulsed and continuous maximum-frequency (microwave) radiation on the inner ear].

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Deutschland
2004, Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin FB1019: 1-64

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die biologischen Wirkung von Hochfrequenz-Befeldung durch GSM-Handys auf das Innenohr mit seinen Sensoren des vestibulären sowie des auditorischen Systems untersucht werden.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 889,6 MHz
Modulationsart: CW
Expositionsdauer: kontinuierlich für etwa 1, 2 oder 3 min pro Ohr je nach Untersuchung
Exposition 2: 889,6 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für etwa 1, 2 oder 3 min pro Ohr je nach Untersuchung
Exposition 3: 889,6 MHz
Modulationsart: CW
Expositionsdauer: kontinuierlich für 14, 16, 18, 22 oder 23 min je nach Material
Exposition 4: 889,6 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 15, 16, 18 oder 31 min je nach Material

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 889,6 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für etwa 1, 2 oder 3 min pro Ohr je nach Untersuchung
Modulation
Modulationsart CW
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau The exposure setup for test persons consisted of two mobile phones that were prepared for external feeding from a signal generator and a broadband power amplifier via a coaxial cable with additional shield surface wave suppression. The mobile phones were attached to adjustable non-conductive holders mounted on a chair for test persons. The phone on the examined side was activated by a coaxial relay.
Zusatzinfo SAR and penetration were measured according to ES 59006 (CENELEC 1998) with the aid of flat and real size head phantoms and the phone in the "intended use position". The highest SAR value was detected at the root point of the antenna.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 255 mW Mittelwert gemessen - -
SAR 1,25 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 1 g -
SAR 0,77 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 10 g -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 889,6 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für etwa 1, 2 oder 3 min pro Ohr je nach Untersuchung
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 576 µs
Tastgrad 12,5 %
Folgefrequenz 217 Hz
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2,2 W Spitzenwert gemessen - -
Leistung 255 mW Mittelwert gemessen - -
SAR 1,25 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 1 g -
SAR 0,77 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 10 g -

Exposition 3

Hauptcharakteristika
Frequenz 889,6 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 14, 16, 18, 22 oder 23 min je nach Material
Modulation
Modulationsart CW
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau For the exposure of samples during thermography a mobile phone was positioned horizontally at a distance of 3 cm parallel to the edge of the wooden worktop of a trolley. Samples were placed in a dish of Piacryl (with walls of 2 mm), the bottom of which was 5 mm apart from the casing and (according to the shape) farther from the antenna of the mobile phone.
Zusatzinfo Measurements were made with the mobile phone alone, with an absorbing foil, with animal tissue (sausage slice), and with pars petrosa of the human temporal bone (dry and wet).
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 255 mW Mittelwert gemessen - -
SAR 1,25 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 1 g -
SAR 0,77 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 10 g -

Exposition 4

Hauptcharakteristika
Frequenz 889,6 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 15, 16, 18 oder 31 min je nach Material
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 576 µs
Tastgrad 12,5 %
Folgefrequenz 217 Hz
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • same setup as in E3
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2,2 W Spitzenwert gemessen - -
Leistung 255 mW Mittelwert gemessen - -
SAR 1,25 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 1 g -
SAR 0,77 W/kg Mittelwert über Masse gemessen 10 g -

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • während der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die thermographischen Untersuchungen an verschiedenen Modell-Materialien und am menschlichen Schläfenbein-Präparat lassen den Schluss zu, dass durch das Handy keine Temperatur-Erhöhungen induziert werden, die zu einem relevanten Stimulus für das Hör- sowie Gleichgewichtssystem führen.
Video-nystagmographische Ableitungen unter elektromagnetischer Feld-Exposition ergeben sowohl für das gepulste als auch das kontinuierliche Hochfrequenz-Feld keine Hinweise auf vestibuläre Reaktionen, ausgelöst durch die elektromagnetische Feld-Exposition.
Die an 24 Ohren (12 Testpersonen) durchgeführte Hirnstamm-Audiometrie unter elektromagnetischer Feld-Exposition zeigt im Vergleich zur Ableitung ohne elektromagnetisches Feld keine Änderungen der untersuchten Parameter, d.h. Absolut-Latenz der Wellen I, III, V sowie Interpeaklatenz zwischen den Wellen I und V.
Die abgeleiteten Verzerrungsprodukte otoakustischer Emissionen (DPOAE) an 20 Ohren (10 Testpersonen) geben im Vergleich der drei Messsituationen "vor elektromagnetischer Feld-Exposition", "gepulste elektromagnetische Feld-Exposition" und "kontinuierliche elektromagnetische Feld-Exposition" für keine Testperson einen Hinweis auf mögliche Einflüsse des hochfrequenten elektromagnetischen Feldes auf das Spektrum oder die Pegel der otoakustischen Emissionen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die im Handy-Betrieb auftretenden elektromagnetischen Felder keine Wirkung auf das Innenohr und das Hörsystem bis zum Colliculus inferior im Hirnstamm sowie auf die vestibulären Rezeptoren im Innenohr und das vestibuläre System haben.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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