Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

The action of pulse-modulated GSM radiation increases regional changes in brain activity and c-Fos expression in cortical and subcortical areas in a rat model of picrotoxin-induced seizure proneness. med./bio.

[Die Wirkung pulsmodulierter GSM-Befeldung erhöht örtliche Veränderung in der Hirn-Aktivität und in der c-Fos-Expression in den kortikalen und subkortikalen Bereichen in einem Ratten-Modell mit Picrotoxin-induzierter Anfallsneigung].

Veröffentlicht in: J Neurosci Res 2009; 87 (6): 1484-1499

Ziel der Studie (lt. Autor)

In dieser Studie wurde untersucht, ob sich die Gehirn-Aktivität unter pulsmodulierter GSM-Befeldung von der Aktivität unter einem nicht-modulierten Signal der gleichen Wellenlänge unterscheidet und wenn ja, wie die c-Fos-Expression in Gehirn-Arealen aussieht, die mit einem Anfall [induziert durch Picrotoxin] verbunden sind.

Hintergrund/weitere Details

Männliche Ratten wurden sechs Gruppen zugeteilt: 1) Injektion mit Picrotoxin [induziert Anfalls-Neigung]/keine Exposition; 2) Injektion mit Picrotoxin/Exposition bei 900 MHz pulsmoduliertem GSM-Signal; 3) Injektion mit Picrotoxin/Exposition bei 900 MHz nicht-moduliertem Signal; 4) keine Exposition/kein Picrotoxin; 5) nur GSM-Exposition; und 6) nur nicht-moduliertes Signal.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900 MHz
Modulationsart: CW
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 h
Exposition 2: 900 MHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 h

Allgemeine Informationen

rats were assigned to one of the following groups: i) injection of picrotoxin (PT) ii) injection of PT+ pulse-modulated EMF iii) injection of PT + unmodulated EMF iv) no injection of PT + no EMF exposure v) no injection of PT + pulse-modulated EMF vi) no injection of PT + unmodulated EMF

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 h
Modulation
Modulationsart CW
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • antenna
Aufbau rats placed in 150 cm x 46 cm x 70 cm radiation cage incorporating a commercial transmitting antenna
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 0,26 W - - - -
SAR 0,26 W/kg Mittelwert geschätzt Gehirn -
SAR 0,26 W/kg Mittelwert geschätzt Ganzkörper -
SAR 0,3 W/kg Spitzenwert geschätzt 1 g Gehirn
SAR 1,4 W/kg Spitzenwert geschätzt 1 g Körper

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 h
Modulation
Modulationsart s. Zusatzinfo
Zusatzinfo

GSM

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 0,26 W - - - -
SAR 0,05 W/kg Mittelwert geschätzt Gehirn -
SAR 0,06 W/kg Spitzenwert geschätzt 1 g Gehirn
SAR 0,05 W/kg Mittelwert geschätzt Ganzkörper -
SAR 0,28 W/kg Spitzenwert geschätzt 1 g Körper

Referenzartikel

  • Fritze K et al. (1997): Effect of global system for mobile communication microwave exposure on the genomic response of the rat brain.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • während der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Mit Picrotoxin behandelte Ratten zeigten, unabhängig davon, ob danach eine Exposition stattgefunden hat (Gruppen 1-3) keine signifikanten EEG-Auffälligkeiten und alle Gehirn-Areale zeigten eine c-Fos-Expression. Ratten, die mit Picrotoxin vorbehandelt waren und eine GSM-Befeldung erhielten (Gruppe 2), zeigten Unterschiede in der EEG-Aufzeichnung und in der c-Fos-Expression im Vergleich zu Ratten, die ebenfalls mit Picrotoxin vorbehandelt wurden und mit der gleichen Dosis eines nicht-modulierten Signals befeldet wurden (Gruppe 3). In Gruppe 2 induzierte die GSM-Befeldung Anfälle und führte zu einer erhöhten Anzahl von c-Fos-positiven Neuronen, wobei die deutlichsten Wirkungen in den limbischen Strukturen, in den Arealen des Piriform-Cortex und in den subkortikalen Arealen auftraten.
Tiere, die nicht mit Picrotoxin behandelt und mit einem nicht--modulierten Signal befeldet wurden (Gruppe 6), zeigten im Vergleich zur GSM-Befeldung (Gruppe 5) oder zu gar keiner Befeldung (Gruppe 4) die höchsten Werte von neuronaler c-Fos-Expression in den kortikalen Arealen.
Für nicht-modulierte Signale (Gruppen 3 und 6) traten während der EEG-Aufzeichnung gelegentlich Entladungen auf und Anfälle entwickelten sich in mit Picrotoxin behandelten Tieren selten (Gruppe 3). Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der c-Fos-Expression zwischen Ratten, die mit Picrotoxin behandelt wurden (Gruppe 3) und denen, die unbehandelt waren (Gruppe 6), wenn die Tiere mit nicht-modulierten Signalen befeldet wurden.
Im Vergleich zur einer Befeldung mit nicht-modulierten Signalen erhöhte eine 900 MHz GSM-Befeldung die neuronale Erregbarkeit in mit Picrotoxin behandelten Ratten, was durch Änderungen im Verhalten (Anfälle), EEG und in der neuronalen c-Fos-Expression in Erscheinung trat.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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