Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Heart rate variability (HRV) analysis in radio and TV broadcasting stations workers. epidem.

[Untersuchung der Herzfrequenzvariabilität bei Arbeitern an Rundfunk- und Fernseh-Sendeanlagen].

Veröffentlicht in: Int J Occup Med Environ Health 2012; 25 (4): 446-455

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer Fall-Kontroll-Studie in Polen wurde die Herzfrequenzvariabilität bei Arbeitern, die bei UHF (300-3000 MHz) und VHF (30-300 MHz) hochfrequenten elektromagnetischen Feldern exponiert waren, untersucht.

Weitere Details

Die Arbeiter wurden entsprechend ihrer individuellen Exposition in zwei Expositions-Gruppen eingeteilt: gering exponierte Gruppe (mittlere Gesamtdosis der elektrischen Feldstärke: 288 V²h/m² (UHF), 6570 V²h/m² (VHF), 6848 V²h/m² (UHF+VHF); Mittelwert: 0,1 V/m (UHF), 0,3 V/m (VHF), 0,3 V/m (UHF+VHF); Maximalwert: 5,3 V/m (UHF), 0,9 V/m (VHF), 7,9 V/m (UHF+VHF)) und stark exponierte Gruppe (mittlere Gesamtdosis der elektrischen Feldstärke: 130 130 V²h/m² (UHF), 640 583 V²h/m² (VHF), 771 200 V²h/m² (UHF+VHF); Mittelwert: 1,1 V/m (UHF), 2,5 V/m (VHF), 2,7 V/m (UHF+VHF); Maximalwert: 6,8 V/m (UHF), 15,2 V/m (VHF), 16,7 V/m (UHF+VHF)).

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (relatives Risiko (RR))

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 nicht-exponierte Arbeiter
Gruppe 2 gering exponierte Arbeiter
Gruppe 3 stark exponierte Arbeiter

Population

Fallgruppe

Kontrollgruppe

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Anzahl geeignet 71 42
Statistische Analysemethode: (Anpassung: )

Schlussfolgerung (lt. Autor)

36 (51%) der insgesamt 71 exponierten Arbeitern berichteten von Herz-Kreislauf-Symptomen wie Dyspnoe, Schmerzen oder Beschwerden in der Brust oder unregelmäßiger Herzschlag, während in der Kontrollgruppe 15 (29%) Arbeiter von ähnlichen Symptomen berichteten. Die Herzfrequenz war bei den exponierten Arbeitern höher als bei den nicht-exponierten Arbeitern. Die Standardabweichung der RR-Intervalle war signifikant niedriger in der schwach exponierten Gruppe (Mittelwert +/- Standardabweichung: 42,5 +/- 24,7 ms) im Vergleich zur Kontrollgruppe (62,9 +/- 53,5 ms). Das Risiko für eine erniedrigte Standardabweichung der RR-Intervalle war signifikant erhöht in der stark exponierten Gruppe (OR 2,36; p=0.023). Beide exponierten Gruppen wiesen signifikant höhere 'sehr niedrige' und 'niedrige' Frequenzen in den Leistungsspektren als die Kontrollgruppe auf. Die exponierten Gruppen waren durch die Dominanz des sympathischen Systems (Niederfrequenz-/Hochfrequenz-Verhältnis 1,3 +/- 0,35) gekennzeichnet.
Die Autoren schlussfolgerten, dass die Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern die neurovegetative Regulierung des Herz-Kreislauf-Systems beeinflussen könnte.

Studie gefördert durch

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