Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Effects of GSM-modulated 900 MHz radiofrequency electromagnetic fields on the hematopoietic potential of mouse bone marrow cells. med./bio.

[Wirkungen GSM-modulierter 900 MHz hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf das blutbildende Potenzial von Knochenmarks-Zellen der Maus].

Veröffentlicht in: Bioelectromagnetics 2014; 35 (8): 559-567

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte die Fähigkeit von Knochenmarks-Vorläuferzellen aus Mäusen, die bei einem hochfrequenten Feld exponiert waren, untersucht werden, Thymus und Milz letal röntgenbestrahlter Mäuse zu kolonisieren und sich zu differenzieren. Die Studie stellt eine Erweiterung zur Vorgängerstudie von Prisco et al., 2008 dar.

Hintergrund/weitere Details

Die Studie sollte die Ergebnisse der Vorgängerstudie verifizieren und mithilfe einer neuen, sensibleren Methode überprüfen. Daher wurden zwei verschiedene Ansätze durchgeführt: In Ansatz 1 erhielten letal röntgenbestrahlte Wildtyp B/6-Mäuse Injektionen mit Knochenmarks-Zellen aus syngenen exponierten (1a, n=8), schein-exponierten (1b, n=8) und Käfig-Kontroll-Tieren (1c, n=8). In Ansatz 2 erhielten drei letal röntgenbestrahlte Rag2-defiziente Mäuse jeweils 50:50-Mischungen von Knochenmarks-Zellen: 2a) aus Käfig-Kontrolle (Wildtyp B/6) und Schein-Exposition (kongen B/6), 2b) aus Schein-Exposition (kongen B/6) und Exposition (Wildtyp B/6) und 2c) aus Käfig-Kontrolle (kongen B/6) und Exposition (Wildtyp B/6).
Da Rag2-defiziente Mäuse selber keine ausgereiften B-Zellen und T-Zellen produzieren können, wurde Ansatz 2 zur Auffindung von sehr feinen Unterschieden zwischen jeweils zwei verschiedenen Behandlungen verwendet, da diese Zellen aus den transplantierten Knochenmarks-Zellen entstehen, bei der Kolonisation von Thymus und Milz konkurrieren und ihr Ursprung nachverfolgt werden kann. Der Wildtyp und die kongenen Spender-Mäuse exprimieren jeweils eine andere Variante des Thy1-Oberflächenmoleküls CD90 auf T-Zellen (Thy1a und Thy1b) und der schweren Kette der Immunglobine Igh auf B-Zellen (Igha und Ighb), welche spezifisch mit Antikörpern detektiert werden können. Die Untersuchung fand 12 Wochen nach der Transplantation statt.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 2 Stunden/Tag und 5 Tage/Woche für 4 Wochen

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Charakteristik
Expositionsdauer kontinuierlich für 2 Stunden/Tag und 5 Tage/Woche für 4 Wochen
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Pulsart rechteckig
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer 8 mice each were placed in a Transverse ElectroMagnetic (TEM) chamber (12 x 12 x 120 cm) made of transparent cylindrical polymethyl methacrylate
Aufbau mice were fixed with their caudal axis parallel to the direction of the field propagation and exposed with daily clockwise rotation of the animals
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 2 W/kg - berechnet und gemessen - -

Referenzartikel

  • Laudisi F et al. (2012): Prenatal exposure to radiofrequencies: Effects of WiFi signals on thymocyte development and peripheral T cell compartment in an animal model.
  • Prisco MG et al. (2008): Effects of GSM-modulated radiofrequency electromagnetic fields on mouse bone marrow cells.
  • Ardoino L et al. (2005): A radio-frequency system for in vivo pilot experiments aimed at the studies on biological effects of electromagnetic fields.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • während der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Es wurden keinerlei Unterschiede bezüglich Zellzahl der Thymozyten und Milz-Zellen, Anteile der Subpopulationen, Zellproliferation und dem Gehalt an Interferon-Gamma zwischen den Gruppen von Ansatz 1 entdeckt. Ansatz 2 zeigte bei den Mäusen 2a) und 2c) einen leicht erhöhten, jedoch nicht signifikanten Anteil an Zellen, welche von Käfig-Kontroll-Tieren abstammten. Dies wurde als geringere Fitness der Zellen aus Schein-Expositions- und Expositions-Tieren interpretiert, da diese vermehrt Stress durch die Expositions-Prozedur ausgesetzt waren.
Die Autoren schlussfolgern, dass ihre Ergebnisse keinerlei Hinweise auf Wirkungen einer chronischen Ganzkörperexposition bei einem 900 MHz-GSM-elektromagnetischen Feld auf die Fähigkeit von Knochenmarks-Vorläuferzellen aus Mäusen zur Kolonisierung von Thymus und Milz und zur Differenzierung geben und die Ergebnisse ihrer vorherigen Studie damit bestätigt sind.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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