Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Genotoxicity induced by foetal and infant exposure to magnetic fields and modulation of ionising radiation effects. med./bio.

[Durch Exposition des Fötus und kindliche Exposition bei Magnetfeldern hervorgerufene Genotoxizität und Modulation der Wirkungen ionisierender Strahlung].

Veröffentlicht in: PLoS One 2015; 10 (11): e0142259-1-e0142259-14

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die genotoxischen Wirkungen einer pränatalen und postnatalen Exposition von Mäusen bei einem 50 Hz-Magnetfeld und vorausgehender Röntgenbestrahlung auf Erythrozyten und Spermien untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Trächtige Mäuse wurden in 4 Gruppen eingeteilt (jeweils n=2 Muttertiere pro Gruppe): 1) nur Exposition bei dem Magnetfeld (n=20 Jungtiere), 2) nur Röntgenbestrahlung (1 Gy) am Tag 11,5 nach der Empfängis (n=25 Jungtiere), 3) Röntgenbestrahlung und anschließende Exposition bei dem Magnetfeld (n=31 Jungtiere), 4) Schein-Exposition (n=27 Jungtiere).
Am Tag 42 nach der Geburt wurden 43 Jungtiere zur Untersuchung der Hoden und Spermien getötet und der Rest wurde nach 140 Tagen getötet (Anmerkung EMF-Portal: Es wird nicht angegeben, wie viele Tiere jeder Gruppe getötet wurden und möglicherweise wurden insgesamt mehr Tiere getötet. Die Angaben dazu sind widersprüchlich und die Anzahl der genutzten Tieren in den verschiedenen Tests ist nicht zur Gänze nachvollziehbar).

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 50 Hz
Expositionsdauer: kontinuierlich von Tag 11,5 nach der Empfängis bis Tag 21 nach der Geburt (Entwöhnung) (insgesamt 30 Tage)

Allgemeine Informationen

X-irradiation was 1 Gy on day 11.5 post conception prior to MF exposure in a Gilardoni apparatus (Gilardoni, Italy) at a dose rate of 0.5 Gy/min

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich von Tag 11,5 nach der Empfängis bis Tag 21 nach der Geburt (Entwöhnung) (insgesamt 30 Tage)
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer polycarbonate cages
Aufbau polycarbonate cages were placed in solenoid (0.8 m in length and 0.13 m in radius, with 552 turns of 2.5 mm2 copper wire, wound in two layers in continuous forward-backward fashion around a cylinder made of PVC; applied voltage was 6.5 V (rms)); the field was uniform between ± 5% in the volume where the mice were exposed; the solenoid was not shielded against the electric field, as the induced electric field was negligible due to the low voltage used; temperature and the relative humidity were 22°C and 40%, respectively
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Zusatzinfo control and X-radiation groups were placed in a switched off solenoid
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 65 µT Effektivwert - - -

Referenzartikel

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

In den Gruppen 2 (nur Röntgenstrahlung) und 3 (Röntgenstrahlung und Magnetfeld-Exposition) wurde zu verschiedenen Zeitpunkten eine signifikant erhöhte Anzahl an Mikrokernen im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe (Gruppe 4) gefunden. In Gruppe 1 (nur Magnetfeld-Exposition) wurde nur nach 42 Tagen eine im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe signifikant erhöhte Anzahl an Mikrokernen beobachtet.
Das durchschnittliche Gewicht der Hoden war in allen Expositions-Gruppen (Gruppen 1-3) im Vergleich zu der Schein-Expositions-Gruppe signifikant geringer. Eine Exposition bei dem Magnetfeld allein oder Röntgenstrahlung allein führte zu einer signifikant reduzierten Menge an post-meiotischen haploiden Spermatiden im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe und zu einer Kombination von Röntgenstrahlung und MF-Exposition. Die durchschnittliche Spermien-Anzahl war bei röntgenbestrahlten Mäusen im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe und zu einer Kombination von Röntgenstrahlung und MF-Exposition signifikant reduziert.
Bei den Comet-Assays führte die Kombination von Röntgenstrahlung und MF-Exposition im Vergleich zu Röntgenstrahlung allein zu signifikant weniger DNA-Schäden.
Es wurden in keiner Gruppe teratogene Wirkungen gefunden.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine pränatale und postnatale Exposition von Mäusen bei einem 50 Hz-Magnetfeld nur eine geringes genotoxisches Potential besitzt, jedoch die Wirkungen einer vorausgehenden Röntgenbestrahlung auf Spermien verändern könnte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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