Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Alterations of human electroencephalographic activity caused by multiple extremely low frequency magnetic field exposures. med./bio.

[Veränderungen der Aktivität des menschlichen Elektroenzephalogramms, verursacht durch mehrfache extrem-niederfrequente Magnetfeld-Expositionen].

Veröffentlicht in: Med Biol Eng Comput 2009; 47 (10): 1063-1073

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte untersucht werden, ob extrem niederfrequente Magnetfeld-Expositionen in einer Serie von 50 Hz, 16,66 Hz, 13 Hz, 10 Hz, 8,33 Hz bis 4 Hz die relative Leistung innerhalb der entsprechenden EEG-Frequenzbänder in 33 Testpersonen verändern könnten.

Hintergrund/weitere Details

Das Grundlinien-EEG wurde vor jeder Stimulation (Exposition) für eine Minute aufgezeichnet. Jede Stimulation (50 Hz, 16,66 Hz, 13 Hz, 10 Hz, 8,33 Hz und 4 Hz) dauerte zwei Minuten, gefolgt von einer Minute EEG-Aufzeichnung. Dasselbe Verfahren wurde für die Schein-Exposition wiederholt. Die Reihenfolge der Kontroll- und Expositions-Sessionen wurde zufällig bestimmt (es gab eine 30-minütige Pause zwischen den beiden Sitzungen und die Reihenfolge von Kontrolle und Exposition wurde in der anschließenden EEG-Analyse als wichtiger Faktor berücksichtigt).
Die EEG-Frequenzbänder wurden anwendungsspezifisch definiert (Alphawelle 1 (7,5-9,5 Hz), Alphawelle 2 (9-11 Hz), Betawelle 1 (12-14 Hz), Betawelle 2 (15,5-17,5 Hz)) und die Definitionen der traditionellen EEG-Frequenzbänder wurden nicht berücksichtigt.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 4–50 Hz
Expositionsdauer: 2 min für jede Frequenz, gefolgt von 1 min EEG Aufzeichnung

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 4–50 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Polarisation
Expositionsdauer 2 min für jede Frequenz, gefolgt von 1 min EEG Aufzeichnung
Zusatzinfo the following frequencies were applied: 4 Hz, 8.33 Hz, 10 Hz, 13 Hz, 16.66 Hz, 50 Hz
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau pair of Helmholtz coils with a radius of 65 cm and 250 turns of 0.8 mm copper wire producing a highly homogeneous field; test person placed between the coils in supine position perpendicular to the coil's axis in a RF shielded room
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 20 µT Effektivwert gemessen - -

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Alphawellen 1 (7,5-9,5 Hz)- und Alphawellen 2 (9-11 Hz)-Frequenzbänder, die mit den Magnetfeld-Expositionen von 8,33 Hz und 10 Hz assoziiert wurden, waren im Vergleich zu der Kontrolle in den temporalen und parietalen Bereichen innerhalb der 10.-16. Minuten der ersten Magnetfeld-Expositions-Session (d.h. erst Expositions-Session, dann Kontrolle) signifikant geringer. Allerdings war die relative Leistung in den Alphawellen-Frequenzbändern während der zweiten Sitzung der Magnetfeld-Exposition (d.h. erst Kontroll-Sitzung, dann Expositions-Session) signifikant höher als in der Schein-Expositions-Session (d.h. 60-65 Minuten nach dem Test-Start).
Darüber hinaus wies das Betawellen-Frequenzband 1 (12-14 Hz) über der frontalen Region einen signifikanten Anstieg im Vergleich von "vor" und "nach" der 13 Hz-Exposition während der ersten Magnetfeld-Expositions-Sitzung auf.
Die Ergebnisse zeigen, dass es möglich ist, die menschliche EEG-Aktivität der Alphawellen- und Betawellen-Frequenzbänder zu verändern, wenn bei Magnetfeldern mit Frequenzen exponiert wird, die denselben Frequenzbändern entsprechen. Dies hängt von der Reihenfolge und Dauer der Magnetfeld-Bedingungen ab. Dieser Typ von EEG-Synchronisation des abgeleiteten Alphawellen- und Betawellen-EEG durch sinusförmige Alphawellen- und Betawellen-Magnetfeld-Stimulation, wie in dieser Studie gezeigt, könnte möglicherweise zur therapeutischen Behandlung von speziellen neurophysiologischen Auffälligkeiten wie Schlaf-Störungen und psychischen Erkrankungen dienen.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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