Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Comparing non-specific physical symptoms in environmentally sensitive patients: prevalence, duration, functional status and illness behavior. epidem.

[Vergleich unspezifischer körperlicher Symptome bei Umwelt-empfindlichen Patienten: Prävalenz, Dauer, Funktions-Beeinträchtigung und Krankheits-Verhalten].

Veröffentlicht in: J Psychosom Res 2014; 76 (5): 405-413

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer Umfrage unter Erwachsenen in den Niederlanden wurden unspezifische körperliche Symptome bei Personen mit allgemeiner Umweltintoleranz (IEI) und idiopathischer Umweltintoleranz gegenüber elektromagnetischen Feldern (IEI-EMF) untersucht und die Unterschiede in der Funktions-Beeinträchtigung und dem Krankheits-Verhalten bestimmt. Dabei wurden auch die elektronischen Krankengeschichten der behandelnden Ärzte zu unspezifischen körperlichen Beschwerden eingebunden.

Weitere Details

Zur Abschätzung der Elektrosensibilität wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie sensibel gegenüber Mobilfunk-Basisstation, Mobiltelefon, WLAN u.ä. und gegenüber elektrischen Geräten (z.B. Haushaltsgeräten) sind.
Zur Bestimmung der allgemeinen Umwelt-Intoleranz (außer EMF) wurde eine Liste mit 9 Punkten (Chemikalien, Gerüche allgemein und in Bezug auf parfümierte Waschmittel, Geräusche, Licht, verschiedenen Materialien, Farben, Temperatur-Veränderungen und kalte oder warme Umgebung) abgefragt.
Funktionelle Beschwerden wurden mithilfe der von den Hausärzten verordneten Medikamente (Schmerzmittel, Beruhungsmittel (Benzodiazepine) und Antidepressiva) bestimmt. Zur Erfassung des allgemeinen Gesundheits-Zustands, der psychologischen Beschwerden und der Schlaf-Qualität füllten die Teilnehmer verschiedene Fragebögen (RAND-36 Health Survey, Groningen Sleep Quality Scale) aus.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung:

Exposition

Abschätzung

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 13.007
Teilnehmerzahl 5.933
Anzahl auswertbar 5.789
Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Insgesamt 202 (3,5%) Teilnehmer entsprachen den Kriterien für die Elektrosensible-Gruppe und 514 (8,8%) der Teilnehmer der Umweltintoleranz-Gruppe. Die übrigen Teilnehmer (n=5073) bildeten die Kontroll-Gruppe. Insgesamt 77 (38%) Elektrosensible gehörten auch der Gruppe mit Umweltintoleranz an.
Es wurde eine höhere Prävalenz an Symptomen, Medikamenten-Verschreibungen und längerer Symptom-Dauer bei Personen mit Empfindlichkeiten beobachtet. Außerdem nahmen Teilnehmer mit Umwelt-Intoleranz im Vergleich zur Kontroll-Gruppe doppelt so häufig alternative Therapien in Anspruch, bei den Elektrosensiblen waren es dreimal so viele. Die wachsende Zahl und Dauer der selbstberichteten unspezifischen körperlichen Symptomen hing mit Funktions-Beeinträchtigung, Krankheits-Verhalten, negativer Symptom-Wahrnehmung und Vorhandensein von vom Hausarzt registrierten unspezifischen körperlichen Symptomen in den untersuchten Gruppen zusammen.
Auch nach Korrektur für medizinische und psychiatrische Erkrankungen wiesen die Umwelt-intoleranten Personen einen schlechteren Gesundheits-Zustand, ein erhöhtes Krankheits-Verhalten und stärkere unspezifische körperliche Symptome auf. Die Anzahl und die Dauer der selbstberichteten unspezifischen körperlichen Symptome sind wichtige Komponenten der Symptom-Schwere und hängen ähnlich mit denen von unspezifischen körperlichen Symptomen in der Primärversorgung zusammen.
Die Autoren schlussfolgern, dass die erhebliche Überlappung zwischen beiden Gruppen mit Empfindlichkeiten die Annahme stärkt, dass verschiedene Arten von Empfindlichkeiten ein Teil einer allgemeineren Umwelt-Erkrankung sein könnten.

Studie gefördert durch

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