Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Effect of electromagnetic fields emitted by cellular phones on the latency of evoked electrodermal activity. med./bio.

[Wirkung elektromagnetischer Felder von Mobiltelefonen auf die Latenz evozierter elektrodermaler Aktivität].

Veröffentlicht in: Int J Neurosci 2006; 116 (3): 321-329

Ziel der Studie (lt. Autor)

Untersucht werden sollte die Wirkung elektromagnetischer Felder, ausgesendet von Handys, auf die evozierte neuronale Aktivität des Zentralnervensystems, das mit der Erzeugung der elektrodermalen Aktivität (ein Index der Aktivität des Sympathikus) verbunden ist. Außerdem sollte die Eignung der elektrodermalen Aktivität zur Abschätzung von Handy-Wirkungen auf das Zentralnervensystem untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Elektrodermale Aktivität ist ein allgemeiner Begriff für alle elektrischen Erscheinungen der Haut und resultiert aus der exokrinen Schweißdrüsen-Aktivität, gesteuert durch cholinerge Neuronen des Sympathikus.
Patellarsehnen-Stimulation (links oder rechts, um die Wirkung der Gehirn-Asymmetrie zu untersuchen) wurde verwendet, um die Zentralnervensystem-Region (EDA-2) zu aktivieren, die für die Erzeugung der elektrodermalen Aktivität verantwortlich ist. Die Elektroden-Anordnungen der hohlhandseitigen Regionen beider Hände wurden genutzt, um die evozierte bilaterale elektrodermale Aktivität zu messen.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 5 min
-

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 5 min
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer The subjects in a quiet room remained relaxed in the supine position with their eyes closed.
Aufbau Two identical mobile phones were held close to the ear but not touching the subject's head by an adjustable support. Both phones were powered in standby mode except for planned EMF application. Alert type for the incoming calls was set to quiet mode so that the subjects were unaware whether a call was incoming or not. Common ringing call for five minutes was used.
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Zusatzinfo Only one of the phones was activated in quiet call mode. There were three different exposure conditions: sham, ipsilateral, and contralateral (to the brain site primarily activated by patellar tendon stimulation) under double-blind conditions.
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • während der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Unter Schein-Exposition war die Latenzzeit der Reaktion des Haut-Widerstands auf der rechten Seite bei rechtshändigen Antwortenden signifikant kürzer. Die Handy-Exposition beeinflusste nicht nur diese Asymmetrie, sie erhöhte auch die Latenzzeit der Reaktion des Haut-Widerstands um ungefähr 200 ms, unabhängig von der Kopf-Seite, an der das Handy genutzt wurde.
Da die Zentralnervensystem-Region, die EDA-2 umfasst, auch bei Aufgaben der motorischen Zeitsteuerung und Zeit-Abschätzung beteiligt ist, könnten verzögerte Reaktionen des neuronalen Netzwerks aufgrund der Handy-Exposition zu einer Erhöhung der Reaktionszeit bei Handy-Nutzern führen. Deswegen machen die Daten auf das potenzielle Risiko von Handys auf die Funktion des Zentralnervensystems aufmerksam und folglich auf eine mögliche Risiko-Erhöhung bei der Handy-verbundenen Gefährdung beim Fahren.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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