Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Is there a connection between electrosensitivity and electrosensibility? A replication study. med./bio.

[Gibt es eine Verbindung zwischen Elektrosensitivität und Elektrosensibilität? Eine Replikationsstudie].

Veröffentlicht in: Int J Behav Med 2015; 22 (6): 755-763

Ziel der Studie (lt. Autor)

Eine frühere Studie der Autoren (Koteles et al. 2013) wurde repliziert und die Ergebnisse sollten bestätigt werden. Es sollte die Fähigkeit elektrosensibler Probanden untersucht werden, eine Exposition bei einem 50 Hz-Magnetfeld wahrzunehmen.

Hintergrund/weitere Details

Die Probanden wurden in 2 Gruppen eingeteilt: 1) Probanden mit selbst-eingeschätzten elektrosensiblen Beschwerden (n=49, experimentelle Probanden), 2) Probanden ohne Elektrosensibilitäts-bezogene Beschwerden (n=57, Kontrollprobanden). Jeder Teilnehmer wurde einzeln untersucht und sollte zwischen einer Exposition und einer Schein-Exposition seiner Hand in 20 aufeinanderfolgenden Test-Läufen (10 Expositions- und 10 Schein-Expositions-Durchläufe in zufälliger Reihenfolge) von jeweils einer Minute Dauer unterscheiden.
Das Studiendesign der vorliegenden Studie wurde im Vergleich zu Koteles et al. 2013 leicht modifiziert. So wurden in der Original-Studie die Teilnehmer erst nach Abschluss des letzten Test-Laufs nach Ihren Wahrnehmungen des magnetischen Feldes gefragt, was das Ergebnis verzerrt haben könnte. In der aktuellen Studie beschrieben die Teilnehmer nach jedem einzelnen Test-Lauf ihre Wahrnehmung.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 50 Hz
Expositionsdauer: intermittierend 10 Mal für jeweils 1 Minute

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Signalform
  • sinusoidal
Expositionsdauer intermittierend 10 Mal für jeweils 1 Minute
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Kammer separated test chamber; power supply of the coils and the control switch were located in an adjacent room equipped with a sound-proof door; coolers of the power supply were operating during the whole experiment
Aufbau two Helmholtz coils (inner diameter 42 cm, outer diameter 55 cm, made of 240 turns glaze-insulated copper wire (d=1.4 mm)) were placed at 21 cm distance to each other; a homogeneous magnetic field was produced between the coils; subjects put their right hand between the coils (coils below and above hand); exposure of other body parts was minimized by an iron plate positioned between the coil system and the subject; no changes in temperature were measurable (with a tolerance of 0.1°C)
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 500 µT Effektivwert gemessen - an rechter Hand während Exposition
magnetische Flussdichte 1,14 µT - gemessen - am Kopf des Probanden während Exposition

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • während der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Die Wahrnehmungs-Rate des Magnetfeldes war zwischen elektrosensiblen Probanden (Gruppe 1) und der Kontrollgruppe nicht signifikant verschieden. Jedoch zeigten beide Gruppen eine leicht erhöhte Wahrnehmungs-Rate im Vergleich zu reinem Zufall, welche bei elektrosensiblen Probanden höher und signifikant war.
Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen elektrosensiblen Probanden und Kontrollprobanden bezüglich des Alters und der Kooperations-Motivation, jedoch waren die Erwartungen einer Wahrnehmung, die Neigung körperliche Empfindungen als intensiv oder störend zu empfinden und Gesundheits-Bedenken zu Strahlung bei elektrosensiblen Probanden im Vergleich zu Kontrollprobanden signifikant höher.
Die Autoren schlussfolgern, dass elektrosensible Probanden, die bei einem 50 Hz-Magnetfeld exponiert wurden, eine leichte Tendenz zeigten, das Magnetfeld wahrzunehmen. Dies bestätigte die Ergebnisse von (Koteles et al. 2013). Zudem gaben die Ergebnisse Hinweise auf eine Korrelation zwischen den berichteten Symptomen und einem geglaubten (gefühlten) Magnetfeld anstelle eines tatsächlich vorhandenen Magnetfeldes.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

Replizierte Studien

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