Studientyp: Medizinische/biologische Studie

Neuritin reverses deficits in murine novel object associative recognition memory caused by exposure to extremely low-frequency (50 Hz) electromagnetic fields. med./bio.

[Neuritin hebt Defizite beim Wiedererkennungsgedächtnis der Maus gegenüber neuartigen Objekten auf, die durch die Exposition bei extrem niederfrequenten (50 Hz) elektromagnetischen Feldern verursacht wurden].

Veröffentlicht in: Sci Rep 2015; 5: 11768

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Auswirkungen einer Exposition von Mäusen bei einem 50 Hz-Magnetfeld auf das Gedächtnis und die Morphologie von Neuronen des Hippocampus sowie die Rolle von Neuritin dabei untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Neuritin wurde kürzlich als ein wichtiger Wachstumsfaktor für die neurale Entwicklung entdeckt, welcher neuronales Wachstum und die Verzweigung im Gehirn fördert. Experimentell wurden Mäuse mit einer Überexpression von Neuritin im Hippocampus geschaffen (Transfektion mit einem viralen Vektor) und neben normalen Mäusen verwendet.
Die Mäuse wurden in die folgenden Gruppen eingeteilt: Exposition von normalen Mäusen bei einem Magnetfeld von 1) 0,4 mT oder 2) 0,6 mT für 7 Tage und 3) von 1 mT für bis zu 21 Tage. Außerdem wurden 4) Neuritin-viral-transfizierte, 5) Schein-viral-transfizierte und 6) Salzlösungs-transfizierte Mäuse bei einem Magnetfeld von 1 mT für 10 Tage exponiert. Für jeden Versuch wurden zusätzlich schein-exponierte Kontrollgruppen genutzt. (Anmerkung EMF-Portal: Es wurden nicht alle Gruppengrößen genannt, aber alle angegebenen Größen betrugen mindestens n=10).

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 50 Hz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 12 Stunden/Tag für 7 Tage
Exposition 2: 50 Hz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 12 Stunden/Tag für 7 Tage
Exposition 3: 50 Hz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 12 Stunden/Tag für bis zu 21 Tage

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer kontinuierlich für 12 Stunden/Tag für 7 Tage
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer glass cage
Aufbau the glass cage, containing 4 to 5 mice, was placed between the coils; the surfaces of the glass cage were parallel to the force lines of the magnetic field; temperature in glass cage under exposure conditions showed a difference of 0.4 ± 0.1°C compared to the sham exposure
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 0,4 mT - gemessen - -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer kontinuierlich für 12 Stunden/Tag für 7 Tage
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 0,6 mT - gemessen - -

Exposition 3

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer kontinuierlich für 12 Stunden/Tag für bis zu 21 Tage
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 1 mT - gemessen - -

Referenzartikel

  • Ongaro A et al. (2012): Electromagnetic fields (EMFs) and adenosine receptors modulate prostaglandin E(2) and cytokine release in human osteoarthritic synovial fibroblasts.
  • Varani K et al. (2012): Effect of pulsed electromagnetic field exposure on adenosine receptors in rat brain.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Exposition bei dem Magnetfeld hatte keinen Einfluss auf die motorische Aktivität der Mäuse, wohingegen die Objekterkennung von Mäusen, die bei einem 1 mT-Magnetfeld für 7 Tage exponiert waren (Gruppe 3), im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant beeinträchtigt war.Die Dichte der dendritischen Dorne von Neuronen im Hippocampus war nach einer 1 mT-Exposition für 7 oder 10 Tage (Gruppe 3) im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduziert. Alle Auswirkungen waren jedoch transient und nach 14 Tagen nicht mehr zu finden.
Mäuse, die Neuritin im Hippocampus (Gruppe 4) überexprimierten, zeigten nach 10 Tagen keine signifikanten Unterschiede in der Dichte der dendritischen Dorne und bei der Objekterkennung zwischen exponierten Mäusen und der Kontrollgruppe. Zudem waren beide Parameter im Vergleich zu Mäusen mit normaler Neuritin-Proteinexpression (Gruppen 5 und 6) signifikant erhöht.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine Exposition von Mäusen bei einem 50 Hz-Magnetfeld das Gedächtnis schädigen und die Morphologie von Neuronen des Hippocampus verändern könnte. Neuritin könnte diese Auswirkungen jedoch abschwächen.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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