Home
Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Effect of 1.8 GHz radiofrequency electromagnetic radiation on novel object associative recognition memory in mice.

[Wirkung von 1,8 GHz hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf das Wiedererkennungsgedächtnis der Maus gegenüber neuartigen Objekten].

Veröffentlicht in: Sci Rep 2017; 7: 44521

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen einer Exposition bei einem 1,8 GHz-elektromagnetischen Feld auf das Objekt-Erkennungs-Gedächtnis und begleitende Gehirn-Parameter bei Mäusen untersucht werden.
Hintergrund/weitere Details: Für den Objekt-Erkennungstest (NORT) wurden die Mäuse bei einem elektromagnetischen Feld mit einer spezifischen Absorptionsrate von 1,98 W/kg, 2,2 W/kg, 2,42 W/kg, 2,86 W/kg, oder 3,3 W/kg (n=8-12 exponiert, n=7-12 schein-exponiert) exponiert und nach 3, 4, 5 und 8 Tagen untersucht. Für den Open Field-Test (n=12 exponiert, n=10 schein-exponiert), die histologischen (n=16-18 exponiert, n=10-21 schein-exponiert) und die elektrophysiologischen Untersuchungen (jeweils n=12-20 exponiert, n=11-16) wurden die Tiere bei einem SAR von 3,3 W/kg exponiert und nach 3 Tagen untersucht. Jede Expositions-Gruppe hatte jeweils ihre eigene Schein-Expositions-Gruppe.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 1,8 GHz
Expositionsdauer: 30 Minuten
Objekterkennung (NORT)
Exposition 2: 1,8 GHz
Expositionsdauer: 30 Minuten
Objekterkennung (NORT)
Exposition 3: 1,8 GHz
Expositionsdauer: 30 Minuten
Objekterkennung (NORT)
Exposition 4: 1,8 GHz
Expositionsdauer: 30 Minuten
Objekterkennung (NORT)
Exposition 5: 1,8 GHz
Expositionsdauer: 30 Minuten
Objekterkennung (NORT), Open Field, histologische und elektrophysiologische Tests
Exposition 1
Hauptcharakteristika
Frequenz 1,8 GHz
Typ
Expositionsdauer 30 Minuten
Zusatzinfo Objekterkennung (NORT)
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer zwei Käfige mit Mäusen für jede experimentelle Gruppe (exponiert und schein-exponiert)
Aufbau Expositions-System bestand aus Computer, einer Quelle für das Mikrowellen-Signal und einer zweidimensional beweglichen Plattform; Apertur-Ebene der Hornantenne war 21,4 x 16,3 cm2
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Zusatzinfo oberflächliche Körpertemperatur wurde mittels einer Infrarotkamera gemessen und es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Mäusen, die bei einem elektromagnetischen Feld von 3,3 W/kg exponiert und Mäusen die schein-exponiert wurden
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 1,98 W/kg Mittelwert berechnet Gehirn -
elektrische Feldstärke 138,8 V/m Effektivwert gemessen - bei einem Abstand von 1,5 m von der Antenne
Leistung 90 W - - - -
Exposition 2
Hauptcharakteristika
Frequenz 1,8 GHz
Typ
Expositionsdauer 30 Minuten
Zusatzinfo Objekterkennung (NORT)
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 2,2 W/kg Mittelwert berechnet Gehirn -
elektrische Feldstärke 146,4 V/m Effektivwert gemessen - bei einem Abstand von 1,5 m von der Antenne
Leistung 100 W - - - -
Exposition 3
Hauptcharakteristika
Frequenz 1,8 GHz
Typ
Expositionsdauer 30 Minuten
Zusatzinfo Objekterkennung (NORT)
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 2,42 W/kg Mittelwert berechnet Gehirn -
elektrische Feldstärke 153,5 V/m Effektivwert gemessen - bei einem Abstand von 1,5 m von der Antenne
Leistung 110 W - - - -
Exposition 4
Hauptcharakteristika
Frequenz 1,8 GHz
Typ
Expositionsdauer 30 Minuten
Zusatzinfo Objekterkennung (NORT)
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 2,86 W/kg Mittelwert berechnet Gehirn -
elektrische Feldstärke 166,9 V/m Effektivwert gemessen - bei einem Abstand von 1,5 m von der Antenne
Leistung 130 W - - - -
Exposition 5
Hauptcharakteristika
Frequenz 1,8 GHz
Typ
Expositionsdauer 30 Minuten
Zusatzinfo Objekterkennung (NORT), Open Field, histologische und elektrophysiologische Tests
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
SAR 3,3 W/kg Mittelwert berechnet Gehirn -
elektrische Feldstärke 179,3 V/m Effektivwert gemessen - bei einem Abstand von 1,5 m von der Antenne
Leistung 150 W - - - -
Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes Material:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Drei Tage nach der Exposition (SAR von 2,2 W/kg und höher) zeigten die Mäuse, verglichen mit denen der Schein-Exposition, verbesserte Gedächtnis-Leistungen im Erkennen von neuen Objekten. Diese Wirkung bestand auch noch am achten Tag nach der Exposition. Es wurde allerdings keine Expositions-Wirkung auf die Bewegungsaktivität gefunden.
Die histologische Untersuchung zeigte, dass die Dichte der dendritischen Dornen in Pyramidenzellen des Hippocampus und die Länger der dendritischen Dornen im präfrontalen Kortex bei exponierten Mäusen im Vergleich zur Schein-Exposition signifikant erhöht waren. Die elektrophysiologischen Untersuchungen ergaben eine signifikant erhöhte Erregbarkeit in präfrontalen kortikalen und Hippocampus-Gewebeschnitten exponierter Mäuse im Vergleich zur Schein-Exposition.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine einzelne Exposition bei einem 1,8 GHz-elektromagnetischen Feld mit einem SAR von 3,3 W/kg das Objekt-Erkennungs-Gedächtnis bei Mäusen verbessert, was von histologischen und elektrophysiologischen Veränderungen begleitet wird und empfehlen weitere Studien um eine potenzielle therapeutische Wirkung zu untersuchen.
Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

