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Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

A Prospective Study of In-utero Exposure to Magnetic Fields and the Risk of Childhood Obesity.

[Eine prospektive Studie zur in utero-Exposition bei Magnetfeldern und dem Risiko von Fettleibigkeit bei Kindern].

Veröffentlicht in: Sci Rep 2012; 2: 540-1-540-6

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer prospektiven Kohortenstudie in den USA wurde untersucht, ob pränatale Exposition bei Magnetfeldern das Risiko für Fettleibigkeit bei Kindern erhöht.

Weitere Details

Die vorliegende Studie basiert auf der Kohortenstudie, die zur Untersuchung der Wirkung der Exposition bei elektromagnetischen Feldern auf das Risiko von Fehlgeburten bei schwangeren Frauen der Krankenkasse "Kaiser Permanente" im Zeitraum von 1996 bis 1998 durchgeführt wurde (Li et al 2002). Nach der Geburt wurden die Kinder bis zum Alter von 13 Jahren beobachtet, um Daten zum Wachstum mit durchschnittlich 33 Gewichtsmessungen pro Kind zu sammeln. Der Body-Mass-Index wurde berechnet, wenn Größe und Gewicht am selben Tag gemessen wurden. Körpergewicht war der primäre Messwert für Übergewicht/Fettsucht. Die Wachstumskurven des "Centers for Disease Control and Prevention (CDC)" der USA wurden verwendet, um die alterspezifischen Perzentile im Gewicht zu bestimmen. Das 97,5-Perzentil wurde als Grenze für Fettleibigkeit ausgewählt.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:
  • Prävalenz
(Odds Ratio)

Exposition

Abschätzung

  • Messung: 24 Stunden-Messung des Magnetfelds im Bereich von 40 bis 800 Hz alle 10 Sekunden

Expositionsgruppen

Referenzgruppe 1 mütterliche Exposition bei Magnetfeldern, 24-Stunden-Messung, < 90.Perzentil: ≤ 0,15 µT
Gruppe 2 mütterliche Exposition bei Magnetfeldern, 24-Stunden-Messung, 90.Perzentil: > 0,15 µT
Gruppe 3 mütterliche Exposition bei Magnetfeldern, 24-Stunden-Messung: > 0,15 - 0,25 µT
Gruppe 4 mütterliche Exposition bei Magnetfeldern, 24-Stunden-Messung: > 0,25 µT

Population

  • Gruppe:
    • Kinder in utero
  • Alter: 0–13 Jahre
  • Merkmale: Kinder, deren Mütter zwischen 1996 und 1998 schwanger waren
  • Beobachtungszeitraum: 1996 - August 2010
  • Studienort: USA (Gebiet von San Francisco)
  • Datenquelle: Kohorte der Krankenversicherung Kaiser Permanente, USA
  • Ausschlusskriterien: unzureichende englische Sprachkenntnisse

Studiengröße

Gesamtzahl 829
Anzahl auswertbar 733
Statistische Analysemethode:
  • logistische Regression
( Anpassung:
  • Alter
  • Geschlecht
  • Alter der Mutter, Bildung, BMI, Einkommen, Rauchen, Stillen, Diabetes; Kind: Obst/Gemüse-Verzehr, Fernsehen, Sport ua.
)

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Eine pränatale Exposition bei einem Magnetfeld von mehr als 0,15 µT stand im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit bei Kindern im Vergleich zu Kindern, die bei einem niedrigeren Magnetfeld (unter 0,15 µT) exponiert waren (OR 1,7; KI 1,01-2,84). Ähnliche, jedoch nicht signifikante Ergebnisse wurden bei Kindern mit berechnetem BMI beobachtet. Die Assoziation zwischen pränataler Exposition und Fettleibigkeit wies eine Dosis-Wirkungsbeziehung auf und war stärker bei Kindern, die bis zum Studienende beobachtet wurden. Der Zusammenhang bestand nur bei dauerhafter Fettleibigkeit, jedoch nicht bei vorübergehender Fettleibigkeit.
Die Autoren schlussfolgerten, dass die mütterliche Exposition bei einem Magnetfeld von mehr als 0,15 µT während der Schwangerschaft ein neuer und bisher unbekannter Faktor sein könnte, der zu der weltweiten Epidemie von Fettleibigkeit und Übergewicht im Kindesalter beträgt.

Einschränkungen (lt. Autor)

Die Exposition bei Magnetfeldern wurde nur einmal 24 Stunden lang gemessen.

Studie gefördert durch

  • California Public Health Foundation, USA

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