Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Effects of everyday radiofrequency electromagnetic-field exposure on sleep quality: a cross-sectional study. epidem.

[Wirkungen einer alltäglichen hochfrequenten elektromagnetischen Feld-Exposition auf die Schlaf-Qualität: eine Querschnittsstudie].

Veröffentlicht in: Radiat Res 2010; 174 (3): 347-356

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine Querschnittsstudie in der Schweiz durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen der Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern aus verschiedenen Quellen im Alltag und der Schlaf-Qualität zu untersuchen.

Weitere Details

Die Exposition wurde für jeden Studienteilnehmer durch ein Vorhersage-Modell (Frei et al. 2009) abgeschätzt. Eigene Angaben zur Nutzung von schnurlosen Telefonen und Mobiltelefonen sowie die Daten der Mobilfunk-Betreiber von den letzten sechs Monaten wurden auch in die Analysen eingeschlossen. Die unterschiedlichen Expositions-Abschätzungen wurden in drei Klassen eingeteilt: Teilnehmer mit einer Exposition geringer als der Median (50. Perzentil) als Referenzgruppe, die 10 % am meisten exponierten Teilnehmer (> 90. Perzentil) und die Gruppe dazwischen (50. bis 90. Perzentil).
Es wurden zusätzlich eine Sensitivitäts-Analyse und eine Nichtteilnehmer-Analyse durchgeführt.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (Odds Ratio (OR))

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 Fernfeld-Exposition im Alltag: < 0,18 V/m (< 50. Perzentil)
Gruppe 2 Fernfeld-Exposition im Alltag: 0,18 - 0,21 V/m (50. - 90. Perzentil)
Gruppe 3 Fernfeld-Exposition im Alltag: > 0.21 V/m (> 90. Perzentil)
Referenzgruppe 4 Fernfeld-Exposition in der Nacht: < 0,02 V/m (< 50. Perzentil)
Gruppe 5 Fernfeld-Exposition in der Nacht: 0,02 - 0,09 V/m (50. - 90. Perzentil)
Gruppe 6 Fernfeld-Exposition in der Nacht: > 0,09 V/m (> 90. Perzentil)
Referenzgruppe 7 Fernfeld-Exposition bei fest installierten Antennen: < 0,04 V/m (< 50. Perzentil)
Gruppe 8 Fernfeld-Exposition bei fest installierten Antennen: 0,04 - 0,12 V/m (50. - 90. Perzentil)
Gruppe 9 Fernfeld-Exposition bei fest installierten Antennen: > 0,12 V/m (> 90. Perzentil)
Referenzgruppe 10 körpernahe Exposition durch Mobiltelefon-Nutzung (selbstberichtet): < 50. Perzentil
Gruppe 11 körpernahe Exposition durch Mobiltelefon-Nutzung (selbstberichtet): 50. - 90. Perzentil
Gruppe 12 körpernahe Exposition durch Mobiltelefon-Nutzung (selbstberichtet): > 90. Perzentil
Referenzgruppe 13 körpernahe Exposition durch Mobiltelefon-Nutzung (Betreiber-Daten): < 50. Perzentil
Gruppe 14 körpernahe Exposition durch Mobiltelefon-Nutzung (Betreiber-Daten): 50. - 90. Perzentil
Gruppe 15 körpernahe Exposition durch Mobiltelefon-Nutzung (Betreiber-Daten): > 90. Perzentil
Referenzgruppe 16 körpernahe Exposition durch Schnurlostelefon-Nutzung (selbstberichtet): < 50. Perzentil
Gruppe 17 körpernahe Exposition durch Schnurlostelefon-Nutzung (selbstberichtet): 50. - 90. Perzentil
Gruppe 18 körpernahe Exposition durch Schnurlostelefon-Nutzung (selbstberichtet): > 90. Perzentil

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 4.000
Anzahl geeignet 3.763
Teilnehmerzahl 1.375
Teilnehmerrate 37 %
Statistische Analysemethode: ( Anpassung: )

Schlussfolgerung (lt. Autor)

78 % der Studienteilnehmer glaubten, dass es Personen gibt, die gesundheitliche Beeinträchtigungen wegen einer Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern haben, 18,2 % schrieben ihre eigenen Gesundheitsbeschwerden der Exposition zu und 8,1 % bezeichneten sich selbst als elektrosensibel.
Die Prävalenz einer übermäßigen Tagesschläfrigkeit betrug 29,5 %. Starke Schlafstörungen wurden von 9,8 % der Teilnehmer berichtet. Es wurde kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen übermäßiger Tagesschläfrigkeit oder starken Schlafstörungen und verschiedenen Expositions-Abschätzungen beobachtet.
Die Autoren schlussfolgerten, dass die Ergebnisse nicht auf eine Störung der Schlaf-Qualität durch die Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern aus verschiedenen Quellen im Alltag hinweisen.

Studie gefördert durch

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