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Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Modeled and Perceived Exposure to Radiofrequency Electromagnetic Fields From Mobile-Phone Base Stations and the Development of Symptoms Over Time in a General Population Cohort.

[Modellierte und wahrgenommene Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobilfunk-Basisstationen und die Entwicklung von Symptomen über die Zeit in einer Bevölkerungskohorte].

Veröffentlicht in: Am J Epidemiol 2017; 186 (2): 210-219

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer in der Niederlande durchgeführten bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der modellierten und der wahrgenommenen Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobilfunk-Basisstationen gibt und wie die modellierte und wahrgenommene Exposition mit unspezifischen Symptomen und Schlafstörungen im zeitlichen Verlauf zusammenhängen.

Weitere Details

Unspezifische körperliche Beschwerden und Schlafstörungen wurden mithilfe der Somatisierungsskala des 4-dimensionalen Symptom-Fragebogens (4DSQ-S) und der Schlafskala der Gesundheitsstudie (MOS) erhoben.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:
  • Prävalenz

Exposition

Abschätzung

Population

  • Gruppe:
    • Männer
    • Frauen
  • Alter: 31–65 Jahre
  • Merkmale: Teilnehmer der Arbeits- und Umweltgesundheits-Kohorten-Studie (AMIGO)
  • Beobachtungszeitraum: 2011 - 2012, Follow-Up 2013 - 2014
  • Studienort: Niederlande

Studiengröße

Gesamtzahl 14.829
Sonstiges: Gruppe mit 3992 Teilnehmern wurde ausgewählt für Follow-Up 2013 (n=2228) und 2014 (n=1740)
Statistische Analysemethode:
  • Fixed-Effect-Regressionsmodell
( Anpassung:
  • Alter
  • Geschlecht
  • Bildung
  • sozioökonomischer Status
  • Verstädterungsgrad
)

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Es wurde nur eine geringe Korrelation zwischen der modellierten und wahrgenommenen Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobilfunkbasisstationen bei den Studienteilnehmern zu Studienbeginn beobachtet. Bei 222 Follow-up-Teilnehmern stieg die modellierte Exposition erheblich (> 0,030 mW/m2) zwischen dem Zeitpunkt 2011/2012 und 2013 an. Dieser Anstieg in der modellierten Exposition hing mit einer Zunahme der wahrgenommenen Exposition im selben Zeitraum zusammen.
Es wurde kein Zusammenhang zwischen der modellierten Exposition und Beschwerden gefunden. Im Gegensatz hing die wahrgenommene Exposition mit häufigeren Angaben von Beschwerden sowohl in der Querschnittsanalyse als auch in der Längsschnittanalyse zusammen, für Schlafstörungen nur in der Querschnittsanalyse.
Die Autoren schlussfolgern, dass die Studie zur Evidenz beiträgt, dass es anscheinend keine erheblichen Beeinträchtigungen durch die tägliche häusliche Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobilfunkbasisstationen auf die Entwicklung von unspezifischen körperlichen Symptomen und Schlafstörungen in der Allgemeinheit gibt. Das Bewusstsein um das Vorhandensein von Mobilfunkbasisstationen im häuslichen Umfeld könnte eine indirekte Rolle bei der Angabe von Symptomen aufgrund der Wirkung der wahrgenommenen Exposition spielen.

Studie gefördert durch

  • ZonMw, The Netherlands

Kommentare zu diesem Artikel

  • Mortazavi SMJ (2017): RE: "MODELED AND PERCEIVED EXPOSURE TO RADIOFREQUENCY ELECTROMAGNETIC FIELDS FROM MOBILE-PHONE BASE STATIONS AND THE DEVELOPMENT OF SYMPTOMS OVER TIME IN A GENERAL POPULATION COHORT".

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