Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Influence of extremely low frequency magnetic fields on Ca(2+) signaling and double messenger system in mice hippocampus and reversal function of procyanidins extracted from lotus seedpod. med./bio.

[Der Einfluss von niederfrequenten Magnetfeldern auf den Ca(2+)-Signalweg und das doppelte Messenger-System im Hippocampus von Mäusen und die Umkehrfunktion von aus Lotus-Samenkapseln gewonnenen Procyanidinen].

Veröffentlicht in: Bioelectromagnetics 2017; 38 (6): 436-446

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen eines 50 Hz-Magnetfelds auf Calcium-Ionen-Signalwege im Hippocampus der Maus sowie die möglicherweise schützende Gabe von Procyanidinen aus Lotus untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Procyanidine sind sekundäre Pflanzenstoffe, denen eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung nachgesagt wird. Die Procyanidine wurden aus Samenhülsen der Lotuspflanze extrahiert.
Männliche Mäuse wurden in fünf Gruppen unterteilt (n=10 pro Gruppe): 1) Schein-Exposition + Salzlösung, 2) Magnetfeld-Exposition + Salzlösung, 3) Magnetfeld-Exposition + 30 mg Procyanidine pro kg Körpergewicht, 4) Magnetfeld-Exposition + 60 mg Procyanidine pro kg Körpergewicht und 5) Magnetfeld-Exposition + 90 mg Procyanidine pro kg Körpergewicht. Die Procyanidinlösung und die Salzlösung wurden täglich oral verabreicht. Die Verabreichung begann 15 Tage vor der Exposition/Schein-Exposition und wurde während der 4 Wochen Exposition/Schein-Exposition fortgeführt.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 50 Hz
Expositionsdauer: 4 Stunden/Tag an 28 aufeinanderfolgenden Tagen

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Expositionsdauer 4 Stunden/Tag an 28 aufeinanderfolgenden Tagen
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer Mäuse wurden in einer gut-belüfteten Box (14 cm x 10 cm x 12 cm (Länge, Breite, Höhe)) aus Acrylglas exponiert; Box wurde in der Mitte der Spulen platziert
Aufbau aus 1,0 mm isoliertem Draht wurde ein Paar Helmholtz-Spulen gebildet (32 cm interner Durchmesser, 36 cm externer Durchmesser, 3,5 cm Weite, 500 Umdrehungen pro Spule); Feld wurde in einer horizontalen Ebene generiert; Spulen wurden parallel geschaltet und die Wand der Acrylglas-Box wurde mit Wasser gefüllt, um die Spulen zu kühlen (maximale Temperatur mit Strom war 20 ± 2°C); Magnetfeld-Stärke konnte durch Einstellung der Spannung verändert werden; Magnetfeld-generierendes System wurde in einem Temperatur-kontrollierten Raum platziert (23 ± 2°C); es gab keine signifikanten Geräusche oder Vibrationen, die die Mäuse beeinträchtigen konnten
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Zusatzinfo Hintergrund AC-Magnetfeld ~ 30 µT
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 8 mT - gemessen - ± 0,09 mT

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Magnetfeld-exponierte Mäuse (Gruppe 2) zeigten im Vergleich zur Schein-Exposition (Gruppe 1) signifikant höhere Gehalte an PP2B, G-Protein, PKC beta II, PKA RIIb und PKA C alpha, während die Gehalte an BDNF, CaMK und PKC alpha signifikant reduziert waren. Die Gaben von Procyanidinen (Gruppen 3, 4, 5) resultierten in einer Abschwächung der Expositions-Wirkungen, häufig sogar bis zu einem nicht-signifikanten Unterschied zwischen Gruppe 5 (Exposition + 90 mg Procyanidine pro kg Körpergewicht) und der Kontrolle (Gruppe 1).
Bemerkung EMF-Portal: Die im Abstract erwähnte Erhöhung der Ca2+-Konzentration ist aus einer früheren Studie der Arbeitsgruppe entnommen (Duan et al., 2014).
Die Autoren schlussfolgern, dass die Exposition von Mäusen bei einem 50 Hz-Magnetfeld die Ca2+-Signalwege beeinflusst und dass Procyanidine, extrahiert aus Lotus-Samenhülsen, diese Expositions-bedingte Wirkung abschwächen könnten.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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