Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Residential distance at birth from overhead high-voltage powerlines: childhood cancer risk in Britain 1962-2008. epidem.

[Wohnnähe bei der Geburt zu Hochspannungsfreileitungen: Kinderkrebs-Risiko in Großbritannien 1962-2008].

Veröffentlicht in: Br J Cancer 2014; 110 (5): 1402-1408

Ziel der Studie (lt. Autor)

Die vorherige Studie zu Kinderleukämie und Wohnnähe zu Hochspannungsfreileitungen von Draper et al (2005) wurde um Daten bis zum Jahr 2008 sowie Fälle und Kontrollen aus Schottland erweitert unter Berücksichtigung von 132 kV-, 275 kV- und 400 kV-Hochspannungsfreileitungen und von größeren Abständen zu Hochspannungsfreileitungen.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (relatives Risiko)

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Gruppe 1 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 0 - 199 m
Gruppe 2 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 200 - 599 m
Gruppe 3 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 600 - 999 m
Referenzgruppe 4 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: ≥ 1000 m
Gruppe 5 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 0 - 49 m
Gruppe 6 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 50 - 99 m
Gruppe 7 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 100 - 199 m
Gruppe 8 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 200 - 299 m
Gruppe 9 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 300 - 399 m
Gruppe 10 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 400 - 499 m
Gruppe 11 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 500 - 599 m
Gruppe 12 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 600 - 699 m
Gruppe 13 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 700 - 799 m
Gruppe 14 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 800 - 899 m
Gruppe 15 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: 900 - 999 m
Referenzgruppe 16 Abstand der Wohnadresse bei Geburt zur nächsten Hochspannungsleitung: ≥ 1000 m

Population

Fallgruppe

Kontrollgruppe

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Anzahl geeignet 57.067 -
Anzahl auswertbar 53.515 66.204
Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

In der vorherigen Studie von Draper et al (2005) wurde ein erhöhtes Risiko für Kinderleukämie im Abstand von bis zu 600 m zu Hochspannungsfreileitungen (400 kV und 275 kV) gefunden. In der vorliegenden Studie wurden folgende Risiko-Schätzer für einen Abstand von 0-199 m zwischen der Wohnung zum Zeitpunkt der Geburt im Vergleich zu einem Abstand ≥ 1000 m für alle Spannungsebenen gemeinsam beobachtet: Zeitraum 1962-1969: RR 4,50 (KI 0,97-20,83), Zeitraum 2000-2008: RR 0,71 (0,49-1,03); gesamter Zeitraum 1962-2008: RR 1,12 (KI 0,90-1,38). Das Risiko scheint über den Zeitraum von 1962 bis 2008 in Großbritannien abgenommen zu haben, für diesen gesamten Zeitraum wird kein signifikant erhöhtes Risiko gefunden. Ein weniger stark erhöhtes Risiko scheint auch bei 132 kV-Hochspannungsfreileitungen aufzutreten. Keine erhöhten Risiken traten in einem Abstand von mehr als 600 m unabhängig von der Spannungsebene auf. Für andere Tumor-Arten außer Leukämie wurden keine erhöhten Risiken beobachtet.
Die Autoren schlussfolgern, dass ein über die Zeit abnehmendes Risiko sehr unwahrscheinlich durch eine physikalische Wirkung der Hochspannungsfreileitungen verursacht werden kann und dass es wahrscheinlich eher ein Ergebnis von sich verändernden Bevölkerungs-Eigenschaften bei denjenigen ist, die in der Nähe von Hochspannungsfreileitungen wohnen.

Studie gefördert durch

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