Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie, Review/Survey)

Biological and Health Effects of Mobile Telephone Radiations. med./bio.

[Biologische und gesundheitliche Auswirkungen von Handy-Strahlungen].

Veröffentlicht in: Int J Med Biol Front 2009; 15 (1-2): 33-76
Journal teilweise peer-reviewed/unklar

Ziel der Studie (lt. Autor)

Dieser Artikel besteht aus einer Übersicht zu biologischen, klinischen und epidemiologischen Daten und einer experimentellen Studie. Im folgenden wird nur die experimentelle Studie dargestellt.
Es sollten die Wirkungen einer hochfrequenten elektromagnetischen 900 MHz-Befeldung, ausgesendet von GSM-Handys und von 1800 MHz-DCS-Handys, auf das Reproduktions-Vermögen des Insekts Drosophila melanogaster untersucht werden sowie die Abhängigkeit der Wirkung von verschiedenen elektromagnetischen Feld-Parametern (z.B. Stärke, Trägerfrequenz, Abstand von der Antenne).

Hintergrund/weitere Details

Es gab sechs Experimente: 1.) GSM 900 MHz-Exposition im Nicht-Sprech-Modus (nicht-moduliert), 2.) Handy-Exposition im Sprech-Modus (modulierte Emission, GSM), 3.) Untersuchung von Wirkungen des GSM-Mobilfunk-Signals auf das Reproduktions-Vermögen bei jedem Geschlecht separat, 4) Vergleich der biologischen Aktivität zwischen GSM 900 MHz und DCS 1800 MHz, 5) Exposition der Insekten bei verschiedenen Abständen (0-100 cm), beide Expositions-Typen, 6) Wirkungen auf die DNA-Fragmentierung (Zelltod) in den Eierstocks-Zellen. In jedem Experiment wurden verschiedene exponierte und schein-exponierte Gruppen verwendet.
Jede Gruppe bestand aus 10 weiblichen und 10 männlichen frisch geschlüpften Fliegen, die für die ersten 48 Stunden in separaten Fläschchen gehalten wurden. Nach den 48 Stunden, wenn sowohl die Männchen wie auch die Weibchen sexuell ausgereift waren, wurden sie zusammen in ein anderes Glasfläschchen überführt (10 Paare), wo sie sich paaren und für die nächsten 72 Stunden Eier ablegen konnten.
Für die Zelltod-Untersuchungen wurden die Ovariolen untersucht (Hintergrund-Informationen zu den Ovariolen, siehe Panagopoulos 2007b).

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Untersuchung der nicht-modulierten GSM-Exposition auf das Reproduktions-Vermögen
Exposition 2: 900 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Untersuchung der GSM-Exposition auf das Reproduktions-Vermögen
Exposition 3: 900 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 2 Tagen
separate Untersuchung jedes Geschlechts
Exposition 4: 900–1.800 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Vergleich von GSM 900- und DCS 1800-Exposition
Exposition 5: 900–1.800 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Experiment mit verschiedenen Abständen (d.h. Stärken)
Exposition 6: 900–1.800 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 min/Tag an 6 Tagen
Zelltod-Experiment

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Zusatzinfo Untersuchung der nicht-modulierten GSM-Exposition auf das Reproduktions-Vermögen
Zusatzinfo GSM phone in non-speaking (DTX) mode
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 4,6315 ms
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

additional frequencies: 8.34 Hz, 2 Hz

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • commercially available digital mobile phone
Aufbau flies kept in 10 cm high glass vials with a diameter of 2.5 cm, closed with a cotton plug; during exposure plug pushed down in the vial to about 1 cm from the ground; mobile phone placed outside the vial in contact to it
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2 W - - - -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Zusatzinfo Untersuchung der GSM-Exposition auf das Reproduktions-Vermögen
Zusatzinfo GSM phone in speaking mode
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 4,6315 ms
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

additional frequencies: 8.34 Hz, 2 Hz

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2 W - - - -

Exposition 3

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 2 Tagen
Zusatzinfo separate Untersuchung jedes Geschlechts
Zusatzinfo GSM phone in speaking mode flies were treated in four groups: i) male and female flies exposed ii) only female flies exposed iii) only male flies exposed iv) male and female flies sham exposed
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 4,6315 ms
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

additional frequencies: 8.34 Hz, 2 Hz

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2 W - - - -

Exposition 4

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–1.800 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Zusatzinfo Vergleich von GSM 900- und DCS 1800-Exposition
Zusatzinfo flies were treated in four groups: i) GSM 900 exposure with the phone's antenna in contact to the vial ii) GSM 900 exposure with the phone's antenna at 1 cm distance to the vial iii) DCS 1800 exposure with the phone's antenna in contact to the vial iv) sham exposure
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 4,631 ms
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

