Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Extremely low-frequency electromagnetic field (EMF) generates alterations in the synthesis and secretion of oestradiol-17β (E2) in uterine tissues: An in vitro study med./bio.

[Ein extrem niederfrequentes elektromagnetisches Feld (EMF) erzeugt Veränderungen bei der Synthese und Sekretion von Estradiol-17β (E2) im Uterus-Gewebe: Eine in vitro-Studie]

Veröffentlicht in: Theriogenology 2018; 110: 86-95

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen von extrem niederfrequenten Magnetfeldern auf die Östradiol-Sekretion und -Synthese in Uterus-Gewebe vom Schwein untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Östradiol ist ein bedeutender Faktor bei der Regulation der Gebärmutter-Aktivität und folglich wichtig für die Fruchtbarkeit. Deshalb wurde in der Mitte des lutealen Zyklus Gewebe aus dem Endometrium und dem Myometrium von vier Sauen entnommen und in 24-Well-Platten kultiviert.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 50 Hz
Expositionsdauer: 2 oder 4 Stunden
Exposition 2: 120 Hz
Expositionsdauer: 2 oder 4 Stunden

Allgemeine Informationen

Die Frequenz von 50 Hz wurde benutzt, da diese in Europa allgegenwärtig ist. Die Frequenz von 120 Hz wurde benutzt, da in früheren Studien gezeigt wurde, dass die Frequenz Veränderungen im Zellzyklus und in der Zelllebensfähigkeit hervorrufen könnte und auch in therapeutischen Geräten zur Anwendung kommt. Die magnetische Flussdichte von 8 mT ist laut Autoren ein typisch auftretender Wert in der Industrie und bei therapeutischen Geräten.

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer 2 oder 4 Stunden
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer Gewebe-Proben wurden in einer 24-Well-Platte exponiert
Aufbau Die Well-Platten wurden in den Magnetfeld-Generator gestellt; Temperatur wurde kontinuierlich überwacht und veränderte sich während des Experiments nicht (37°C); ein Gasgemisch wurde in das Inkubations-System eingeleitet und blieb während des Experiments konstant
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Zusatzinfo nicht-exponierte Gewebe-Proben wurden zeitgleich mit den exponierten Proben inkubiert
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 8 mT - - - -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 120 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer 2 oder 4 Stunden
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 8 mT - - - -

Referenzartikel

  • Koziorowska A et al. (2016): The impact of electromagnetic field at a frequency of 50 Hz and a magnetic induction of 2.5 mT on viability of pineal cells in vitro

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Nach 2 und 4 Stunden Exposition bei dem 50 Hz-Magnetfeld war die Sekretion von Östradiol bei Gewebeproben des Endometriums im Vergleich zur Schein-Exposition signifikant erhöht. Im Gegensatz dazu war nach einer 2-stündigen Exposition bei 120 Hz das Östradiol-Level im Vergleich zur Schein-Exposition signifikant erniedrigt. In Gewebeproben aus dem Myometrium war die Sekretion von Östradiol ins Kulturmedium nach der 4-stündigen Exposition bei dem 50 oder 120 Hz-Magnetfeld im Vergleich zur Schein-Exposition signifikant erhöht. Unter Zugabe von Progesteron war der einzige signifikante Unterschied zwischen Exposition und Kontrolle ein Anstieg nach der 4-stündigen Exposition bei Myometrium-Gewebeproben.
Im Endometrium war die Genexpression von CYP19A3 nach der 120 Hz-Magnetfeld-Exposition verglichen mit der Schein-Exposition signifikant niedriger, während die Genexpression im Myometrium nach der 120 Hz-Exposition signifikant erhöht war.
Es wurde kein Unterschied in der Proteinexpression der P450-Aromatase zwischen exponierten und schein-exponierten Proben gefunden.
Die Autoren schlussfolgern, dass extrem niederfrequente Magnetfelder die Östradiol-Sekretion und -Synthese in Uterus-Gewebe vom Schwein abhängig von der Expositions-Dauer und der Frequenz beeinflussen könnten, und stellen die Hypothese auf, dass Progesteron möglicherweise eine schützende Wirkung gegen diese Veränderungen haben könnte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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