Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Was verursacht "elektromagnetische Hypersensibilität"? Individuelle Wahrnehmung oder reaktiv ausgelöste Empfindlichkeit auf elektromagnetische Felder med./bio.

[Is there an ability to perceive or to be sensitive on?]

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2009, ISBN 9783882610871

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es sollte untersucht werden, ob manche Menschen aufgrund ihrer speziellen Biologie sehr empfindlich gegenüber elektromagnetischen Feldern sind, speziell gegenüber Magnetfeldern mit einer Frequenz von 50 Hz oder gegenüber einer GSM-Befeldung von Mobiltelefonen, oder ob sie sehr empfindlich gegenüber den elektromagnetischen Feldern sind, da sie einen hohen Grad an psychologischem oder physiologischem Stress haben.

Hintergrund/weitere Details

In einer Provokationsstudie wurden 45 selbst-erklärte hypersensible Testpersonen und 96 nicht-hypersensible Personen (ohne Symptome) dreimal schein-exponiert und dreimal bei einem der elektromagnetischen Felder (50 Hz oder Mobilfunk) exponiert.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1: 50 Hz
Expositionsdauer: 3 mal 10 min
Exposition 2: 916,2 MHz
Modulationsart: gepulst
Expositionsdauer: 3 mal 10 min

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz 50 Hz
Typ
Expositionsdauer 3 mal 10 min
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau coil with 5 turns placed in an office room where the test person was sitting
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
magnetische Flussdichte 10 µT - - - -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 916,2 MHz
Typ
Expositionsdauer 3 mal 10 min
Modulation
Modulationsart gepulst
Pulsbreite 577 µs
Folgefrequenz 217 Hz
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
Aufbau test person sitting in a Faraday cage, mobile phone fixed 30 cm beside the subject's head
Scheinexposition Eine Scheinexposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistung 2 W Maximum gemessen - -
SAR 0,75 µW/g Mittelwert über Masse gemessen Gehirn -
elektrische Feldstärke 18,4 V/m - gemessen - -
Leistungsflussdichte 0,9 W/m² Maximum gemessen - -

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes Material:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • vor der Befeldung
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Es konnte keine elektromagnetische Feld-abhängige Änderung für die elektrische Haut-Leitfähigkeit nachgewiesen werden. Eher reagierte die elektrische Haut-Leitfähigkeit auf die Vermutung der Person, dass die Feld-Exposition gerade aktiv sei. Obwohl die elektrosensiblen Personen sehr häufig angaben, dass sie das elektromagnetische Feld wahrnehmen konnten, lag ihre Trefferrate für die zutreffende Exposition lediglich im Zufallsbereich (ebenso bei den Kontrollpersonen).
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass nach diesen Ergebnissen, die sich für die Elektrosensiblen wie auch für die Kontrollpersonen sowohl unter der Bedingung eines magnetischen 50 Hz-Feldes als auch unter der Immission eines Mobiltelefons übereinstimmend ergaben, die elektromagnetische Hypersensibilität nicht auf eine Empfindlichkeit gegenüber einer tatsächlichen elektromagnetischen Feld-Exposition zurückführen lässt. Das Phänomen deutet vielmehr auf subjektive Bedingungen im Erleben hin, die ursächlich von einer psychischen Disposition oder individuellen Stress-Bewältigung elektrosensibler Personen herrühren könnten.

Studienmerkmale:

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