Studientyp: Epidemiologische Studie

Maternal cumulative exposure to extremely low frequency electromagnetic fields, prematurity and small for gestational age: a pooled analysis of two birth cohorts. epidem.

[Kumulative Exposition der Mutter bei niederfrequenten elektromagnetischen Feldern, Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht: eine gepoolte Analyse von zwei Geburtskohorten].

Veröffentlicht in: Occup Environ Med 2020; 77 (1): 22-31

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer in Frankreich durchgeführten gepoolten Analyse von 2 Geburts-Kohorten wurde der Zusammenhang zwischen der kumulativen Exposition der Mutter bei niederfrequenten Magnetfeldern und dem Schwangerschafts-Verlauf untersucht.

Weitere Details

In einer vorangegangenen Studie fanden Migault et al. (2018) keine Wirkung der Exposition der Mutter bei niederfrequenten Magnetfeldern auf das Risiko für eine Frühgeburt zwischen der 33. und 37. Schwangerschaftswoche und einer geringen Größe für das Gestations-Alter, jedoch wurden extrem frühe und sehr frühe Frühgeburten nicht in der Studie berücksichtigt.
Drei Frühgeburt-Stadien werden eingeteilt in: extrem frühe Frühgeburt (< 28. vollendete Schwangerschaftswoche), sehr frühe Frühgeburt (28. - 32. vollendete Schwangerschaftswoche) und mäßig frühe Frühgeburt (32. - 37. vollendete Schwangerschaftswoche). Geringe Größe für das Gestations-Alter wurde als ein Geburtsgewicht unterhalb des 10. Perzentils für die individualisierten französischen Referenzkurven definiert.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 kumulierte Exposition, Zeitraum 1 (bis zur 15. Schwangerschaftswoche): < 9,6 µT-Tage
Gruppe 2 kumulierte Exposition, Zeitraum 1 (bis zur 15. Schwangerschaftswoche): 9,6 - 14,6 µT-Tage
Gruppe 3 kumulierte Exposition, Zeitraum 1 (bis zur 15. Schwangerschaftswoche): 14,6 - 24,8 µT-Tage
Gruppe 4 kumulierte Exposition, Zeitraum 1 (bis zur 15. Schwangerschaftswoche): ≥ 24,8 µT-Tage
Referenzgruppe 5 kumulierte Exposition, Zeitraum 2 (bis zur 28. Schwangerschaftswoche): < 16,5 µT-Tage
Gruppe 6 kumulierte Exposition, Zeitraum 2 (bis zur 28. Schwangerschaftswoche): 16,5 - 25,1 µT-Tage
Gruppe 7 kumulierte Exposition, Zeitraum 2 (bis zur 28. Schwangerschaftswoche): 25,1 - 42,6 µT-Tage
Gruppe 8 kumulierte Exposition, Zeitraum 2 (bis zur 28. Schwangerschaftswoche): ≥ 42,6 µT-Tage
Referenzgruppe 9 kumulierte Exposition, Zeitraum 3 (bis zur 32. Schwangerschaftswoche): < 18,2 µT-Tage
Gruppe 10 kumulierte Exposition, Zeitraum 3 (bis zur 32. Schwangerschaftswoche): 18,2 - 27,6 µT-Tage
Gruppe 11 kumulierte Exposition, Zeitraum 3 (bis zur 32. Schwangerschaftswoche): 27,6 - 46,9 µT-Tage
Gruppe 12 kumulierte Exposition, Zeitraum 3 (bis zur 32. Schwangerschaftswoche): ≥ 46,9 µT-Tage
Referenzgruppe 13 mittlere Exposition pro Arbeitstag: < 0,13 µT-Tage
Gruppe 14 mittlere Exposition pro Arbeitstag: 0,13 - 0,19 µT-Tage
Gruppe 15 mittlere Exposition pro Arbeitstag: 0,19 - 0,33 µT-Tage
Gruppe 16 mittlere Exposition pro Arbeitstag: ≥ 0,33 µT-Tage

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 19.894
Statistische Analysemethode: ( Anpassung: )

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Je nach Zeitraum wurden 3,2 % bis 4 % der Mütter als stark exponiert eingestuft.
Die Ergebnisse für Frühgeburt sind heterogen. Es wurde ein erhöhtes Risiko für Frühgeburt bei gering exponierten Müttern in den 3 Stadien gefunden (Gruppe 2: OR 1,20; KI 1,11-1,30; Gruppe 6: OR 1,19; KI 1,10-1,29; Gruppe 10: OR 1,16; KI 1,03-1,30), während kein Zusammenhang in den am stärksten exponierten Gruppen beobachtet wurde.
Es wurde kein Zusammenhang für eine geringe Größe für das Gestations-Alter beobachtet, mit Ausnahme von den gering exponierten Müttern (Gruppe 6: OR 1,12; KI 1,03-1,22) und den am höchsten exponierten Müttern (Gruppe 12: OR 1,25; 1,02-1,53).
Die Autoren schlussfolgerten, dass wenige verschiedene Zusammenhänge zwischen der kumulierten Exposition der Mutter bei niederfrequenten Magnetfeldern und Frühgeburt und geringe Größe für das Gestations-Alter beobachtet wurden. Jedoch können aufgrund der Heterogenität (d.h. keine Abhängigkeit von der Expositionsstärke) die Zusammenhänge nicht eindeutig durch die Exposition bei niederfrequenten Magnetfeldern erklärt werden.

Studie gefördert durch

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