Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

2100-MHz electromagnetic fields have different effects on visual evoked potentials and oxidant/antioxidant status depending on exposure duration. med./bio.

[2100-MHz-elektromagnetische Felder haben je nach Expositions-Dauer verschiedene Wirkungen auf visuell evozierte Potenziale und den Oxidations-/Antioxidations-Status].

Veröffentlicht in: Brain Res 2016; 1635: 1-11

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen einer Exposition von Ratten bei einem 2100 MHz elektromagnetischen Feld auf visuell evozierte Potenziale und oxidativen Stress im Gehirn untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Männliche Ratten wurden in 4 Gruppen eingeteilt (jeweils n=14): 1) Exposition bei dem elektromagnetischen Feld für 1 Woche, 2) Schein-Exposition für 1 Woche, 3) Exposition bei dem elektromagnetischen Feld für 10 Wochen, 4) Schein-Exposition für 10 Wochen. 24 Stunden nach Beendigung der Exposition wurden die visuell evozierten Potenziale aufgenommen, die Ratten anschließend getötet und das Gehirn untersucht.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 2.100 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: 2 Stunden/Tag für 7 Tage
Exposition 2: 2.100 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: 2 Stunden/Tag für 10 Wochen

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 2.100 MHz
Typ
Expositionsdauer 2 Stunden/Tag für 7 Tage
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM-Simulation

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • Monopolantenne
Abstand zw. exponiertem Objekt und Expositionsquelle 10 cm
Kammer abgeschirmter Raum
Aufbau die Antenne, die mit dem Signalgenerator verbunden war, wurde in die Mitte eines Plexiglaskarussells auf einen Holztisch gestellt; die Ratten wurden in Plexiglasröhrchen mit Luftlöchern in dem Karussell mit den Köpfen in Richtung Antenne platziert
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Zusatzinfo schein-exponierte Ratten wurden in einem separaten Raum unter den gleichen Bedingungen über die gleichen Zeiträume gehalten
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2 W Spitzenwert - - -
elektrische Feldstärke 27,15 V/m Minimum gemessen - im Bereich des Kopfes
elektrische Feldstärke 35,2 V/m Maximum gemessen - im Bereich des Kopfes
SAR 0,57 W/kg Minimum berechnet und gemessen Teilkörper im Bereich des Kopfes
SAR 0,95 W/kg Maximum berechnet und gemessen Teilkörper im Bereich des Kopfes

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 2.100 MHz
Typ
Expositionsdauer 2 Stunden/Tag für 10 Wochen
Modulation
Modulationsart gepulst
Folgefrequenz 217 Hz
Zusatzinfo

GSM-Simulation

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2 W Spitzenwert - - -
elektrische Feldstärke 27,15 V/m Minimum gemessen - im Bereich des Kopfes
elektrische Feldstärke 35,2 V/m Maximum gemessen - im Bereich des Kopfes
SAR 0,57 W/kg Minimum berechnet und gemessen Teilkörper im Bereich des Kopfes
SAR 0,95 W/kg Maximum berechnet und gemessen Teilkörper im Bereich des Kopfes

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Latenzen aller visuell evozierten Potenziale waren in Gruppe 1 im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe signifikant verringert, während sie in Gruppe 3 im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe signifikant erhöht waren (außer P1).
Die Lipidperoxidation war nach einer Woche Exposition bei dem elektromagnetischen Feld (Gruppe 1) im Vergleich zur entsprechenden Schein-Expositions-Gruppe (Gruppe 2) signifikant reduziert, während sie nach 10 Wochen Exposition (Gruppe 3) im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe (Gruppe 4) signifikant erhöht war. Die Enzymaktivitäten der Katalase und Glutathionperoxidase sowie die Mengen an Stickstoffmonoxid und Glutathion waren in Gruppe 1 signifikant erhöht, während die Superoxid-Dismutase-Enzymaktivität im Vergleich zur Schein-Expositionsgruppe signifikant verringert war. In Gruppe 3 waren die Katalase- und Glutathionperoxidase-Enzymaktivitäten sowie die Menge an Stickstoffmonoxid im Vergleich zur Schein-Expositions-Gruppe signifikant verringert.
Es gab eine signifikante positive Korrelation zwischen den Latenzen aller visuell evozierten Potenziale und der Lipidperoxidation im Gehirn.
Die Autoren schlussfolgern, dass eine Exposition von Ratten bei einem 2100 MHz elektromagnetischen Feld visuell evozierte Potenziale verändern und oxidativen Stress in Gehirn in Abhängigkeit von der Expositions-Dauer hervorrufen könnte. Demnach könnte eine kurzzeitige Exposition (1 Woche) eine schützende Wirkung haben, während eine langfristige Exposition (10 Wochen) eine nachteilige Wirkung auf den oxidativen Status im Gehirn haben könnte.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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