Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Health response of two communities to military antennae in Cyprus. epidem.

[Gesundheits-Zustand in zwei Gemeinden mit Militär-Antennen auf Zypern].

Veröffentlicht in: Occup Environ Med 2007; 64 (6): 402-408

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine Umfrage durchgeführt, um die gesundheitlichen Wirkungen von hochfrequenten Funkwellen der Militär-Antennen in Akrotiri auf Zypern zu ermitteln.

Weitere Details

Es wurden Daten zur Exposition bei elektromagnetischen Feldern und Gesundheit in drei Gemeinden erhoben: in der 'exponierten' Gemeinden Akrotiri und Asomatos (in einem Abstand von 1-2 km zu der Militär-Antenne) und in der 'nicht-exponierten' Gemeinde Pano Kyvides (in einem Abstand von 15 km).

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 Pano Kyvides: < 0,01 V/m
Gruppe 2 Akrotiri: mittlere Breitband-Feldstärke im Freien (alle Quellen: Militär-, Zivil- und Rundfunk): 0,57 V/m; militärische Übertragung (17,6 MHz): 0,11 V/m
Gruppe 3 Asomatos: mittlere Breitband-Feldstärke im Freien (alle Quellen: Militär-, Zivil- und Rundfunk): 0,46 V/m; militärische Übertragung (17,6 MHz): 0,04 V/m

Population

Studiengröße

Typ Wert
Anzahl geeignet 2.150
Teilnehmerrate 87 %
Sonstiges:

800 Einwohner in Akrotiri, 350 in Asomatos und 1000 in Pano Kyvides

Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Bei den Einwohnern in den exponierten Gemeinden wurden im Vergleich zu der Kontroll-Gemeinde signifikante Unterschiede in den Angaben von Migräne (nicht-adjustiertes OR für Akrotiri: 2,7; KI 1,82-4,10), Kopfschmerzen (nicht-adjustiertes OR für Akrotiri: 3,7; KI 2,71-5,00) und Schwindel (nicht-adjustiertes OR: 2,7) gefunden. Es gab keine Hinweise auf erhöhte Krebs-Inzidenz, Kinder-Krankheiten oder negative Wirkungen auf die Fortpflanzung bei den exponierten Einwohnern. Sie gaben eine negativere Einschätzung ihrer Gesundheit in allen acht Unterpunkten des Gesundheitsfragebogen SF-36 an. Sie nahmen auch Risiken, insbesondere Lärm und Elektrosmog, stärker wahr. Die mögliche Wirkung auf die Sterblichkeit konnte aufgrund ungenauer Daten nicht beurteilt werden.
Die Autoren schlussfolgern, dass die Ergebnisse dieser Studie nicht die Möglichkeit ausschließen, dass die Nähe zu elektromagnetischen Feld-Quellen eine Wirkung auf das Wohlbefinden und die Gesundheit haben könnte. Jedoch weisen die gemessenen Werte nicht auf einen kausalen Zusammenhang hin; sogar in der Nähe (im Abstand von 1-3 km) der starken Militär-Antennen waren Mobilfunk-Basisstationen und landesweite Rundfunksender die vorwiegenden Quellen von hochfrequenten Feldern. Die gesundheitlichen Wirkungen könnten teilweise mit der erhöhten Risiko-Wahrnehmung erklärt werden. Die Wohnnähe zu Militär-Antennen könnte auch mit einer allgemeinen Umweltbelastung einschließlich Fluglärm zusammenhängen.

Studie gefördert durch

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