additional frequencies: 8.34 Hz, 2 Hz

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
elektrische Feldstärke 22,3 V/m Mittelwert über Zeit gemessen - +/- 2,2 V/m ELF-Komponente für Gruppe i)
magnetische Flussdichte 0,05 µT Mittelwert über Zeit gemessen - +/- 0,008 µT ELF-Komponente für Gruppe i)
Leistungsflussdichte 0,407 mW/cm² - gemessen - +/- 0,061 mW/cm² für Gruppe i)
elektrische Feldstärke 13,9 V/m Mittelwert über Zeit gemessen - +/- 1,6 V/m für Gruppe ii)
magnetische Flussdichte 0,04 µT Mittelwert über Zeit gemessen - +/- 0,007 µT für Gruppe ii)
Leistungsflussdichte 0,286 mW/cm² - gemessen - +/- 0,05 mW/cm² für Gruppe ii)
elektrische Feldstärke 14,2 V/m Mittelwert über Zeit gemessen - +/- 1,7 V/m für Gruppe iii)
magnetische Flussdichte 0,038 µT Mittelwert über Zeit gemessen - +/- 0,007 µT für Gruppe iii)
Leistungsflussdichte 0,283 mW/cm² - gemessen - +/- 0,043 mW/cm² für Gruppe iii)
SAR 0,89 W/kg Maximum - - Herstellerangabe für den Kopf
Leistung 2 W - - - für GSM
Leistung 1 W - - - für DCS

Exposition 5

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–1.800 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 5 Tagen
Zusatzinfo Experiment mit verschiedenen Abständen (d.h. Stärken)
Zusatzinfo flies were treated in 13 groups: i) GSM 900 or DCS 1800 exposure with the phone's antenna in contact to the vial ii) GSM 900 or DCS 1800 exposure with the phone's antenna at 1 cm distance to the vial iii) GSM 900 or DCS 1800 exposure with the phone's antenna at 10 cm distance to the vial iv)GSM 900 or DCS 1800 exposure with the phone's antenna at 20 cm distance to the vial . . . xii) GSM 900 or DCS 1800 exposure with the phone's antenna at 100 cm distance to the vial xiii) sham exposure
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 4,631 ms
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

additional frequencies: 8.34 Hz, 2 Hz

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 0,89 W/kg Maximum - - Herstellerangabe für den Kopf
Leistung 2 W - - - für GSM
Leistung 1 W - - - für DCS
Leistungsflussdichte 0,38 mW/cm² Maximum gemessen - +/- 0,058 mW/cm² für GSM bei 0 cm Entfernung
Leistungsflussdichte 0,0004 mW/cm² Minimum gemessen - +/- 0,0001 mW/cm² für GSM bei 100 cm Entfernung
elektrische Feldstärke 19 V/m Maximum gemessen - +/- 2,5 V/m für GSM bei 0 cm Entfernung
elektrische Feldstärke 0,1 V/m Minimum gemessen - +/- 0,02 V/m für GSM bei 50 cm Entfernung
magnetische Flussdichte 0,09 µT Maximum gemessen - +/- 0,015 µT für GSM bei 0 cm Entfernung
magnetische Flussdichte 0,005 µT Minimum gemessen - +/- 0,001 µT für GSM bei 40 cm Entfernung
Leistungsflussdichte 0,25 mW/cm² Maximum gemessen - +/- 0,048 mW/cm² für DCS bei 0 cm Entfernung
Leistungsflussdichte 0,0002 mW/cm² Minimum gemessen - +/- 0,0001 mW/cm² für DCS bei 100 cm Entfernung
elektrische Feldstärke 13 V/m Maximum gemessen - +/- 2,1 V/m für DCS bei 0 cm Entfernung
elektrische Feldstärke 0,1 V/m Minimum gemessen - +/- 0,04 V/m für DCS bei 40 cm Entfernung
magnetische Flussdichte 0,06 µT Maximum gemessen - +/- 0,008 µT für DCS bei 0 cm Entfernung
magnetische Flussdichte 0,006 µT Minimum gemessen - +/- 0,001 µT für DCS bei 30 cm Entfernung

Exposition 6

Hauptcharakteristika
Frequenz 900–1.800 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 min/Tag an 6 Tagen
Zusatzinfo Zelltod-Experiment
Zusatzinfo flies were treated in five groups: i) GSM 900 exposure with the phone's antenna in contact to the vial ii) GSM 900 exposure with the phone's antenna at 1 cm distance to the vial iii) DCS 1800 exposure with the phone's antenna in contact to the vial iv) sham exposure v) control
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 4,631 ms
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

additional frequencies: 8.34 Hz, 2 Hz

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 0,89 W/kg Maximum - - Herstellerangabe für den Kopf
Leistung 2 W - - - für GSM
Leistung 1 W - - - für DCS

Referenzartikel

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Wenige Minuten einer täglichen Mobilfunk-Exposition für nur wenige Tage verminderten signifikant die Insekten-Reproduktion um bis zu 60% (Experiment 2 mit dem modulierten Feld). Beide Geschlechter waren betroffen, aber die Weibchen stärker als die Männchen. Die Wirkung kam bei beiden Typen der digitalen Handy-Befeldung (GSM 900 MHz und DCS 1800 MHz) aufgrund von DNA-Fragmentierung in den Gonaden zustande.
Die GSM-Exposition war aufgrund der höheren Stärke unter gleichen Bedingungen biologisch aktiver als die DCS-Exposition. Die Verminderung des Reproduktions-Vermögens schien nicht-linear abhängig zu sein von der Befeldungs-Stärke, mit einem Spitzenwert für Stärken von mehr als 200 µW/cm² und einem Fenstereffekt bei rund um 10 µW/cm². Dieses Stärke-"Fenster" trat in einem Abstand von 20-30 cm von der Handy-Antenne auf.

Studienmerkmale:

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