Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Bioeffects of mobile telephony radiation in relation to its intensity or distance from the antenna. med./bio.

[Bioeffekte der Handy-Befeldung im Verhältnis zu ihrer Stärke oder Distanz zur Antenne].

Veröffentlicht in: Int J Radiat Biol 2010; 86 (5): 345-357

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen einer hochfrequenten elektromagnetischen 900 MHz-Befeldung, ausgesendet von GSM-Handys und von 1800 MHz-DCS-Handys, auf das Reproduktions-Vermögen des Insekts Drosophila melanogaster untersucht werden sowie die Abhängigkeit der Wirkung von der Stärke des elektromagnetischen Feldes (Abstand von der Antenne). Im Falle einer Abnahme des Reproduktions-Vermögens bei geringeren Stärken als in früheren Studien (Panagopoulos 2004, Panagopoulos 2007a, Panagopoulos 2007b), wäre das weitere Ziel dieser Untersuchung, zu bestätigen, ob diese Abnahme wieder durch Zelltod während der frühen und mittleren Stadien der Oogenese (Eireifung) verursacht wird.

Hintergrund/weitere Details

Es gab 13 Expositions-Gruppen: Gruppe 1 wurde bei 900 MHz oder 1800 MHz exponiert (die Antenne hatte Kontakt zum Glas-Fläschchen, das die Fliegen enthielt); Gruppe 2 wurde ebenfalls bei 900 MHz oder 1800 MHz exponiert, aber die Antenne war 1 cm entfernt von dem Fläschchen; Gruppe 3 wurde bei 900 MHz oder 1800 MHz exponiert, aber die Antenne war 10 cm entfernt von dem Fläschchen. Die 4. Gruppe wurde bei 900 MHz oder 1800 MHz exponiert, aber die Antenne war 20 cm von dem Fläschchen entfernt, usw. (die 12. Gruppe war 100 cm entfernt). Gruppe 13 wurde schein-exponiert.
Jede Gruppe bestand aus 10 weiblichen und 10 männlichen frisch geschlüpften Fliegen, die für die ersten 48 Stunden in separaten Fläschchen gehalten wurden. Nach den 48 Stunden, wenn sowohl die Männchen wie auch die Weibchen sexuell ausgereift waren, wurden sie zusammen in ein anderes Glasfläschchen überführt (10 Paare), wo sie sich paaren und für die nächsten 72 Stunden Eier ablegen konnten.
Für die Zelltod-Untersuchungen wurden die Ovariolen untersucht (Hintergrund-Informationen zu den Ovariolen, siehe Panagopoulos 2007b).

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900 MHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 6 Tagen
Exposition 2: 1.800 MHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 6 Tagen

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 6 Tagen
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau commercially available dual band GSM mobile phone used in speaking mode in a distance of 0 cm up to 100 cm from the vial containing the flies
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 0,89 W/kg Maximum - s. Bemerkungen Herstellerangaben bezogen auf den menschlichen Kopf
Leistungsflussdichte 0,378 mW/cm² Maximum - - +/- 0,059 mW/cm² im Abstand von 0 cm von der Handy-Antenne
Leistungsflussdichte 0,0004 mW/cm² Minimum - - +/- 0,0001 mW/cm² im Abstand von 100 cm von der Handy-Antenne
elektrische Feldstärke 19 V/m Maximum - - +/- 2,5 V/m im Abstand von 0 cm von der Handy-Antenne
elektrische Feldstärke 0,1 V/m Minimum - - +/- 0,02 V/m im Abstand von 50 cm von der Handy-Antenne
magnetische Flussdichte 0,09 µT Maximum - - +/- 0,015 µT im Abstand von 0 cm von der Handy-Antenne
magnetische Flussdichte 0,005 µT Minimum - - +/- 0,001 µT im Abstand von 40 cm von der Handy-Antenne

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 1.800 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 6 Tagen
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 0,89 W/kg Maximum - s. Bemerkungen Herstellerangaben bezogen auf den menschlichen Kopf
Leistungsflussdichte 0,252 mW/cm² Maximum - - +/- 0,05 mW/cm² im Abstand von 0 cm von der Handy-Antenne
Leistungsflussdichte 0,0002 mW/cm² Minimum - - +/- 0,0001 mW/cm² im Abstand von 100 cm von der Handy-Antenne
elektrische Feldstärke 13 V/m Maximum - - +/- 2,1 V/m im Abstand von 0 cm von der Handy-Antenne
elektrische Feldstärke 0,1 V/m Minimum - - +/- 0,04 V/m im Abstand von 40 cm von der Handy-Antenne
magnetische Flussdichte 0,06 µT Maximum - - +/- 0,008 µT im Abstand von 0 cm von der Handy-Antenne
magnetische Flussdichte 0,006 µT Minimum - - +/- 0,001 µT im Abstand von 30 cm von der Handy-Antenne

Referenzartikel

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die elektromagnetischen Feld-Expositionen verminderten bei allen untersuchten unterschiedlichen Distanzen von der Antenne das Reproduktions-Vermögen durch die Induktion von Zelltod. Die Wirkung verringerte sich mit dem Abstand zur Antenne (abnehmende Stärken). Ein erhöhtes Bioaktivitäts-"Fenster" (Fenstereffekt) wurde bei Abständen von 20-30 cm von der Mobilfunk-Antenne aufgedeckt (Stärke von rund 10 µW/cm²), wo die Wirkung am stärksten war (im Vergleich zu kleineren oder größeren Abständen). Die Wirkung nahm bei größeren Abständen von 40-50 cm beachtlich ab und war bei einer Distanz von einem Meter oder bei Stärken von kleiner als 1 µW/cm² nicht mehr nachweisbar.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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