Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Exposure to radio-frequency electromagnetic fields and behavioural problems in Bavarian children and adolescents. epidem.

[Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Verhaltens-Probleme bei bayrischen Kindern und Jugendlichen].

Veröffentlicht in: Eur J Epidemiol 2010; 25 (2): 135-141

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde in Deutschland eine Querschnittsstudie durchgeführt, um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Exposition bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Verhaltens-Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen.

Weitere Details

Die Verhaltens-Probleme wurden mit Hilfe der deutschen Fassung des "Strengths and Difficulties Questionnaire" abgeschätzt, der Verhaltensauffälligkeiten und -stärken bei Kindern und Jugendlichen erfasst. Die Kinder und deren Eltern bzw. die Jugendlichen füllten die Fragebögen aus.
Dieselbe Studienpopulation wurde auf akute Symptome in Heinrich et al (2010) und auf chronische Symptome in Heinrich et al (2011) untersucht.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (Odds Ratio (OR))

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 Quartil 1 bei den Kindern: 0,13 - 0,15 % des ICNIRP-Grenzwertes
Gruppe 2 Quartil 2 bei den Kindern: 0,15 - 0,17 % des ICNIRP-Grenzwertes
Gruppe 3 Quartil 3 bei den Kindern: 0,17 - 0,20 % des ICNIRP-Grenzwertes
Gruppe 4 Quartil 4 bei den Kindern: 0,20 - 0,92 % des ICNIRP-Grenzwertes
Referenzgruppe 5 Quartil 1 bei den Jugendlichen: 0,13 - 0,15 % des ICNIRP-Grenzwertes
Gruppe 6 Quartil 2 bei den Jugendlichen: 0,15 - 0,17 % des ICNIRP-Grenzwertes
Gruppe 7 Quartil 3 bei den Jugendlichen: 0,17 - 0,21 % des ICNIRP-Grenzwertes
Gruppe 8 Quartil 4 bei den Jugendlichen: 0,21 - 0,78 % des ICNIRP-Grenzwertes

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 6.396
Anzahl geeignet 5.870
Teilnehmerzahl 3.022
Teilnehmerrate 52 %
Sonstiges:

1498 Kinder und 1524 Jugendliche nahmen an der Befragung und Expositions-Messung teil

Statistische Analysemethode: ( Anpassung: )

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Die Exposition bei Mobilfunk-Frequenzen, die mit einem Personen-Dosimeter gemessen wurde, lag weit unterhalb der ICNIRP-Referenzwerte im Bereich von 0,13 % bis 0,92 % des ICNIRP-Wertes während der Wachzeiten. Insgesamt 7 % der Kinder und 5 % der Jugendlichen zeigten Verhaltens-Auffälligkeiten.
Bei Jugendlichen in der höchsten Expositions-Gruppe traten statistisch signifikant häufiger Verhaltens-Auffälligkeiten auf (OR 2,2; KI 1,1-4,5), während dieses Ergebnis nicht bei den Kindern beobachtet wurde. Eine Analyse der einzelnen Verhaltens-Auffälligkeiten zeigte einen Zusammenhang zwischen der höchsten Expositions-Gruppe und Verhaltens-Problemen bei Jugendlichen (OR 3,7; KI 1,6-8,4) und bei Kindern (OR 2,9; KI 1,4-5,9) auf. Die Autoren schlussfolgerten, dass weitere Studien zur Bestätigung dieser Ergebnisse notwendig sind.

Studie gefördert durch

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