Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Correlation between cellular phone use and epithelial parotid gland malignancies. epidem.

[Zusammenhang zwischen Mobiltelefon-Nutzung und bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren].

Veröffentlicht in: Int J Oral Maxillofac Surg 2011; 40 (9): 966-972

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine Fall-Kontroll-Studie in China durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Mobiltelefon-Nutzung und bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren zu untersuchen.

Weitere Details

Regelmäßige Nutzung eines Mobiltelefons wurde als Nutzung für mindestens einmal pro Woche während mindestens 6 Monaten vor Diagnosestellung definiert.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (Odds Ratio (OR))

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 Häufigkeit der Nutzung: nie oder selten
Gruppe 2 Häufigkeit der Nutzung: regelmäßig
Referenzgruppe 3 Zeitraum zwischen erster Nutzung bis zur Diagnose: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 4 Zeitraum zwischen erster Nutzung bis zur Diagnose: 0,5 - 6 Jahre
Gruppe 5 Zeitraum zwischen erster Nutzung bis zur Diagnose: 7 - 8 Jahre
Gruppe 6 Zeitraum zwischen erster Nutzung bis zur Diagnose: 9 - 10 Jahre
Gruppe 7 Zeitraum zwischen erster Nutzung bis zur Diagnose: > 10 Jahre
Referenzgruppe 8 berechnete Dauer der Nutzung: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 9 berechnete Dauer der Nutzung: 0,5 - 6 Jahre
Gruppe 10 berechnete Dauer der Nutzung: 7 - 8 Jahre
Gruppe 11 berechnete Dauer der Nutzung: 9 - 10 Jahre
Gruppe 12 berechnete Dauer der Nutzung: > 10 Jahre
Referenzgruppe 13 mittlere tägliche Nutzung: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 14 mittlere tägliche Nutzung: ≤ 0,5 Stunden
Gruppe 15 mittlere tägliche Nutzung: 0,5 - 2,5 Stunden
Gruppe 16 mittlere tägliche Nutzung: > 2,5 Stunden
Referenzgruppe 17 mittlere tägliche längste Dauer eines einzelnen Anrufs: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 18 mittlere tägliche längste Dauer eines einzelnen Anrufs: ≤ 0,5 Stunden
Gruppe 19 mittlere tägliche längste Dauer eines einzelnen Anrufs: 0,5 - 2,5 Stunden
Gruppe 20 mittlere tägliche längste Dauer eines einzelnen Anrufs: > 2,5 Stunden
Referenzgruppe 21 mittlere tägliche Anzahl an Anrufen: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 22 mittlere tägliche Anzahl an Anrufen: ≤ 8
Gruppe 23 mittlere tägliche Anzahl an Anrufen: 9 - 10
Gruppe 24 mittlere tägliche Anzahl an Anrufen: > 10
Referenzgruppe 25 Anzahl der Anrufe seit erster Nutzung: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 26 Anzahl der Anrufe seit erster Nutzung: ≤ 24 000
Gruppe 27 Anzahl der Anrufe seit erster Nutzung: 24 001 - 42 000
Gruppe 28 Anzahl der Anrufe seit erster Nutzung: > 42 000
Referenzgruppe 29 Dauer der Anrufe seit erster Nutzung: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 30 Dauer der Anrufe seit erster Nutzung: ≤ 1350 Stunden
Gruppe 31 Dauer der Anrufe seit erster Nutzung: 1351 - 4320 Stunden
Gruppe 32 Dauer der Anrufe seit erster Nutzung: > 4320 Stunden
Referenzgruppe 33 bevorzugte Seite beim Telefonieren: keine oder seltene Nutzung
Gruppe 34 bevorzugte Seite beim Telefonieren: ipsilateral
Gruppe 35 bevorzugte Seite beim Telefonieren: kontralateral
Gruppe 36 bevorzugte Seite beim Telefonieren: ipsilateral und kontralateral

Population

Fallgruppe

Kontrollgruppe

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Anzahl geeignet 221 2.643
Teilnehmerzahl 136 2.051
Teilnehmerrate 62 % 78 %
Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Insgesamt (zwischen Referenzgruppe 1 und Gruppe 2) bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Mobiltelefon-Nutzung und bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren. Jedoch wurden statistisch signifikante Zusammenhänge in Untergruppen bei der univariaten Analyse (z.B. Zeitraum zwischen erster Nutzung bis zur Diagnose > 10 Jahre, mittlere tägliche Nutzung > 2,5 Stunden, berechnete Dauer der Nutzung > 10 Jahre) und in Untergruppen bei der multivariaten Analyse beobachtet (z.B. Anzahl der Anrufe seit erster Nutzung > 42 000 (OR 15,4; KI 13,3-17,4), berechnete Dauer der Nutzung 9 - 10 Jahre (OR 7,7; KI 6,2-9,2), mittlere tägliche Nutzung > 2,5 Stunden (OR 6,0; KI 1,5-24,5).
Weibliches Geschlecht, höheres Alter, Familienstand verheiratet, höherer Bildungsstand, höheres monatliches Einkommen und Rauchen waren mit einem erhöhten Risiko von bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren, insbesondere von Mukoepidermoid-Karzinomen, verbunden.
Es wurde kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen ipsilateraler Mobiltelefon-Nutzung und bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren gefunden, was darauf hinweist, dass keine endgültige Schlussfolgerung über Mobiltelefon-Nutzung und bösartige epitheliale Ohrspeicheldrüsentumoren gezogen werden kann.
Die Autoren schlussfolgern, dass die Ergebnisse auf eine mögliche Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Mobiltelefon-Nutzung und bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren hinweisen. Sie empfehlen, den Zusammenhang zwischen Mobiltelefon-Nutzung und bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren mit Hilfe von großen prospektiven Studien zu untersuchen, um Bias zu vermindern und die Ergebnisse zu bestätigen.

Einschränkungen (lt. Autor)

Selektionsbias und Recall-Bias können nicht ausgeschlossen werden. Regelmäßige Nutzung eines Mobiltelefons wurde als Nutzung für mindestens einmal pro Woche während mindestens 6 Monaten vor Diagnosestellung definiert, wobei bösartigen epithelialen Ohrspeicheldrüsentumoren wahrscheinlich nicht durch eine solch kurze Expositions-Zeit entstehen, dies könnte zu Fehlklassifikations-Bias geführt haben.

Studie gefördert durch

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