Studientyp: Epidemiologische Studie

Receipt of Electroconvulsive Therapy and Subsequent Development of Amyotrophic Lateral Sclerosis: A Cohort Study epidem.

[Elektrokrampf-Therapie und die anschließende Entwicklung von amyotropher Lateralsklerose: Eine Kohortenstudie]

Veröffentlicht in: Bioelectromagnetics 2022; 43 (2): 81-89

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer in den USA durchgeführten Kohortenstudie wurde der mögliche Zusammenhang zwischen der Anwendung von Elektrokrampf-Therapie und der Entwicklung von amyotropher Lateralsklerose untersucht.

Weitere Details

Die Exposition bei niederfrequenten Magnetfeldern und Stromschlägen sowie das Arbeiten in "Elektroberufen" wurden seit den 1980er-Jahren als potenzielle berufliche Risikofaktoren für die Entwicklung von amyotropher Lateralsklerose untersucht. Es wurde vermutet, dass die Exposition durch Stromschläge in diesen Elektroberufen, jedoch nicht die Exposition bei niederfrequenten Magnetfeldern, der kausale Faktor für die Entwicklung von amyotropher Lateralsklerose sein könnte. In der Arbeitswelt ist es schwierig, Expositions-Szenarien für Stromschläge und niederfrequente Magnetfelder voneinander zu trennen, weil sie oft gemeinsam auftreten. Dadurch wird eine separate Bewertung der Wirkungen der beiden Expositionen erschwert.
Bei der Elektrokrampf-Therapie, die häufig zur Behandlung von verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen angewendet wird, findet eine gut dokumentierte Exposition in einer medizinischen Umgebung ohne wesentliche Exposition bei niederfrequenten Magnetfeldern statt. Dies bietet eine einzigartige Gelegenheit, die mögliche Rolle von Stromschlägen bei der Entwicklung von amyotropher Lateralsklerose in einer kontrollierten und gut dokumentierten klinischen Umgebung ohne die störende Wirkung von niederfrequenten Magnetfeldern zu untersuchen.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Exposition

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 Elektrokrampf-Therapie-Anwendungen: nein
Gruppe 2 Elektrokrampf-Therapie-Anwendungen: ja
Referenzgruppe 3 Anzahl an Elektrokrampf-Therapie-Anwendungen: 0
Gruppe 4 Anzahl an Elektrokrampf-Therapie-Anwendungen: 1 - 10
Gruppe 5 Anzahl an Elektrokrampf-Therapie-Anwendungen: > 11

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 1.226.151
Statistische Analysemethode: ( Anpassung: )

Ergebnisse (lt. Autor)

Insgesamt 7.936 Personen (0,6 %) aus der Kohorte erhielten eine Elektrokrampf-Therapie. Bei 1.246 Personen (0,1 %) aus der Kohorte wurde amyotrophe Lateralsklerose diagnostiziert.
Es wurde eine leicht erhöhte, statistisch nicht-signifikante Hazard-Rate (HR) für amyotrophe Lateralsklerose nach Elektrokrampf-Therapie beobachtet (HR 1,39; KI 0,69-2,80). Ein statistisch signifikanter Anstieg der Hazard-Rate für amyotrophe Lateralsklerose wurde bei denjenigen beobachtet, die mehr als 10 Elektrokrampf-Therapie-Anwendungen erhalten hatten (HR = 2,24; KI 1,00-5,01) im Vergleich zu denjenigen ohne Elektrokrampf-Therapie, wobei ein noch stärkerer Zusammenhang bei Personen über 65 Jahren beobachtet wurde (HR 3,03; KI 1,13-8,10).
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse nur eine schwache Unterstützung für die Hypothese bieten, dass Elektrokrampf-Therapie das Risiko für die Entwicklung von amyotropher Lateralsklerose erhöht.

Studie gefördert durch

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