Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

A case-case study of mobile phone use and acoustic neuroma risk in Japan. epidem.

[Eine Case-Case-Studie zu der Mobiltelefon-Nutzung und dem Akustikusneurinom-Risiko in Japan].

Veröffentlicht in: Bioelectromagnetics 2011; 32 (2): 85-93

Ziel der Studie (lt. Autor)

Es wurde eine Case-Case-Studie in Japan durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Mobiltelefon-Nutzung und dem Risiko für Akustikusneurinom zu untersuchen.

Weitere Details

Nur Personen mit einem Akustikusneurinom wurden in diese Case-Case-Studie aufgenommen. Dabei wurden das erkrankte Ohr als Fall-Seite und das andere Ohr als Kontroll-Seite betrachtet.
Die Nutzung von Mobiltelefonen von den beiden Referenzdaten 1 und 5 Jahre vor der Diagnose wurde analysiert. Die regelmäßige Mobiltelefon-Nutzung wurde als mindestens einmal pro Woche telefonieren in einem Zeitraum von 6 Monaten oder länger definiert.

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Art der Abschätzung: (relatives Risiko (RR))

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Gruppe 1 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; Jahre seit Beginn der Nutzung: ≤ 5
Gruppe 2 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; Jahre seit Beginn der Nutzung: 5-10
Gruppe 3 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; Jahre seit Beginn der Nutzung: >10
Gruppe 4 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: ≤ 1
Gruppe 5 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: 1-3
Gruppe 6 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: 3-5
Gruppe 7 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: > 5
Gruppe 8 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats: ≤ 1 min
Gruppe 9 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats:1-3 min
Gruppe 10 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats: 3-5 min
Gruppe 11 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats: > 5 min
Gruppe 12 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: ≤ 3 min
Gruppe 13 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: 3-10 min
Gruppe 14 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: 10-20 min
Gruppe 15 Mobiltelefon-Nutzung 1 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: > 20 min
Gruppe 16 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; Jahre seit Beginn der Nutzung: ≤ 5
Gruppe 17 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; Jahre seit Beginn der Nutzung: 5-10
Gruppe 18 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; Jahre seit Beginn der Nutzung: >10
Gruppe 19 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: ≤ 1
Gruppe 20 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: 1-3
Gruppe 21 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: 3-5
Gruppe 22 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Anzahl an Telefonaten/Tag: > 5
Gruppe 23 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats: ≤ 1 min
Gruppe 24 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats:1-3 min
Gruppe 25 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats: 3-5 min
Gruppe 26 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche Dauer eines Telefonats: > 5 min
Gruppe 27 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: ≤ 3 min
Gruppe 28 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: 3-10 min
Gruppe 29 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: 10-20 min
Gruppe 30 Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahr vor Diagnose; gewichtete durchschnittliche tägliche Anrufdauer: > 20 min

Population

Studiengröße

Typ Wert
Anzahl geeignet 1.589
Teilnehmerzahl 804
Anzahl auswertbar 787

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Insgesamt wurde kein statistisch signifikant erhöhtes Akustikusneurinom-Risiko bei regelmäßiger Mobiltelefon-Nutzung im Vergleich zu keiner Nutzung festgestellt. Die relativen Risiken betrugen 1,08 (KI 0,93-1,28) für die Nutzung bis zu einem Jahr vor der Diagnose und 1,14 (KI 0,96-1,40) für die Nutzung bis zu 5 Jahre vor der Diagnose. Ein signifikant erhöhtes Risiko wurde bei Fällen beobachtet, die berichteten, ihr Mobiltelefon am betroffenen Ohr durchschnittlich mehr als 20 Minuten täglich verwendet zu haben (RR 2,74 bei einem Jahr vor Diagnose (KI 1,18-7,85) und RR 3,08 bei 5 Jahren vor Diagnose (KI 1,47-7,41)). Bei Fällen mit einer ipsilateralen Kombination der Tumor-Lokalisation und dem häufiger genutzten Ohr wurden Tumoren mit einem kleinerem Durchmesser gefunden, was auf die Wirkung eines Detektions-Bias hinweist. Desweiteren deutet die Analyse der Verteilung der links- und rechtsseitigen Tumoren auf die Wirkung eines Recall-Bias in Bezug auf die Tumorseite für die Erinnerung an die Mobiltelefon-Nutzung 5 Jahre vor der Diagnose hin.
Das erhöhte Risiko, das für Mobiltelefonierer mit einer durchschnittlichen täglichen Anrufdauer von mehr als 20 Minuten ermittelt wurde, sollte mit Vorsicht interpretiert werden und die Möglichkeit von Detektions-Bias und Recall-Bias berücksichtigt werden. Jedoch können die Autoren nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass das erhöhte Risiko vollständig durch diese Biase erklärlich ist, was die Möglichkeit offen lässt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen das Risiko für Akustikusneurinom erhöhte.

Studie gefördert durch

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