Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Increase in radiation-induced HPRT gene mutation frequency after nonthermal exposure to nonionizing 60 Hz electromagnetic fields. med./bio.

[Anstieg der durch Strahlung induzierten HPRT-Genmutations-Häufigkeit nach Exposition bei nicht-thermischen, nicht-ionisierenden elektromagnetischen 60 Hz-Feldern].

Veröffentlicht in: Radiat Res 1999; 151 (4): 489-497

Ziel der Studie (lt. Autor)

In dieser Studie sollte untersucht werden, ob ein nicht-thermisches 60 Hz-Magnetfeld die durch 2 Gy-Gammastrahlung induzierte Genmutations-Häufigkeit der Hypoxanthin-Guanin Phosphoribosyl-Transferase (HPRT) steigern kann.

Hintergrund/weitere Details

Die Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase (HPRT) ist ein Enzym des Purin (zum Beispiel Guanin)-Synthese-Wegs. HPRT-negative Zellen sind nicht in der Lage, Guanin zum Aufbau von GTP zu verwenden und müssen die Base neu synthetisieren. Verwendet man das Guanin-Analogon 6-Thioguanin, benutzen HPRT-positive Zellen diese Verbindung zum Aufbau von Nukleotiden. Der Einbau von 6-Thioguanin führt jedoch zu Störungen der DNA- und RNA-Struktur und ist für die Zellen letal. HPRT-negative Zellen hingegen können 6-Thioguanin nicht verwerten und überleben.
Der HPRT-Genmutations-Assay ist ein gut-etablierter Mutagenitäts-Assay, der auf der Selektion von Klonen basiert, die resistent gegenüber dem Purin-Analogon 6-Thioguanin sind. Das heißt, zur Bestimmung der Induktion von 6-Thioguanin-resistenten Mutationen im HPRT-Gen werden die exponierten Zellen in einem Medium ausplattiert, das 6-Thioguanin enthält.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 60 Hz
Expositionsdauer: 12 h

Allgemeine Informationen

Prior to the MF exposure samples were treated with 2 Gy at 1.76 Gy/min gamma radiation.

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 60 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer 12 h
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau two electrically coupled solenoid coils (length 0.25 m, diameter 0.13 m) were wound in 348 turns of magnetic wire on a cylindrical support
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 0,7 mT Effektivwert gemessen - -
magnetische Flussdichte 0,47 mT Effektivwert gemessen - -
magnetische Flussdichte 0,23 mT Effektivwert gemessen - -
elektrische Feldstärke 3 µV/cm Maximum berechnet - in der Zellmitte
Stromdichte 0,05 µA/cm² Maximum berechnet - in der Zellmitte

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Es wurde ein Anstieg in der durch Gammastrahlung induzierten Genmutations-Häufigkeit der Hypoxanthin-Guanin Phosphoribosyl-Transferase bei den Zellen, die im Magnetfeld exponiert wurden, beobachtet. Der Anstieg hing von der verwendeten magnetischen Flussdichte ab und stieg mit Zunahme der magnetischen Flussdichte an.
Die Exposition im Magnetfeld steigerte nicht die durch Gammastrahlung induzierte Zytotoxizität.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass oszillierende Magnetfelder mäßiger Stärke als Verstärker der Mutagenese in Säugetier-Zellen fungieren können.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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