Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

A cross-sectional case control study on genetic damage in individuals residing in the vicinity of a mobile phone base station. epidem.

[Eine Querschnitts-Fall-Kontroll-Studie zu genetischen Schäden bei Einwohnern in der Nähe einer Mobilfunk-Basisstation].

Veröffentlicht in: Electromagn Biol Med 2015; 34 (4): 344-354

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer Studie in Indien wurde der genetische Schaden bei Einwohnern in der Nähe einer Mobilfunk-Basisstation untersucht.

Weitere Details

Der genetische Schaden wurde mit Hilfe des Comet-Assays (DNA-Migrations-Länge, Schadens-Häufigkeit und Schadens-Index) in peripheren Blut-Leukozyten bestimmt.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 nicht in der Nähe einer Mobilfunk-Basisstation wohnend: nicht exponiert
Gruppe 2 Entfernung der Wohnung zur Mobilfunk-Basisstation: 50 - 100 m
Gruppe 3 Entfernung der Wohnung zur Mobilfunk-Basisstation: 101 - 150 m
Gruppe 4 Entfernung der Wohnung zur Mobilfunk-Basisstation: 151 - 200 m
Gruppe 5 Entfernung der Wohnung zur Mobilfunk-Basisstation: 201 - 250 m
Gruppe 6 Entfernung der Wohnung zur Mobilfunk-Basisstation: 251 - 300 m
Gruppe 7 Wohndauer in der Nähe einer Basisstation: 4 - 7 Jahre
Gruppe 8 Wohndauer in der Nähe einer Basisstation: 8 - 11 Jahre
Gruppe 9 Mobiltelefon-Nutzung: nein
Gruppe 10 Mobiltelefon-Nutzung: ja
Gruppe 11 Mobiltelefon-Nutzung: ≤ 5 Jahre
Gruppe 12 Mobiltelefon-Nutzung: > 5 Jahre
Gruppe 13 Mobiltelefon-Nutzung: ≤ 3 Stunden/Tag
Gruppe 14 Mobiltelefon-Nutzung: > 3 Stunden/Tag

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 91
Sonstiges:

63 Teilnehmer in der exponierten Gruppe und 28 Teilnehmer in der nicht-exponierten Gruppe

Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Von insgesamt 91 Studienteilnehmern lebten 63 Personen in einer bewohnten Gegend in einer Entfernung von 300 m oder weniger zu einer Mobilfunk-Basisstation (exponierte Gruppe, in der Publikation 'Fälle' genannt), während 28 Teilnehmer in einer wenig bewohnten Gegend ohne in der Nähe gelegenen Basisstationen wohnten (nicht-exponierte Gruppe, in der Publikation 'Kontrollen' genannt).
Signifikante Unterschiede in der Mobiltelefon-Nutzung wurden zwischen der exponierten und der nicht-exponierten Gruppe festgestellt: 98,4 % der exponierten Gruppe benutzten ein Mobiltelefon (seit durchschnittlich 4 Jahren) im Vergleich zu 28,6 % der nicht-exponierten Gruppe (seit durchschnittlich 0,3 Jahren). Die mittlere tägliche Mobiltelefon-Nutzung betrug 2,0 Stunden in der exponierten Gruppe und 0,5 Stunden in der nicht-exponierten Gruppe. Weitere signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen sind die Ernährungs- und Rauch-Gewohnheiten sowie die gesundheitlichen Beschwerden.
Die Messungen der Leistungsdichte in den Wohnungen der exponierte Gruppen lagen zwischen 7,6-14,59 W/m² (Mittelwert: 11.49 W/m²), während in den Gegenden, aus denen die Personen der nicht-exponierten Gruppe stammten, die Werte signifikant niedriger waren (0,001-0,1 W/m²; Mittelwert: 0,045 W/m²).
Die Parameter des genetischen Schadens (DNA-Migrations-Länge, Schadens-Häufigkeit und Schadens-Index) waren signifikant erhöht in den exponierten Gruppen (Gruppe 2-6) im Vergleich zu den entsprechenden Werten der nicht-exponierten Gruppe (Gruppe 1). Die Frauen in der exponierten Gruppe (n=25) wiesen eine statistisch signifikant erhöhte Schadens-Häufigkeit im Vergleich zu Männern auf; keine Unterschiede wurden bei der DNA-Migrations-Länge und dem Schadens-Index gefunden. Tägliche Mobiltelefon-Nutzung, Wohnort und Leistungsdichte wurden als signifikante Prädiktoren für genetischen Schaden beobachtet.

Studie gefördert durch

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