Studientyp: Medizinische/biologische Studie (experimentelle Studie)

Low power density RF-radiation effects on experimental animal embryos and foetuses. med./bio.

[Wirkungen von hochfrequenter Befeldung geringer Leistungsdichte auf Versuchstier-Embryonen und Föten].

Veröffentlicht in: Biological Effects of Electromagnetic Radiation Springer, 2003, ISBN 9783540429890: 579-602

Ziel der Studie (lt. Autor)

In einer Reihe von Studien wurde die Wirkung von Hochfrequenz- und Mikrowellen-Befeldung auf die pränatale Entwicklung von Kleintieren untersucht.

Hintergrund/weitere Details

Die erste Studie wurde in einem natürlichen Umfeld durchgeführt (in situ), während die restlichen Studien im Labor stattfanden.
Studie 1: Mäuse (n=12) wurden über fünf Schwangerschaften hinweg 6 Monate lang untersucht. Bei der ersten Schwangerschaft waren die Mäuse auf acht ausgewählte natürliche Expositions-Umgebungen (a, b, c, d, e, f, g und h) in der Umgebung eines Antennen-Parks verteilt. Danach wurden die Mäuse auf zwei Stellen verteilt (A=d und B=h, jeweils n=6). Zur fünften Schwangerschaft wurden alle Tiere zur Stelle i gebracht (zusammen einer Kontrollgruppe (n=6)).
Studie 2: Befruchtete Wachtel-Eier (n=300) wurden während der ersten drei Tage der Embryonal-Entwicklung mit verschiedenen Hochfrequenz-Niveaus befeldet. In einem weiteren Experiment (Studie 3) wurden 60 Wachtel-Eier befeldet und 34 Eier schein-exponiert.
Studie 4: 380 befruchtete Hühner-Eier wurden zwischen dem 3. und 10. Tag der Inkubation bei verschiedenen Mikrowellen (CW, PW) exponiert und 116 Eier wurden schein-exponiert.
Studie 5: Es wurden zwei Experimente mit jeweils 12 Ratten durchgeführt. Im ersten Experiment wurden die Tiere vom 1. bis zum 3. Tag nach der Befruchtung befeldet, und im zweiten Experiment vom 4. bis zum 9. Tag der Gestation. 10 Ratten wurden schein-exponiert.

Endpunkt

Exposition/Befeldung (teilweise nur auf Englisch)

Exposition Parameter
Exposition 1:
  • nicht spezifiziert
Expositionsdauer: kontinuierlich für 6 Monate
Mäuse
Exposition 2: 95 MHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 16 Tage
Wachteleier
Exposition 3: 9,31 GHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 3 Tage
Wachteleier
Exposition 4: 9,152 GHz
Expositionsdauer: vom dritten bis zum zehnten Tag der Inkubation
Hühner
Exposition 5: 9,152 GHz
Modulationsart: CW
Expositionsdauer: vom dritten bis zum zehnten Tag der Inkubation
Hühner
Exposition 6: 9,35 GHz
Expositionsdauer: erster bis dritten Tag nach der Fertilization oder vierter bis neunter Tag nach der Fertilization
Exposition 7: 9,3 GHz
Expositionsdauer: kontinuierlich für 4 Tage oder 6 h/Tag an 4 Tagen
-

Exposition 1

Hauptcharakteristika
Frequenz
  • nicht spezifiziert
Expositionsdauer kontinuierlich für 6 Monate
Zusatzinfo Mäuse
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • different antennas from the antenna park
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistungsflussdichte 1,053 µW/cm² Mittelwert über Zeit gemessen - -
SAR 1,935 mW/kg - - nicht spezifiziert -

Exposition 2

Hauptcharakteristika
Frequenz 95 MHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 16 Tage
Zusatzinfo Wachteleier
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • log-periodic antenna
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistungsflussdichte 15 µW/cm² - gemessen - -
SAR 0,566 mW/kg - - - bei 15 µW/cm²
Leistungsflussdichte 30 µW/cm² - gemessen - -
SAR 1,131 mW/kg - - - bei 30 µW/cm²
Leistungsflussdichte 60 µW/cm² - gemessen - -
SAR 2,262 mW/kg - - - bei 60 µW/cm²
Leistungsflussdichte 90 µW/cm² - gemessen - -
SAR 3,393 mW/kg - - - bei 90 µW/cm²
Leistungsflussdichte 120 µW/cm² - gemessen - -
SAR 4,52 mW/kg - - - bei 120 µW/cm²
Leistungsflussdichte 150 µW/cm² - gemessen - -
SAR 5,655 mW/kg - - - bei 150 µW/cm²

Exposition 3

Hauptcharakteristika
Frequenz 9,31 GHz
Typ
Expositionsdauer kontinuierlich für 3 Tage
Zusatzinfo Wachteleier
Modulation
Modulationsart s. Zusatzinfo
Zusatzinfo

pulse modulated

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • parabolic reflector antenna
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistungsflussdichte 5 µW/cm² - gemessen - -
Leistungsflussdichte 120 µW/cm² Maximum gemessen - -
SAR 189 µW/kg - - - bei 5 µW/cm²

