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Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Tinnitus and mobile phone use.

[Tinnitus und Mobiltelefon-Nutzung].

Veröffentlicht in: Occup Environ Med 2010; 67 (12): 804-808

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine Fall-Kontroll-Studie in Österreich durchgeführt, um zu untersuchen, ob die Nutzung von Mobiltelefonen das Risiko von Tinnitus erhöht.

Weitere Details

Die Energie des Mobiltelefons wird vorwiegend von der Kopfseite absorbiert, an die das Mobiltelefon währends des Anrufes gehalten wird. Deshalb wurde die Lateralität der Mobiltelefon-Nutzung und Tinnitus untersucht, d.h. ob das Mobiltelefon an dieselbe Seite des Kopfes gehalten wurde, an der später der Tinnitus auftrat (ipsilateral) oder an die gegenüberliegenden Seite (kontralateral). Da nur wenige Teilnehmer ihr Mobiltelefon ausschließlich an einer Kopfseite benutzten, wurde die Nutzung von jedem Teilnehmer in einen ipsilateralen und einen kontralateralen Anteil aufgeteilt.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Referenzgruppe 1 Mobiltelefon-Nutzung, ipsilateral: nie
Gruppe 2 Mobiltelefon-Nutzung, ipsilateral: ja
Referenzgruppe 3 Mobiltelefon-Nutzung, kontralateral: nie
Gruppe 4 Mobiltelefon-Nutzung, kontralateral: ja
Referenzgruppe 5 Mobiltelefon-Nutzung, insgesamt: nie
Gruppe 6 Mobiltelefon-Nutzung, insgesamt: ja
Gruppe 7 durchschnittliche Dauer der Mobiltelefon-Nutzung, ipsilateral: < 10 min/Tag
Gruppe 8 durchschnittliche Dauer der Mobiltelefon-Nutzung, ipsilateral: ≥ 10 min/Tag
Gruppe 9 durchschnittliche Dauer der Mobiltelefon-Nutzung, kontralateral: < 10 min/Tag
Gruppe 10 durchschnittliche Dauer der Mobiltelefon-Nutzung, kontralateral: ≥ 10 min/Tag
Gruppe 11 durchschnittliche Dauer der Mobiltelefon-Nutzung, insgesamt: < 10 min/Tag
Gruppe 12 durchschnittliche Dauer der Mobiltelefon-Nutzung, insgesamt: ≥ 10 min/Tag
Gruppe 13 Gesamtdauer der Mobiltelefon-Nutzung, ipsilateral: < 160 h
Gruppe 14 Gesamtdauer der Mobiltelefon-Nutzung, ipsilateral: ≥ 160 h
Gruppe 15 Gesamtdauer der Mobiltelefon-Nutzung, kontralateral: < 160 h
Gruppe 16 Gesamtdauer der Mobiltelefon-Nutzung, kontralateral: ≥ 160 h
Gruppe 17 Gesamtdauer der Mobiltelefon-Nutzung, insgesamt: < 160 h
Gruppe 18 Gesamtdauer der Mobiltelefon-Nutzung, insgesamt: ≥ 160 h
Gruppe 19 Gesamtzahl der Telefonate, Mobiltelefon-Nutzung ipsilateral: < 4000
Gruppe 20 Gesamtzahl der Telefonate, Mobiltelefon-Nutzung ipsilateral: ≥ 4000
Gruppe 21 Gesamtzahl der Telefonate, Mobiltelefon-Nutzung kontralateral: < 4000
Gruppe 22 Gesamtzahl der Telefonate, Mobiltelefon-Nutzung kontralateral: ≥ 4000
Gruppe 23 Gesamtzahl der Telefonate, Mobiltelefon-Nutzung insgesamt: < 4000
Gruppe 24 Gesamtzahl der Telefonate, Mobiltelefon-Nutzung insgesamt: ≥ 4000
Gruppe 25 Mobiltelefon-Nutzung ipsilateral: keine oder < 1 Jahr
Gruppe 26 Mobiltelefon-Nutzung ipsilateral: 1 - 3 Jahre
Gruppe 27 Mobiltelefon-Nutzung ipsilateral: ≥ 4 Jahre
Gruppe 28 Mobiltelefon-Nutzung kontralateral: keine oder < 1 Jahr
Gruppe 29 Mobiltelefon-Nutzung kontralateral: 1 - 3 Jahre
Gruppe 30 Mobiltelefon-Nutzung kontralateral: ≥ 4 Jahre
Gruppe 31 Mobiltelefon-Nutzung insgesamt: keine oder < 1 Jahr
Gruppe 32 Mobiltelefon-Nutzung insgesamt: 1 - 3 Jahre
Gruppe 33 Mobiltelefon-Nutzung insgesamt: ≥ 4 Jahre

Population

  • Gruppe:
    • Männer
    • Frauen
  • Alter: 16–80 Jahre
  • Beobachtungszeitraum: Nov 2003 - Nov 2004
  • Studienort: Österreich (Wien)

Fallgruppe

Kontrollgruppe

  • ambulante Patienten ohne Symptome im Zusammenhang mit Tinnitus
  • Auswahl:
    • krankenhausbezogen
  • Matching:
    • Geschlecht
    • Alter
    • Fall:Kontrolle = 1:1

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Teilnehmerzahl 100 100
Statistische Analysemethode:
  • konditionale logistische Regression
( Anpassung:
  • Alter
  • Ausbildungsjahre, im Stadtgebiet lebend
)

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Insgesamt wurde kein statistisch signifikant erhöhtes Risiko für Mobiltelefon-Nutzung und Tinnitus in den Untergruppen beobachtet, außer für die Untergruppe der ipsilateralen Nutzung 4 Jahre oder länger (OR 1,95; KI 1,00-3,80). Die Autoren schlussfolgerten, dass häufige und lange andauernde Nutzung eines Mobiltelefons mit Tinnitus in Zusammenhang stehen könnte.

Studie gefördert durch

  • Ear, Nose and Throat Department, Medical University of Vienna, Austria
  • Institute of Environmental Health, Medical University of Vienna, Austria

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