Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Effects of repeated 9 and 30-day exposure to extremely low-frequency electromagnetic fields on social recognition behavior and estrogen receptors expression in olfactory bulb of Wistar female rats. med./bio.

[Wirkungen einer wiederholten 9- und 30-tägigen Exposition gegenüber extrem niederfrequenten elektromagnetischen Feldern auf das soziale Wiedererkennungsverhalten und die Östrogen-Rezeptor-Expression im Riechkolben von weiblichen Wistar-Ratten].

Veröffentlicht in: Neurol Res 2016: 165-175

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollten die Wirkungen einer Exposition von Ratten bei einem 60 Hz-Magnetfeld auf das soziale Wiedererkennungs-Verhalten und die Expression von Östrogen-Rezeptoren im Riechkolben untersucht werden.

Hintergrund/weitere Details

Der Riechkolben spielt bei Ratten eine wichtige Rolle bei der sozialen Erkennung, z. B. von Familienmitgliedern, und es wird vermutet, dass Östrogen ebenfalls eine wichtige Rolle beim sozialen Verhalten spielt. Studien zeigten, dass Mäuse, denen Östrogen-Rezeptoren fehlten, ein verändertes Sozialverhalten hatten. In einer früheren Studie (Reyes-Guerrero et al. 2006) zeigten die Autoren, dass die soziale Erkennung bei ovariektomierten Ratten durch eine Verabreichung von Östrogen und Exposition bei einem extrem niederfrequenten Magnetfeld verbessert wurde.
Weibliche, jungfräuliche Ratten wurden in die folgenden Gruppen eingeteilt (jeweils n=20): 1) Exposition von unversehrten Ratten bei dem Magnetfeld, 2) Magnetfeld-Exposition von ovariektomierten Ratten, 3) Magnetfeld-Exposition ovariektomierte Ratten, denen 17 β-Östradiol (25 µg/kg täglich, subkutan) verabreicht wurde, 4) Schein-Exposition von ovariektomierten Ratten, denen 17 β-Östradiol verabreicht wurde, 5) Schein-Exposition von ovariektomierten Ratten, 6) Schein-Exposition von unversehrten Ratten. Jede Gruppe wurde weiter in 2 Untergruppen eingeteilt (jeweils n=10); eine Untergruppe wurde für 9 Tage exponiert, die andere für 30 Tage.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 60 Hz
Expositionsdauer: für 2 Stunden/Tag für 9 Tage
Exposition 2: 60 Hz
Expositionsdauer: für 2 Stunden/Tag für 30 Tage

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 60 Hz
Typ
Expositionsdauer für 2 Stunden/Tag für 9 Tage
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau exposure system consisted of a chamber with a pair of circular double-wrapped Helmholtz coils, each made of 180 turns of 18-gage copper wire and with an internal diameter of 36 cm; coils were placed symmetrically one on each side of the experimental area (50 x 50 x 18 cm3) along the axis, separated by a distance equal to the radius of the coil and connected in parallel; field was uniform; experiments were performed at 22-23°C room temperature
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Zusatzinfo sham-exposure followed the same protocol, but with the coils turned off
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 1 mT - gemessen - -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 60 Hz
Typ
Expositionsdauer für 2 Stunden/Tag für 30 Tage
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 1 mT - gemessen - -

Referenzartikel

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die soziale Wiedererkennung war bei ovariektomierten Ratten, die bei dem Magnetfeld exponiert wurden (Gruppe 2) im Vergleich zu unversehrten schein-exponierten Ratten (Gruppe 6) nach 9 und 30 Tagen Exposition signifikant gestört. Diese Wirkung konnte durch eine Verabreichung von 17 β-Östradiol (Gruppe 3) negiert werden. Nach 30 Tagen Exposition zeigten auch unversehrte Ratten, die bei dem Magnetfeld (Gruppe 1) exponiert waren, eine signifikant gestörte soziale Wiedererkennung im Vergleich zu allen nicht-exponierten Gruppen.
Die Autoren geben an, dass die Proteinexpressions-Analyse zeigt, dass die Menge an α- und β -Östradiol-Rezeptoren durch die Magentfeld-Exposition verändert werden kann und dass diese Veränderungen mit den Veränderungen im olfaktorischen Verhalten korrelieren. Jedoch ist keine signifikante Wirkung des Magnetfeldes allein auf die Proteinexpression von Östrogen-Rezeptoren zu erkennen. (Anmerkung EMF-Portal: Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind nicht konsistent und nicht nachvollziehbar in Anbetracht der Abbildungen.)
Die Autoren schlussfolgern, dass eine Exposition von Ratten bei einem 60 Hz-Magnetfeld das soziale Wiedererkennungs-Verhalten verändern könnte. Eine Verabreichung von Östrogenen könnte vor dieser Wirkung schützen und könnte die Expression von Östrogen-Rezeptoren im Riechkolben erhöhen. Diese könnten eine Rolle beim olfaktorischen Gedächtnis spielen.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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