Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Magnetic fields and childhood cancer: an epidemiological investigation of the effects of high-voltage underground cables. epidem.

[Magnetfelder und Krebs im Kindesalter: eine epidemiologische Untersuchung zu den Wirkungen von Hochspannungs-Erdkabeln].

Veröffentlicht in: J Radiol Prot 2015; 35 (3): 695-705

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer in Großbritannien durchgeführten Fall-Kontroll-Studie wurde der Zusammenhang zwischen der Exposition bei Magnetfeldern von Hochspannungs-Erdkabeln und dem Risiko für Krebs bei Kindern untersucht.

Weitere Details

Seit Jahrzehnten gibt es aus epidemiologischen Studien Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Kinderleukämie und Magnetfeldern von Hochspannungsfreileitungen. Magnetfelder sind allerdings nicht der einzige Faktor, der in der Nähe von Hochspannungsleitungen variiert, sondern es werden auch elektrische Felder und Korona-Ionen erzeugt. Außerdem ragen Hochspannungsfreileitungen gut sichtbar aus der Umgebung heraus, sodass die Möglichkeit besteht, dass sie auch andere Merkmale einer Nachbarschaft beeinflussen können, wie z.B. die Menschen, die dort hinziehen, und die Bauart der Häuser. Deshalb ist es wichtig, zu versuchen, die möglichen Wirkungen von Magnetfeldern von anderen möglichen Wirkungen zu trennen.
Erdkabel erzeugen auch Magnetfelder, obgleich diese im Vergleich zu Hochspannungsfreileitungen nur in einem geringeren Abstand zur Quelle auftreten. Im Gegensatz zu Hochspannungsfreileitungen erzeugen sie weder elektrische Felder noch Korona-Ionen, sie sind nicht sichtbar, und die meisten Anwohner wissen nichts von ihrem Vorhandensein. Die Hypothese dieser Studie ist, dass, wenn es einen Zusammenhang zwischen Kinderleukämie und Erdkabeln gibt, dieser dann vermutlich auf den Magnetfeldern beruht.
Diese Studie basiert auf derselben Studienpopulation wie die vorangegangene Studie von Bunch et al. (2014).

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (Odds Ratio)

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Gruppe 1 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: 0 - 9,9 m
Gruppe 2 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: 10 - 19,9 m
Gruppe 3 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: 20 - 49,9 m
Gruppe 4 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: 0 - 49,9 m
Gruppe 5 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: 50 - 99,9 m
Gruppe 6 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: 100 - 199,9 m
Gruppe 7 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: 200 - 499,9 m
Referenzgruppe 8 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zum nächsten Erdkabel: ≥ 500 m
Gruppe 9 magnetische Flussdichte: > 0,4 µT
Gruppe 10 magnetische Flussdichte: 0,2 - 0,39 µT
Gruppe 11 magnetische Flussdichte: 0,1 - 0,19 µT
Referenzgruppe 12 magnetische Flussdichte: < 0,1 µT

Population

Fallgruppe

Kontrollgruppe

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Anzahl geeignet 55.525 116.815
Statistische Analysemethode: (Anpassung: )

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Es wurde kein Zusammenhang zwischen dem Risiko für Kinderleukämie und der Exposition bei Magnetfeldern basierend auf Schätzungen des Abstands und der magnetischen Flussdichte gefunden. Es wurden keine überzeugenden Hinweise auf ein Risiko für eine andere Krebs-Art beobachtet.
Die Autoren schlussfolgern, dass das erhöhte Risiko für Kinderleukämie in der Nähe von Hochspannungsfreileitungen vermutlich nicht mit den Magnetfeldern zusammenhängt, da kein Zusammenhang für Kinderleukämie und Erdkabeln gefunden wurde.

Einschränkungen (lt. Autor)

Nur wenige Kinder waren bei Magnetfeldern von Erdkabeln exponiert, weshalb die statistische Aussagekraft eingeschränkt ist.

Studie gefördert durch

Themenverwandte Artikel