Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Long-term Mobile Phone Use and Acoustic Neuroma Risk. epidem.

[Langzeit-Nutzung eines Mobiltelefons und das Risiko für Akustikusneurinom].

Veröffentlicht in: Epidemiology 2014; 25 (2): 233-241

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie in Schweden durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen der Langzeitnutzung von Mobiltelefonen und dem Risiko für Akustikusneurinom zu untersuchen. Zusätzlich wurden detaillierte Informationen über den Verlauf der Lateralität bei der Telefonnutzung erhoben, um eine Abschätzung einer möglichen umgekehrten Kausalität in Lateralitäts-Analysen zu ermöglichen.

Weitere Details

Regelmäßige Mobiltelefon-Nutzung wurde als mindestens ein Anruf pro Woche während der vergangenen 6 Monate definiert.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (Odds Ratio (OR))

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 Mobiltelefon-Nutzung: selten oder nie
Gruppe 2 Mobiltelefon-Nutzung: regelmäßig
Referenzgruppe 3 Dauer der Mobiltelefon-Nutzung: < 5 Jahre
Gruppe 4 Dauer der Mobiltelefon-Nutzung: 5 - 9 Jahre
Gruppe 5 Dauer der Mobiltelefon-Nutzung: ≥ 10 Jahre
Referenzgruppe 6 Zeit seit der ersten regelmäßigen Nutzung: < 5 Jahre
Gruppe 7 Zeit seit der ersten regelmäßigen Nutzung: 5 - 9 Jahre
Gruppe 8 Zeit seit der ersten regelmäßigen Nutzung: ≥ 10 Jahre
Gruppe 9 Zeit seit der ersten regelmäßigen Nutzung: 10 - 12 Jahre
Gruppe 10 Zeit seit der ersten regelmäßigen Nutzung: ≥ 13 Jahre
Referenzgruppe 11 Gesamtnutzungsstunden: < 38
Gruppe 12 Gesamtnutzungsstunden: 38 - 189
Gruppe 13 Gesamtnutzungsstunden: 190 - 679
Gruppe 14 Gesamtnutzungsstunden: ≥ 680
Referenzgruppe 15 Gesamtanzahl an Telefonaten: < 1100
Gruppe 16 Gesamtanzahl an Telefonaten: 1100 - 4400
Gruppe 17 Gesamtanzahl an Telefonaten: 4400 - 13850
Gruppe 18 Gesamtanzahl an Telefonaten: ≥ 13850

Population

Fallgruppe

Kontrollgruppe

Studiengröße

Fälle Kontrollen
Anzahl geeignet 542 1.095
Teilnehmerzahl 451 710
Teilnehmerrate 83 % 65 %
Anzahl auswertbar 422 643
Statistische Analysemethode:

Schlussfolgerung (lt. Autor)

52% der Fälle mit regelmäßiger Nutzung und 8% der Kontrollen mit regelmäßiger Nutzung gaben an, dass sie ihre bevorzugte Seite bei der Mobiltelefon-Nutzung gewechselt hatten. Der häufigste Grund für einen Wechsel war Hörverlust (91%) bei den Fällen, hingegen praktische Gründe (40%) bei den Kontrollen.
Bei regelmäßiger Mobiltelefon-Nutzung wurde eine Odds Ratio für Akustikusneurinom von 1,18 (KI 0,88-1,59) festgestellt. Der Zusammenhang war schwächer für die längste Latenzzeit (≥ 10 Jahre: OR 1,11; KI 0,76-1,61) und für die regelmäßige Nutzung auf der Tumorseite (ipsilateral: 0,98; KI 0,68-1,43). Die Odds Ratio für die höchste Gruppe in der Nutzungsdauer (≥ 680 Stunden) betrug 1,46 (KI 0,98-2,17). Wenn die Analyse nur auf die histologisch bestätigten Fälle begrenzt wurde, lagen alle Odds Ratios niedriger (z.B. ≥ 680 Stunden: OR 1,14; KI 0,63-2,07). Ein ähnliches Muster wurde für die Schnurlos-Telefone gefunden, jedoch mit leicht höheren Werten. Die Analyse des kompletten Verlaufs der Lateralität deckte einen erheblichen Bias in den Lateralitäts-Analysen auf.
Nach der Schlussfolgerung der Autoren wird die Hypothese nicht unterstützt, dass eine Langzeitnutzung von Mobiltelefonen das Risiko für Akustikusneurinom erhöht. Die Ergebnisse weisen daraufhin, dass die Nutzung eines Telefons die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnte, ein Akustikusneurinom zu diagnostizieren, und dass deshalb ein Bias in den Lateralitäts-Analysen der früheren Studien enthalten sein könnte.

Studie gefördert durch

Kommentare zu diesem Artikel

Themenverwandte Artikel