Exposition 4

Hauptcharakteristika
Frequenz 9,152 GHz
Typ
Charakteristik
Expositionsdauer vom dritten bis zum zehnten Tag der Inkubation
Zusatzinfo Hühner
Modulation
Modulationsart s. Zusatzinfo
Zusatzinfo

pulse modulated

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • 27 cm horn-fed parabolic antenna
Abstand zw. exponiertem Objekt und Expositionsquelle 5 m
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistungsflussdichte 8,8 µW/cm² - gemessen - -
SAR 0,33 mW/kg - - - -

Exposition 5

Hauptcharakteristika
Frequenz 9,152 GHz
Typ
Charakteristik
Expositionsdauer vom dritten bis zum zehnten Tag der Inkubation
Zusatzinfo Hühner
Modulation
Modulationsart CW
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • 27 cm horn-fed parabolic antenna
Abstand zw. exponiertem Objekt und Expositionsquelle 5 m
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistungsflussdichte 8,8 µW/cm² - gemessen - -
SAR 0,33 mW/kg - - - -

Exposition 6

Hauptcharakteristika
Frequenz 9,35 GHz
Typ
Charakteristik
Expositionsdauer erster bis dritten Tag nach der Fertilization oder vierter bis neunter Tag nach der Fertilization
Zusatzinfo Ratten
Modulation
Modulationsart s. Zusatzinfo
Zusatzinfo

pulse modulated

Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • horn-fed parabolic antenna
Abstand zw. exponiertem Objekt und Expositionsquelle 5 m
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter
Messgröße Wert Typ Methode Masse Bemerkungen
Leistungsflussdichte 5 µW/cm² - gemessen - -

Exposition 7

Hauptcharakteristika
Frequenz 9,3 GHz
Typ
Charakteristik
Expositionsdauer kontinuierlich für 4 Tage oder 6 h/Tag an 4 Tagen
Zusatzinfo Ratten
Expositionsaufbau
Expositionsquelle
  • horn-fed parabolic antenna
Schein-Exposition Eine Schein-Exposition wurde durchgeführt.
Parameter

Für diese Exposition sind keine Parameter spezifiziert.

Exponiertes System:

Methoden Endpunkt/Messparameter/Methodik

Untersuchtes System:
Untersuchtes Organsystem:
Untersuchungszeitpunkt:
  • nach der Befeldung

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)

Studie 1: In den Experimentalgruppen A und B wurde im Vergleich zur Kontrollgruppe ein fortschreitender Abfall der Anzahl der Nachkommen von der ersten bis zur fünften Schwangerschaft beobachtet. Die Scheitel-Steiß-Länge, das Gewicht und die Anzahl der posterioren Wirbel waren bei den Neugeborenen der Gruppen A und B im Vergleich zu den Kontrollen erhöht. Fehlbildungen traten selten auf und es wurde keine Verzögerung der Skelett-Verknöcherung beobachtet.
Studie 2 und 3: In beiden Studien wurden weder bei den befeldeten Wachteln noch bei den Kontrollen äußere oder innere Fehlbildungen beobachtet und auch keine signifikanten Veränderungen im Gewicht und in der Scheitel-Steiß-Länge. In Studie 2 starben mehr als 16% der befeldeten Embryonen, während bei den Kontrollen keine Embryonen starben. In Studie 3 wurde bei den befeldeten Eiern 65% tote Embryonen und Föten beobachtet im Vergleich zur 11,7% bei den Kontrollen.
Studie 4: 62,78% der CW- und 47,12% der PW-befeldeten Föten zeigten eine verlangsamte Entwicklung, eine erhöhte Mortalität nach dem Ausschlüpfen, schwere Fehlbildungen, tote Embryonen und Föten. Nur bei 3,44% der schein-exponierten Föten wurden diese nachteiligen Wirkungen beobachtet. Bei den PW-befeldeten Föten reduzierte sich die Zeit vor dem Ausschlüpfen um 48 Stunden.
Studie 5: Mehr als 50% der befeldeten Gruppen hat keine Jungen zur Welt gebracht. Untersuchungen der Uteri der Ratten zeigten in großem Ausmaß Veränderungen (z.B. Endometritis, Knötchen). Es gab keine statistisch signifikanten Veränderungen in der Scheitel-Steiß-Länge oder im Gewicht der Jungen von exponierten Ratten und Kontrollen.
Die experimentellen Ergebnisse mit verschiedenen Tierarten belegen ungünstige Wirkungen, die stark in ihrer Intensität variierten, von nachweisbaren Wirkungen bis hin zu schweren Schäden wie Embryonen-Sterben oder Tod des Fötus. Diese Wirkungen scheinen in den frühen Entwicklungsstadien des embryonalen Lebens stärker ausgeprägt.

Studienmerkmale:

Studie gefördert durch

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