Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Microwaves emitted by cellular telephones affect human slow brain potentials. med./bio.

[Von Mobiltelefonen ausgehende Mikrowellen beeinflussen die langsamen Gehirnpotenziale des Menschen].

Veröffentlicht in: Eur J Appl Physiol 2000; 81 (1-2): 18-27

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte der Einfluss elektromagnetischer Felder, ausgesendet durch Handys, auf vorausgehende langsame Gehirnpotenziale in zwei Experimenten untersucht werden, die über 6 Monate zeitlich voneinander getrennt durchgeführt wurden.

Hintergrund/weitere Details

"Vorausgehende langsame Gehirnpotenziale" treten vor absichtlich ausgelösten Bewegungen (Bereitschaftspotenzial, BP) oder zwischen einem Warn-Stimulus (S1) und einem imperativen Reiz (S2) (contingent negative variation, CNV) auf. "Vorausgehende Prozesse" sind von grundlegender Wichtigkeit für die effektive motorische und mentale Funktion im zielgerichteten Verhalten.
CNV: In vorliegender Untersuchung stellte das Auftreten eines Pointers (Zeigers) bei einer symbolisierten Uhr bei der 12 Uhr-Position den S1 Stimulus dar, der Beginn der Pointer-Bewegung stellte den S2 Stimulus dar (sobald der Pointer anfing sich zu bewegen, mussten die Testpersonen den Pointer durch Drücken der Maustaste stoppen).
BP: Um das BP zu untersuchen wurden die Testpersonen aufgefordert, mit ihrem rechten Zeigefinger 30 Mal zu selbst bemessenen Intervallen eine Taste zu drücken (einfache Finger-Bewegung).

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 916,2 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für etwa 3 bis 4 min pro Aufgabe

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 916,2 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für etwa 3 bis 4 min pro Aufgabe
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 577 µs
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

no acoustic signal transmission

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau The mobile phone was positioned in direct contact to the left ear of the subjects, who sat in an artificially illuminated room in front of a computer monitor. The telephone antenna was fed by a generator and amplifier located in an adjacent room and connected via a coaxial cable.
Zusatzinfo Each task was performed in two blocks with and without EMF exposure in counterbalanced order.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2,8 W Spitzenwert gemessen - -
Leistung 350 mW Mittelwert über Zeit gemessen - -
SAR 1,42 mW/g Mittelwert über Masse gemessen 1 g -
SAR 0,882 mW/g Mittelwert über Masse gemessen 10 g -

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • während der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Im ersten Experiment wurde eine signifikante Abnahme der langsamen Gehirnpotenziale in einer komplexen visuellen Beobachtungsaufgabe während der Exposition bei elektromagnetischen Feldern gefunden, und dieser Effekt wurde im zweiten Experiment wiederholt festgestellt. Es wurden keine signifikanten Effekte elektromagnetischer Felder in der Bereitschaftspotenzial- und in der CNV-Aufgabe gefunden. Die Ergebnisse wiesen einen selektiven elektromagnetischen Feld-Effekt auf bestimmte Aspekte des menschlichen Informationsprozesses auf. Allerdings deuten sie nicht auf einen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden oder die Gesundheit hin.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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