Studientyp: Epidemiologische Studie (Beobachtungsstudie)

Use of mobile and cordless phones and survival of patients with glioma. epidem.

[Nutzung von Mobiltelefon und Schnurlostelefon und das Überleben von Patienten mit Gliom].

Veröffentlicht in: Neuroepidemiology 2013; 40 (2): 101-108

Ziel der Studie (lt. Autor)

Das Überleben der Patienten nach einer Gliom-Diagnose wurde in Hinblick auf die Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen in einer Fall-Kontroll-Studie in Schweden untersucht. Die vorliegende Studie basiert auf der Studienpopulation der Fall-Kontroll-Studien von Hardell et al (2006), Hardell et al (2011) and Hardell et al (2010).

Endpunkt/Art der Risikoabschätzung

Exposition

Abschätzung

Expositionsgruppen

Gruppe Charakteristik
Referenzgruppe 1 nicht exponiert: keine Mobil- oder schnurloses Telefon-Nutzung oder weniger als 1 Jahr
Gruppe 2 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 1 - 5 Jahre
Gruppe 3 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 5 - 10 Jahre
Gruppe 4 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 5 Mobiltelefon-Nutzung (analog und digital) > 1 - 5 Jahre
Gruppe 6 Mobiltelefon-Nutzung > 5 - 10 Jahre
Gruppe 7 Mobiltelefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 8 schnurloses Telefon-Nutzung > 1 - 5 Jahre
Gruppe 9 schnurloses Telefon-Nutzung > 5 - 10 Jahre
Gruppe 10 chnurloses Telefon-Nutzung > 10 Jahre
Gruppe 11 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 12 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 13 Mobil- + schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 14 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 15 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 16 Mobiltelefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 17 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1 - 1000 Stunden
Gruppe 18 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: 1001 - 2000 Stunden
Gruppe 19 schnurloses Telefon, Nutzung insgesamt: > 2000 Stunden
Gruppe 20 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung: unteres Drittel
Gruppe 21 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung: mittleres Drittel
Gruppe 22 Mobil- + schnurloses Telefon-Nutzung: oberes Drittel
Gruppe 23 Mobiltelefon-Nutzung: unteres Drittel
Gruppe 24 Mobiltelefon-Nutzung: mittleres Drittel
Gruppe 25 Mobiltelefon-Nutzung: oberes Drittel
Gruppe 26 schnurloses Telefon-Nutzung: unteres Drittel
Gruppe 27 schnurloses Telefon-Nutzung: mittleres Drittel
Gruppe 28 schnurloses Telefon-Nutzung: oberes Drittel

Population

Studiengröße

Typ Wert
Gesamtzahl 1.251
Anzahl geeignet 1.233
Statistische Analysemethode: ( Anpassung: )

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Insgesamt wurde ein statistisch nicht-signifikantes, kaum erhöhtes Risiko für den Zusammenhang zwischen dem Überleben von Gliom-Patienten und der Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen gefunden (HR 1,1; KI 0,9-1,2). Die Hazard-Rate betrug 1,2 (KI 1,002-1,5; p-Trend 0,02) für Gliome in der höchsten Expositions-Gruppe mit einer Nutzungszeit von mehr als 10 Jahren. Ein statistisch signifikant erniedrigtes Risiko (HR 0,5; KI 0,3-0,9) wurde bei niedriggradigem Astrozytom (I-II) beobachtet. Für hochgradiges Astrozytom (IV) lag die Hazard-Rate bei 1,1 (KI 0,95-1,4), bei einer Latenzzeit von mehr als 10 Jahren betrug sie 1,3 (KI 1,03-1,7). Im oberen Drittel der Gesamtnutzungsdauer (1426 Stunden) wurde ein statistisch nicht-signifikant erhöhtes Risiko für Glioblastom gefunden (HR 1,2; KI 0,95-1,5). Die Ergebnisse waren bei einer nach Mobiltelefon und Schnurlostelefon getrennten Analyse ähnlich.
Die Autoren schlussfolgerten, dass ein verringertes Überleben der Gliom-Fälle bei langzeitiger und starker Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen gefunden wurde. Ein verringertes Überleben bei hochgradigem Astrozytom, jedoch ein längeres Überleben wurde bei niedriggradigem Astrozytom beobachtet. Dies könnte durch die Expositions-bezogenen Tumor-Symptome bedingt sein, die zu einer früheren Diagnose und Operation in dieser Patienten-Gruppe führen könnten.

Studie gefördert durch

Themenverwandte Artikel