Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Cell phone electromagnetic field radiations affect rhizogenesis through impairment of biochemical processes med./bio.

[Elektromagnetisches Handy-Feld beeinflusst die Wurzelbildung durch Störung biochemischer Prozesse]

Veröffentlicht in: Environ Monit Assess 2012; 184 (4): 1813-1821

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen einer 900 MHz-Handy-Exposition auf die Wurzelbildung von Mungbohnen-Hypokotylen (unterster Abschnitt der Sprossachse einer Samenpflanze vom Wurzelhals bis zu den Keimblättern), als Modell-System zur Wurzelbildung von Pflanzen, untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

16 Glasfläschchen (jedes mit fünf Hypokotylen) wurde für jede Expositions-Bedingung (inklusive der Kontrolle) verwendet. Jedes Experiment (Expositions-Bedingung) wurde dreimal wiederholt. Nach der Exposition wurden die Hypokotyle für sieben Tage in eine Wachstumskammer überführt. Für jede biochemische/enzymatische Analyse gab es fünf Gewebe-Proben.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 900 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: kontinuierlich für 0,5; 1, 2 h

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 900 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 0,5; 1, 2 h
Zusatzinfo cell phones in talk and listen mode
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

additional frequency: 8.34 Hz

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Abstand zw. exponiertem Objekt und Expositionsquelle 6 cm
Kammer with 2 mm thick aluminum sheets shielded 47.5 cm x 27 cm x 17.5 cm chamber
Aufbau two cell phones placed along the chamber's walls; 12 glass vials containing the hypocotyls positioned between them (according to the figure in the article); constant temperature of 25 +/- 1°C inside the chamber
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
elektrische Feldstärke 5,7 V/m räumlicher Mittelwert - - in der Kammer
Leistungsflussdichte 8,549 µW/cm² räumlicher Mittelwert gemessen - -

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Anzahl der Wurzeln pro Hypokotyl und die durchschnittliche Wurzel-Länge nahmen als Reaktion auf die Handy-Exposition signifikant ab. Die hemmende Wirkung nahm mit der Dauer der Expositions-Zeit zu. Zusätzlich war die Länge der gebildeten Wurzeln bei den exponierten Hypokotylen geringer.
Die Handy-Exposition verstärkte die Enzymaktivitäten der Proteasen, der Polyphenol-Oxidasen und der Peroxidasen in den Hypokotylen der Mungbohne im Vergleich zu der Kontrolle. Zusätzlich erhöhte die elektromagnetische Feld-Exposition den Malondialdehyd-Gehalt und die Werte von Wasserstoffperoxid und Prolin, was einen oxidativen Schaden in den Hypokotylen, vermittelt durch reaktive Sauerstoffspezies, anzeigt. Dies wurde durch die Hochregulierung der Enzymaktivitäten aller Antioxidantien-Enzyme untermauert, was auf ihre mögliche Rolle beim Schutz vor Handy-Expositions-induziertem oxidativen Schaden hindeutet.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Handy-Exposition den Prozess der Wurzel-Bildung durch biochemische Veränderungen beeinflusst (hemmt), was sich als oxidativer Schaden manifestiert, der zur Wurzel-Störung führt.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

Themenverwandte Artikel