  • National Basic Research Program of China
  • Shanghai Leading Academic Discipline Project, China
  • National Key Research & Development (R&D) Plan, China

Themenverwandte Artikel

  • Hussein S et al. (2016): Biochemical and histological studies on adverse effects of mobile phone radiation on rat's brain.
  • Razavinasab M et al. (2016): Maternal mobile phone exposure alters intrinsic electrophysiological properties of CA1 pyramidal neurons in rat offspring.
  • Mugunthan N et al. (2016): Effects of Long Term Exposure of 900-1800 MHz Radiation Emitted from 2G Mobile Phone on Mice Hippocampus- A Histomorphometric Study.
  • Kerimoglu G et al. (2016): Pernicious effects of long-term, continuous 900-MHz electromagnetic field throughout adolescence on hippocampus morphology, biochemistry and pyramidal neuron numbers in 60-day-old Sprague Dawley male rats.
  • Deshmukh PS et al. (2016): Effect of Low Level Subchronic Microwave Radiation on Rat Brain.
  • Sahin A et al. (2015): Deleterious impacts of a 900 MHz electromagnetic field on hippocampal pyramidal neurons of 8-week-old Sprague Dawley male rats.
  • Ikinci A et al. (2013): The Effects of Prenatal Exposure to a 900 Megahertz Electromagnetic Field on Hippocampus Morphology and Learning Behavior in Rat Pups.
  • Hao D et al. (2013): Effects of long-term electromagnetic field exposure on spatial learning and memory in rats.
  • Ntzouni MP et al. (2013): Transient and cumulative memory impairments induced by GSM 1.8 GHz cell phone signal in a mouse model.
  • Narayanan SN et al. (2010): Effect of radio-frequency electromagnetic radiations (RF-EMR) on passive avoidance behaviour and hippocampal morphology in Wistar rats.