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Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Memory performance, wireless communication and exposure to radiofrequency electromagnetic fields: A prospective cohort study in adolescents.

[Gedächtnis-Leistung, drahtlose Kommunikation und Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern: eine prospektive Kohortenstudie mit Jugendlichen].

Veröffentlicht in: Environ Int 2015; 85: 343-351

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer in der Schweiz durchgeführten prospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, ob die Gedächtnis-Leistung bei Jugendlichen durch eine kumulierte Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von drahtlosen Kommunikationsgeräten beeinflusst wird.

Weitere Details

Die Gedächtnis-Leistung wurde mithilfe einer standardisierten rechnergestützten kognitiven Test-Reihe (Intelligenz-Struktur-Test 2000R) bestimmt.
Weitere Ergebnisse der HERMES-Studie (Health Effects Related to Mobile phonE use in adolescentS) wurden zu Verhaltens-Problemen und Konzentrations-Vermögen von Roser et al. (2016), zum Wohlbefinden im Zusammenhang mit Mobiltelefon-Nutzung von Schoeni et al. (2016) und zu körperlichen Beschwerden im Zusammenhang mit Mobiltelefon-Nutzung von Schoeni et al. (2016) veröffentlicht.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:
  • Prävalenz

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Referenzgruppe 1 selbstberichtete Dauer des Datenverkehrs mit einem Mobiltelefon (min/Tag): ≤ Median (gering)
Gruppe 2 selbstberichtete Dauer des Datenverkehrs mit einem Mobiltelefon (min/Tag): > 50. - ≤ 75. Perzentil (mittel)
Gruppe 3 selbstberichtete Dauer des Datenverkehrs mit einem Mobiltelefon (min/Tag): > 75. Perzentil (hoch)
Referenzgruppe 4 selbstberichtete Anrufdauer mit einem Schnurlostelefon (min/Tag): ≤ Median (gering)
Gruppe 5 selbstberichtete Anrufdauer mit einem Schnurlostelefon (min/Tag): > 50. - ≤ 75. Perzentil (mittel)
Gruppe 6 selbstberichtete Anrufdauer mit einem Schnurlostelefon (min/Tag): > 75. Perzentil (hoch)
Referenzgruppe 7 selbstberichtete Anrufdauer mit einem Mobiltelefon (min/Tag): ≤ Median (gering)
Gruppe 8 selbstberichtete Anrufdauer mit einem Mobiltelefon (min/Tag): > 50. - ≤ 75. Perzentil (mittel)
Gruppe 9 selbstberichtete Anrufdauer mit einem Mobiltelefon (min/Tag): > 75. Perzentil (hoch)
Referenzgruppe 10 auf Betreiberdaten basiertes Volumen des Datenverkehrs mit einem Mobiltelefon (MB/Tag): ≤ Median (gering)
Gruppe 11 auf Betreiberdaten basiertes Volumen des Datenverkehrs mit einem Mobiltelefon (MB/Tag): > 50. - ≤ 75. Perzentil (mittel)
Gruppe 12 auf Betreiberdaten basiertes Volumen des Datenverkehrs mit einem Mobiltelefon (MB/Tag): > 75. Perzentil (hoch)
Referenzgruppe 13 auf Betreiberdaten basierte Anrufdauer mit einem Mobiltelefon (min/Tag): ≤ Median (gering)
Gruppe 14 auf Betreiberdaten basierte Anrufdauer mit einem Mobiltelefon (min/Tag): > 50. - ≤ 75. Perzentil (mittel)
Gruppe 15 auf Betreiberdaten basierte Anrufdauer mit einem Mobiltelefon (min/Tag): > 75. Perzentil (hoch)

Population

  • Gruppe:
    • Kinder
  • Alter: 12–17 Jahre
  • Merkmale: Jugendliche der Klassen 7, 8 und 9
  • Beobachtungszeitraum: 2012 - 2014
  • Studienort: Schweiz

Studiengröße

Teilnehmerzahl 439
Teilnehmerrate 19 %
Anzahl auswertbar 425
Statistische Analysemethode:
  • lineare Regression
( Anpassung:
  • Alter
  • Geschlecht
  • Bildung
  • Nationalität, Sport, Alkohol, Bildungsstand der Eltern usw.
)

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Die über ein Jahr kumulierte Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern hing mit einer Abnahme der visuellen Gedächtnis-Leistung in Bezug auf verschiedene Expositions-Schätzer zusammen. Es wurde kein Zusammenhang für die verbale Gedächtnis-Leistung beobachtet.
Die Autoren schlussfolgerten, dass eine Verminderung der Gedächtnis-Leistung im Verlauf eines Jahrs mit der kumulierten Nutzungsdauer von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen und stärker mit der Dosis von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern zusammenhing. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern die Gedächtnis-Leistung beeinflusst.

Studie gefördert durch

  • Swiss National Science Foundation (SNF)

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