Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Wirkung elektromagnetischer Felder des GSM-Mobilfunksystems auf auditives und vestibuläres Labyrinth und Hirnstamm. med./bio.

[Effects of Electromagnetic Fields Emitted by Cellular Phone on Auditory and Vestibular Labyrinth].

Veröffentlicht in: Laryngorhinootologie 2007; 86 (4): 264-270

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten thermografische Messungen durchgeführt werden und die biologischen Wirkungen einer hochfrequenten Befeldung, erzeugt durch ein GSM-Mobiltelefon, auf das Innenohr mit seinen Sensoren des vestibulären sowie des auditorischen Systems untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Die thermographischen Messungen wurden an verschiedenen Modell-Materialien und am Schläfenbein-Präparat vorgenommen.
Video-nystagmografische Ableitungen wurden mit 13 Personen, die Hirnstamm-Audiometrie wurde an 24 Ohren sowie die Ableitung des Verzerrungsproduktes otoakustischer Emissionen (DPOAE) an 20 Ohren durchgeführt.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 889,6 MHz
Modulationsart: gepulst, CW
Expositionsdauer: wiederholte Exposition für etwa 2 oder 9 min pro Ohr, je nach Untersuchung, mit 3 min Pause zwischen den Aufzeichnungen
Exposition 2: 889,6 MHz
Modulationsart: gepulst, CW
Expositionsdauer: kontinuierlich für etwa15 min

Allgemeine Informationen

All tests were performed without and with CW and pulsed RF signals in various orders depending on the examination.

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 889,6 MHz
Typ
Expositionsdauer wiederholte Exposition für etwa 2 oder 9 min pro Ohr, je nach Untersuchung, mit 3 min Pause zwischen den Aufzeichnungen
Modulation
Modulationsart gepulst, CW
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau The exposure setup for test subjects consisted of two mobile phones that were prepared for external feeding from a signal generator and a broadband power amplifier via a coaxial cable with additional shield surface wave suppression. The mobile phones were attached to adjustable plastic holders mounted on a chair for test subjects. The phone on the examined side was activated by a coaxial relay.
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2,2 W Spitzenwert gemessen - -
Leistung 255 mW Mittelwert gemessen - -
SAR 1,9 mW/g Mittelwert über Masse gemessen 1 g unter der Haut
SAR 1,93 mW/g Mittelwert über Masse gemessen 1 g in 18 mm Tiefe

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 889,6 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für etwa15 min
Modulation
Modulationsart gepulst, CW
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau For the exposure of samples during thermography, a mobile phone was positioned horizontally at a distance of 3 cm parallel to the edge of the wooden worktop of a trolley. Samples were placed in a dish of Piacryl (with walls of 2 mm), the bottom of which was 5 mm apart from the casing and (according to the shape) farther from the antenna of the mobile phone.
Zusatzinfo Measurements were made with the mobile phone alone, with a 2-mm absorbing foil, with 2-mm animal tissue (sausage slice), and with pars petrosa of the human temporal bone (dry and wet) cut at about 18 mm depth and positioned with the outer auditory canal above the loudspeaker.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2,2 W Spitzenwert gemessen - -
Leistung 255 mW Mittelwert gemessen - -
SAR 1,9 mW/g Mittelwert über Masse gemessen 1 g unter der Haut
SAR 1,93 mW/g Mittelwert über Masse gemessen 1 g in 18 mm Tiefe

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • während der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die thermographischen Messungen deuten darauf hin, dass durch das Handy keine Temperatur-Erhöhungen induziert werden, die zu einem relevanten Stimulus für das auditorische sowie vestibuläre System führen.
Die video-nystagmografischen Ableitungen ergaben keine Hinweise auf durch das elektromagnetische Feld ausgelöste vestibuläre Reaktionen. Die Hirnstamm-Audiometrie unter Exposition zeigte im Vergleich zur Ableitung ohne das elektromagnetische Feld keine Änderungen. Die abgeleiteten Verzerrungsprodukte otoakustischer Emissionen gaben für keinen Probanden einen Hinweis auf mögliche Einflüsse des hochfrequenten Feldes.
Die Ergebnisse zeigen, dass die im Handy-Betrieb auftretenden elektromagnetischen Felder zeitgleich keine Wirkung auf das Innenohr und das Hörsystem bis zum Colliculus Inferior im Hirnstamm sowie auf die vestibulären Rezeptoren im Innenohr und das vestibuläre System haben.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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